
Was tun bei Hitze in Bremen? Tipps für heiße Tage
Kühle Orte, Hitzeschutz und Hilfe im Alltag
Wenn die Sonne über Bremen steht, wird aus einem Sommertag schnell eine Belastungsprobe. Die Straßen in der Stadt heizen sich auf, Wohnungen kühlen nachts kaum ab – und selbst der Weg zur Haltestelle oder zum Supermarkt kann anstrengend werden. Besonders in dicht bebauten Quartieren zeigt sich: Hitze ist längst nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch eine Frage von Gesundheit und guter Vorsorge.

Bremen nimmt das Thema deshalb offiziell in den Blick. Der Senat hat 2024 einen Hitzeaktionsplan beschlossen, der Bremen und Bremerhaven besser auf Hitzewellen vorbereiten soll. Hintergrund ist auch die messbare Veränderung des Klimas: Das Jahresmittel der Lufttemperatur im Land Bremen ist zwischen 1881 und 2023 bereits um 1,6 Grad Celsius gestiegen. Künftig ist mit häufigeren und intensiveren Hitzeereignissen zu rechnen. Der Bremer Hitzeaktionsplan bündelt dafür 26 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern.
Heiße Tage sind in Bremen auch eine Frage der Vorsorge
Was tun bei Hitze in Bremen? Die wichtigste Antwort lautet: frühzeitig reagieren. Denn hohe Temperaturen werden vor allem dann belastend, wenn sie über mehrere Tage anhalten und die Nächte kaum Abkühlung bringen. Besonders kritisch kann es werden, wenn tagsüber mehr als 30 Grad erreicht werden und die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad sinkt. Dann kann sich der Körper schlechter erholen. Besonders gefährdet sind Menschen, deren Körper Hitze schlechter ausgleichen kann oder die ihr schwerer ausweichen können – etwa ältere Menschen, kleine Kinder, Pflegebedürftige oder Personen, die draußen arbeiten.
Schnellcheck: Was tun bei Hitze in Bremen?
- • ausreichend trinken, am besten regelmäßig über den Tag verteilt
- • Alkohol möglichst vermeiden
- • leichte Mahlzeiten essen
- • direkte Sonne meiden
- • Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen
- • Wohnung tagsüber verschatten und morgens oder nachts lüften
- • kühle Orte zur Erholung nutzen
- • Kinder, geschwächte Personen und Haustiere niemals im Auto lassen
- • Hitzewarnungen beachten und Nachbarschaft im Blick behalten
Wo wenig Grün ist, bleibt die Wärme länger in der Stadt

Hitze trifft nicht alle Stadtteile gleich. Wo wenig Grün wächst, viele Flächen versiegelt sind und Häuser dicht beieinanderstehen, speichert die Umgebung Wärme länger. Asphalt, Beton und Stein geben die Hitze auch abends noch ab. Parks, Bäume, Wasserflächen und schattige Innenhöfe bringen dagegen spürbare Entlastung.
In Bremen macht es an heißen Tagen daher einen Unterschied, ob Wege durch schattige Grünzüge, entlang der Weser oder über aufgeheizte Straßen führen. Der Bürgerpark, die Wallanlagen, Knoops Park oder der Rhododendron-Park bieten viele Bäume und ruhigere Wege. Auch am Weserufer, am Werdersee oder am Stadtwaldsee lässt sich Hitze oft besser aushalten – vorausgesetzt, Sonnenschutz, ausreichend Wasser und sichere Badebedingungen kommen mit in die Planung.
Offizielle Hilfe: „Kühle Orte“, Hitzewarnungen und Trinkwasser
Wer an heißen Tagen Orientierung sucht, findet im Hitzeportal Bremen/Bremerhaven gebündelte Informationen: von Hitzewarnungen bis zu Verhaltenstipps. Besonders praktisch ist die Übersicht zu „kühlen Orten“ in Bremen. Gemeint sind Plätze und Innenräume, die an heißen Tagen weniger stark aufheizen als ihre Umgebung – zum Beispiel schattige Grünflächen, kühlere Aufenthaltsbereiche oder öffentlich zugängliche Orte wie Kirchen.
Auch Trinkwasserbrunnen werden im Hitzeportal angezeigt. Wer mit einer eigenen Flasche unterwegs ist, kann sie bei Refill-Stationen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes helfen zusätzlich dabei, den Tag besser zu planen: Wenn hohe Temperaturen gesundheitlich belastend werden können, lassen sich Termine, Sport oder Besorgungen besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
Abkühlung am Wasser: Freibäder und Badeseen in Bremen
Bremen hat viele Orte, an denen Wasser und Grün für Abkühlung sorgen können. Am Weserufer weht oft ein leichter Wind, am Werdersee lassen sich Pausen im Grünen einlegen, und auch der Stadtwaldsee oder Freibäder können an heißen Tagen beliebte Ziele sein. Doch auch am Wasser gilt: Schatten ist wichtig. Gerade in der Mittagszeit kann die Sonne stark belasten, auch wenn die Nähe zum Wasser kühler wirkt. Eine Kopfbedeckung, Sonnencreme, ausreichend Getränke und Pausen im Schatten gehören deshalb immer dazu.

Hitze in der Wohnung: Drinnen kühl bleiben
Wenn sich Räume einmal aufgeheizt haben, bleibt die Wärme oft lange. Deshalb hilft es, die Wohnung möglichst früh am Tag auf Hitze vorzubereiten. Morgens und spät abends oder nachts kann gelüftet werden, solange die Außenluft kühler ist. Tagsüber bleiben Fenster, Vorhänge, Rollos oder Jalousien besser geschlossen, damit möglichst wenig Wärme hineinkommt.
Auch kleine Dinge machen einen Unterschied: Elektrogeräte, die nicht gebraucht werden, können ausgeschaltet werden. Sie erzeugen zusätzliche Wärme. Ein Ventilator kann für Bewegung in der Luft sorgen, ersetzt aber kein Trinken und keine Abkühlung. Wer Balkon, Terrasse oder Fensterflächen hat, kann mit Pflanzen, Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern zusätzliche Entlastung schaffen.
Wer bei Hitze besonders aufpassen sollte

Hitze belastet den Körper nicht bei allen Menschen gleich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen ab 65 Jahren, Hochaltrige ab 80 Jahren, Säuglinge und kleine Kinder. Auch Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Pflegebedürftige, wohnungslose Menschen und Personen, die körperlich anstrengend im Freien arbeiten, brauchen an heißen Tagen besonderen Schutz. Hinzu kommen Menschen, die in stark aufgeheizten Wohnungen leben oder wenig Unterstützung im Alltag haben.
Damit ist Hitzeschutz auch eine Frage von Aufmerksamkeit im Stadtteil. In den Bremer Quartieren können schon kleine Gesten entlasten: ein kurzer Anruf, ein Gespräch im Treppenhaus, eine mitgebrachte Flasche Wasser oder die Frage, ob jemand etwas aus dem Supermarkt braucht. Wer allein lebt, gesundheitlich eingeschränkt ist oder sich nicht gut selbst versorgen kann, bemerkt Warnzeichen manchmal spät oder kann nicht so einfach reagieren. Wenn jemand stark geschwächt, verwirrt oder benommen wirkt, sollte man medizinische Hilfe organisieren. Wichtig sind regelmäßiges Trinken, kühlere Räume, leichte Mahlzeiten und Ruhepausen.

Mit Kindern durch heiße Tage in Bremen
Für Familien beginnt Hitzeschutz oft schon bei der Tagesplanung. Ausflüge, Spielplatzbesuche oder Wege durch die Stadt sind morgens meist angenehmer als am Nachmittag. Schattige Plätze, Trinkpausen und leichte Kleidung helfen Kindern, heiße Tage besser zu überstehen. Babys und Kleinkinder brauchen besondere Aufmerksamkeit, weil ihr Körper Wärme noch nicht so gut regulieren kann.
Kinderwagen sollten nicht mit Tüchern abgedeckt werden, wenn darunter die Luft nicht zirkulieren kann. Dadurch kann sich Hitze stauen. Besser sind geeignete Sonnenschirme und ein Stellplatz im Schatten. Ganz wichtig: Kinder dürfen niemals im geparkten Auto zurückbleiben – auch nicht für wenige Minuten.
Mit Haustieren durch heiße Tage

Auch Haustiere leiden unter hohen Temperaturen. Spaziergänge mit Hunden sind früh morgens oder später am Abend angenehmer, wenn Wege und Asphalt weniger aufgeheizt sind. Zur einfachen Orientierung hilft der Handrücken-Test: Fühlt sich der Boden zu heiß an, ist er auch für Hundepfoten belastend. Wasser, Schatten und kürzere Runden sind dann wichtiger als lange Strecken.
Im Auto dürfen Tiere an warmen Tagen niemals zurückbleiben. Schon wenige Minuten können reichen, damit sich ein geparktes Fahrzeug stark aufheizt. Das gilt auch bei leicht geöffnetem Fenster oder kurzem Halt.
Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel brauchen an heißen Tagen ebenfalls kühle Rückzugsorte, frisches Wasser und Schutz vor direkter Sonne. Käfige, Gehege oder Transportboxen sollten nie in der prallen Sonne stehen – auch nicht auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank. Bei ungewöhnlicher Schlappheit, starkem Hecheln, Taumeln oder Fressunlust ist tierärztlicher Rat wichtig.

Unterwegs in Bremen: Sport, Radfahren und Erledigungen
Beim Sport und auf Wegen durch Bremen lohnt sich an heißen Tagen ein anderer Rhythmus. Joggen, Radfahren oder längere Erledigungen sind morgens oder abends besser aufgehoben. In der Mittagshitze helfen schattige Routen, Pausen und eine gefüllte Trinkflasche.
Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kann nach Möglichkeit stark aufgeheizte Straßen und Plätze vermeiden. Besonders angenehm sind häufig Routen mit viel Schatten, etwa durch den Bürgerpark, die Wallanlagen, entlang der Weser oder durch grüne Wege im eigenen Quartier. Manchmal hilft auch ein Regenschirm als Sonnenschutz, um zumindest den Kopf im Schatten zu halten.
Warnzeichen: Wann Hitze gefährlich wird
Hitze wird besonders belastend, wenn die Temperaturen tagsüber über 30 Grad steigen und die Nächte nicht unter 20 Grad abkühlen. Dann fehlt dem Körper die Erholung. Mögliche Folgen sind unter anderem Flüssigkeitsmangel, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, geschwollene Beine, Hautausschlag, Muskelkrämpfe und Sonnenbrand.

Warnzeichen sollten ernst genommen werden. Dazu gehören Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, ungewöhnliche Unruhe oder Benommenheit. Besonders aufmerksam sollte man reagieren, wenn eine Person sehr heiß wirkt, kaum noch ansprechbar ist oder nicht mehr richtig trinken kann.
Bei Verdacht auf einen Hitzschlag zählt schnelle Hilfe: Notruf 112 wählen. Bis Hilfe eintrifft, kann die betroffene Person aus der Sonne gebracht, vorsichtig gekühlt und betreut werden. Wichtig ist dabei: keine falsche Scheu. Bei Hitze kann sich ein Zustand schnell verschlechtern.
Mehr Grün bedeutet mehr Abkühlung im Quartier
Hitzeschutz beginnt nicht erst an Tagen mit über 30 Grad. Langfristig geht es auch darum, Orte so zu gestalten, dass sie sich weniger stark aufheizen. Bäume, begrünte Innenhöfe, Parks und entsiegelte Flächen können Temperaturen im Quartier spürbar mildern. Sie spenden Schatten, speichern Wasser und verbessern das Mikroklima.
Auch Dächer und Fassaden spielen dabei eine Rolle. Begrünung kann Gebäude vor starker Sonneneinstrahlung schützen und zugleich Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Im Kleinen kann ebenfalls etwas entstehen: Pflanzen auf dem Balkon, Schattenplätze im Innenhof oder gemeinschaftliche Klimaaktionen im Quartier machen heiße Tage nicht sofort kühl, aber sie stärken den Blick für ein lebenswertes Bremen.
Häufige Fragen zu Hitze in Bremen
An heißen Tagen helfen vor allem Wasser, Schatten und gute Planung. Aktivitäten sollten möglichst auf den Morgen oder Abend gelegt werden. Tagsüber ist es sinnvoll, direkte Sonne zu meiden, die Wohnung zu verschatten und kühle Orte aufzusuchen. Bremen informiert über Hitzeportal Bremen zu Hitzewarnungen, kühlen Orten und Trinkbrunnen.
Das Hitzeportal Bremen/Bremerhaven bietet eine Übersicht zu kühlen Orten. Gemeint sind Plätze und Innenräume, die an heißen Tagen weniger stark aufheizen als ihre Umgebung. Dazu können schattige Grünflächen, Parks, öffentliche Innenräume wie Kirchen und andere kühlere Aufenthaltsorte gehören. Auch Trinkwasserbrunnen werden dort angezeigt.
Am besten morgens, abends oder nachts lüften, wenn die Außenluft kühler ist. Tagsüber Fenster, Vorhänge, Rollos oder Jalousien geschlossen lassen. Zusätzlich können Sonnenschutz, Pflanzen, Schattenspender auf dem Balkon und ausgeschaltete Elektrogeräte helfen, die Räume weniger stark aufzuheizen.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen ab 65 Jahren, Hochaltrige ab 80 Jahren, Säuglinge, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Pflegebedürftige, Wohnungslose und Personen, die körperlich anstrengend im Freien arbeiten. Auch soziale Isolation, geringes Einkommen oder stark aufgeheizte Wohnungen können das Risiko erhöhen.
Beliebte Orte sind unter anderem das Weserufer am Café Sand, der Werdersee, der Unisee (Stadtwaldsee) sowie die Freibäder in Bremen und umzu. Vor dem Baden sollten Öffnungszeiten, Wasserqualität und aktuelle Hinweise geprüft werden. Eine gute Übersicht bietet der Artikel zu Freibädern und Badeseen in Bremen.
Warnzeichen können Schwindel, starke Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder Muskelkrämpfe sein. Bei Verdacht auf Hitzschlag sollte der Notruf 112 gewählt werden.
Bremen bleibt kühler, wenn viele mitdenken
Heiße Tage werden Bremen auch in Zukunft begleiten. Umso wichtiger ist ein Alltag, der sich an hohe Temperaturen anpasst: früher lüften, mehr trinken, Schatten suchen, Warnungen ernst nehmen und Wege bewusster planen. Der Bremer Hitzeaktionsplan zeigt, dass Hitzeschutz längst als gemeinsame Aufgabe der Stadt Bremen verstanden wird. Im Quartier beginnt diese Aufgabe oft ganz einfach. Ein schattiger Innenhof, ein gefülltes Glas Wasser, ein kurzer Anruf bei älteren Nachbarinnen oder Nachbarn, ein ruhiger Weg durch den Park: Viele kleine Entscheidungen machen heiße Tage leichter. Wenn Bremen heiß wird, helfen also Wasser, Grün und ein wachsamer Blick füreinander.

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