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Besucherinnen und Besucher stöbern auf dem Flohmarkt auf der Überseewiese in der Bremer Überseestadt.
Kultur Vor Ort/Cora Sabisch

Jetzt Hier fürs Klima im Quartier

Klimaschutzprojekt in der Überseestadt zeigt, wie alle das Klima ein bisschen mehr schützen können

Im Quartierstreff Jetzt Hier in der Überseestadt geht es seit April 2025 verstärkt um Klimathemen. Denn vor rund einem Jahr ist das Klimaschutzprojekt Jetzt Hier fürs Klima im Quartier gestartet, das von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft gefördert wird. Seitdem sind Angebote wie die Fahrradselbsthilfewerkstatt, das Klimaforum, die Kleidertauschbörse, der Foodsharingverteiler und die Kochgruppe entstanden.

„Im Waller Quartierstreff Jetzt Hier drehte sich auch vorher schon viel ums Klima. Meine Kollegin Svenja Weber bediente die Themen ‚nebenbei‘, indem sie beispielsweise Flohmärkte organisierte“, erzählt Cora Sabisch. Sie hat die Projektleitung für Jetzt Hier fürs Klima im Quartier übernommen und widmet sich nun ausschließlich Angeboten zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Nachhaltiger leben – aber wie?

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie umweltbewusst und -schonend er lebt. Regionaler einkaufen, Kleider tauschen statt wegwerfen und Kaputtes reparieren – das sind nur einige Stellschrauben, an denen man drehen kann. Doch was einfach erscheint, ist es im Alltag nicht immer. Das weiß Cora Sabisch: „Vielleicht scheitert es am fehlenden Know-how bei einer Reparatur, oder es fehlt eine neue Idee beim Kochen.“

Neue Impulse und Mut zur Selbsthilfe

Zwei Personen reparieren gemeinsam ein Fahrrad in der Fahrradselbsthilfewerkstatt des Quartierstreffs Jetzt Hier.
In der Fahrradselbsthilfewerkstatt lernt man, wie man sein Rad künftig selbst reparieren kann. Kultur Vor Ort/Cora Sabisch

Wenn es um Fahrräder geht, dann lohnt sich ein Besuch der Fahrradselbsthilfewerkstatt. Immer mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr stehen ihre Türen im Kommodore-Johnson-Boulevard offen. Wer ein Problem mit seinem Rad hat, kann hier ohne Anmeldung vorbeikommen. „Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter schaut man sich das Fahrrad an“, sagt Cora Sabisch. Ist der Fehler gefunden und ein entsprechendes Ersatzteil vorhanden, wird gemeinsam repariert. „Bei uns gibt es eine kostenlose Anleitung zur Selbsthilfe. So lernt man schnell, wie man die Reparatur beim nächsten Mal eigenständig durchführen kann“, erklärt die Projektleiterin die Vorgehensweise bei diesem kostenlosen Kooperationsangebot der Blauen Karawane und des Klimaschutzprojekts.

Ehrenamtliches Engagement gefragt

„Wir haben ein Beteiligungsformat auf die Beine gestellt, damit die Nachbarschaft Klimaschutz im Quartier aktiv mitgestalten kann“, berichtet Cora Sabisch weiter. Das sogenannte Klimaforum trifft sich vier- bis fünfmal im Jahr und entwickelt Ideen, was noch besser gemacht werden könnte. Diese offene Gruppe, bestehend aus Nachbarinnen und Nachbarn, hat bereits einiges wie die Kleidertauschbörse und den Foodsharingverteiler auf den Weg gebracht. Menschen, die sich gerne engagieren möchten, sind jederzeit herzlich willkommen. Das nächste Treffen zur Ideenfindung findet am 9. September 2026 im Quartierstreff in der Konsul-Smidt-Straße 38 statt.

Foodsharing: Lebensmittel verbrauchen statt wegwerfen

Foodsharing-Fairteiler mit Regal und Kühlschrank für kostenlos abzugebende Lebensmittel im Quartierstreff Jetzt Hier.
Ein Zeichen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln setzt das Foodsharing. Übriggebliebene Lebensmittel können hier kostenlos abgeholt werden. Kultur Vor Ort/Cora Sabisch

Im Eingangsbereich des Quartierstreffs befindet sich ein großer Kühlschrank – wie in der Gastronomie. Daneben steht ein hohes, offenes Regal. Ein Plakat erklärt, wie Foodsharing funktioniert. Die Lebensmittel, die hier zu finden sind, stammen größtenteils aus Ladenbeständen oder Ernteüberschüssen, manche werden urlaubsbedingt abgegeben. „Alles, was hier steht, darf kostenlos abgeholt werden“, so Cora Sabisch. Denn es ginge darum, übriggebliebene Lebensmittel nicht einfach wegzuschmeißen. „Generell gilt: Riechen, fühlen, schmecken – alle entscheiden selbst, ob sie die Lebensmittel noch essen können oder wollen“, beschreibt Cora Sabisch das Vorgehen. Kommen größere Mengen eines verderblichen Produkts, leitet sie die Info an die rund 200-köpfige Signal-Gruppe weiter, damit die Lebensmittel schnell abgeholt und verbraucht werden. „Wir sind dankbar für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die uns beim Sortieren der Regale unterstützen“, betont sie.

Kampf gegen den Fast-Fashion-Trend

Menschen stöbern bei einer Kleidertauschbörse im Quartierstreff Jetzt Hier zwischen Kleiderständern.
Statt immer neu zu kaufen, einfach mal Kleider mit anderen Menschen tauschen – der Umwelt zuliebe. Dieter Franke

Modetrends sind schnelllebig. Kleidung wird zwar vielerorts billig angeboten, aber die Produktionsbedingungen sowie die Qualität sind fragwürdig. „Laufend neue Sachen zu kaufen, geht nicht nur ins Geld, sondern ist auch nicht nachhaltig“, sagt Cora Sabisch. Wer trotzdem immer neue Klamotten haben möchte, kann sie einfach mit anderen tauschen. Dann profitieren alle davon, und der Müllberg wächst nicht weiter. „Unser erster Kleidertausch wurde gut angenommen, weitere Termine sind in Planung. Neben tollen Kleidungsstücken informieren wir dabei übrigens auch mit einer Ausstellung über die Hintergründe der Fast Fashion“, erzählt die Projektleiterin.

Eine Gruppe sitzt gemeinsam an einem gedeckten Tisch beim Kochangebot im Quartierstreff Jetzt Hier.
An den Kochabenden gibt es neue Impulse für die eigene Küche. Kultur Vor Ort/Svenja Weber

Kochen – mal anders

Beim Kochangebot im Rahmen des Klimaschutzprojekts bekommt man neue Impulse für die eigene Küche. Unter den Mottos „Nachhaltig und günstig“, „Kochen ohne Abfall“, „Kreative Küche mit Resten“ oder „Regionalmenu aus 150 km Umkreis“ stehen die Kochabende, bei denen vegane und vegetarische Gerichte gemeinsam zubereitet und verzehrt werden. „In gemütlicher Runde lernen sich dabei die unterschiedlichsten Menschen aus der Nachbarschaft kennen“, freut sich Cora Sabisch. Sie erbittet eine Anmeldung per E-Mail an sabisch@kultur-vor-ort.com oder via WhatsApp an 01575-57474. Die Termine werden über die Veranstaltungsseite von Kultur für Ort bekanntgegeben.

 Autorin: Daniela Conrady

Weitere Informationen gibt es auf der Seite von Jetzt hier fürs Klima im Quartier und auf der Seite von Kultur vor Ort.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Von adn_admin

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