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Sportgarten Bremen Pauliner Marsch
Sportgarten Bremen

Vereine in Bremen: Sportgarten strotzt vor Tatendrang

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Viele neue Highlights für Kinder und Jugendliche

Am 2. März 1995 fiel der Startschuss für den Sportgarten Bremen e.V. Seitdem ist rund um die Anlage in der Pauliner Marsch eine Menge passiert. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Areal können Kinder und Jugendliche ihre Hobbys nach Herzenslust ausüben. Die Bewegung ist dort Trumpf – von Fußball und Skaten über Hockey und Basketball bis Reiten und Trampolin reicht das Angebot. Im SPOT-Interview gibt Hanns-Ulrich Barde, hauptberuflicher Vorstand des Vereins, Einblick in die Projekte, Aktivitäten und  Visionen.


Wie hat sich der Sportgarten zuletzt entwickelt?

Sportgarten Bremen Überseespiele
Die 2017 ins Leben gerufenen „Überseespiele“ mit verschiedenen Workouts und Sportarten sollen jährlich ausgetragen werden. Sportgarten Bremen

Hanns-Ulrich Barde: Man kann schon sagen, dass wir vor 20 Jahren etwas erfunden haben, was heute jede Kommune gern hätte: nämlich attraktive Outdoor-Sportstätten für Kinder und Jugendliche. Leider haben auch wir unter der Pandemie gelitten, da wir die Anlagen nur unter strikten Auflagen betreiben durften. Teilweise konnten nur zwei Kinder aufs Fußballfeld oder in die Skatehalle. Es war schön, dass wir überhaupt etwas anbieten konnten, aber insgesamt war es eine sehr schwierige Phase. Glücklicherweise durften wir nun alles wieder hochfahren und unser Konzept aus dem Jahr 1998 umsetzen. Das heißt: Man kann zu uns kommen, wann immer man möchte, die Freunde Zeit haben oder die Hausarbeiten erledigt sind und wie es die Eltern erlauben.

Sind noch weitere Anlagen hinzugekommen?

Hanns-Ulrich Barde: Ja, wir haben das Angebot in der Tat erweitert. Das ist einer unserer größten Erfolge, dass wir nun die Outdoor-Sportgärten in der Pauliner Marsch und in der Überseestadt haben sowie im Postamt 5 das Thema Sport und Medien verbinden. Letzteres auszubauen, ist unser nächstes großes Projekt.

Manch einer denkt sich möglicherweise: Wie passt das denn zusammen? Aber das passt ideal, weil einige Sportarten auch viel auf auf Social Media unterwegs sind und kommunizieren. Der Ansatz war, dass wir auf diesem Wege viele Jugendliche erreichen, die sich für Medien interessieren und über den Sport auch Jugendliche, die eigentlich nicht so viel mit Medien zu tun haben beziehungsweise sich nicht bewusst sind. Medienkompetenz und Selbstermächtigung sind aber unverzichtbare Fähigkeiten im Leben des 21. Jahrhunderts. Im Sportgarten Hub im Postamt 5 schaffen wir in Kooperation mit dem FabLab Bremen eine Verbindung von der Skate- und Indoor-Halle zu einem Medien-Lab. Die Jugendlichen können dort vieles ausprobieren wie etwa Filmen, Fotografieren, Layouten, Programmieren, E-Sports – oder anderen über die Schulter gucken.


„In der Überseestadt hat sich ein lebendiger und fantastisch gestalteter Treffpunkt entwickelt, der in der gesamten Überseestadt einzigartig ist.“


Da sind in der Tat herausragende Neuerungen dabei …

Sportgarten Bremen Skatehalle
In der Indoor-Halle vom Sportgarten Bremen können sich Kinder und Jugendliche nach Herzenslust austoben, beispielsweise beim Skaten. Sportgarten Bremen

Hanns-Ulrich Barde: Das ist alles ziemlich spannend. Bei unseren Projekten steht immer die Jugendbeteiligung von Anfang an. So entstehen neue Ideen für die Jugendarbeit, lange bevor es hierfür auf öffentliche Fördertöpfe gibt. Der ehrliche und ständige Dialog mit Kindern und Jugendlichen ermöglicht ihnen, Lebenswelten mitzugestalten. Für jedes unserer Projekte gibt es bestimmte Ansätze, die dort realisiert werden konnten. In der Überseestadt ist beispielsweise ein Park entstanden, in den eine Sport- und Freizeitlandschaft integriert wurde. Dort hat sich ein lebendiger und fantastisch gestalteter Treffpunkt entwickelt, der in der gesamten Überseestadt einzigartig ist.

Welche Angebote sind gerade besonders gefragt?

Hanns-Ulrich Barde: Im Moment haben wir gerade ein Ferienprogramm für Hunderte Bremer Kinder und Jugendliche in Form von Camps angeboten. Das kam so gut an, dass das Telefon gar nicht mehr still stand, und der Mailverkehr hörte überhaupt nicht mehr auf. Die Camps sind alle ausgebucht. Dazu gehören Graffiti, Breakdance, Skaten, Scooter Fahren, Klettern, Trampolin und Medien wie das Spiel „Minecraft“.

Haben Sie ein großes Team, um das alles reibungslos zu bewerkstelligen?

Hanns-Ulrich Barde: Es sind inzwischen ungefähr 20 Menschen, die bei uns tätig sind. Das sind aber nicht alles Vollzeitstellen. Manche möchten gern mehr arbeiten, aber zum Beispiel für die sehr stark nachgefragte Überseestadt ist leider nicht so viel Geld in der Kasse, sodass wir dort nur zwei Teilzeitkräfte einsetzen können. Wir sind schon stolz auf die Mitarbeitenden, die sich so engagiert für den breit aufgestellten Sportgarten einsetzen.


„Für die Tiere ist es ein ausgezeichneter Lebensraum in artgerechter Haltung.“


Gibt es darüber hinaus Aufgaben abseits des Sports, die Sie betreuen?

Sportgarten Bremen Tiere Pauliner Marsch
Auch die Pflege des drei Hektar großen Tier- und Landschaftsprojekts in der Pauliner Marsch gehört zu den Einsatzgebieten des Sportgartens Bremen. Sportgarten Bremen

Hanns-Ulrich Barde: In der Pauliner Marsch ist unser Tier- und Landschaftsprojekt beheimatet. Das haben wir ein Stück weit der Sparkasse Bremen zu verdanken, die uns dort ein drei Hektar großes Gelände kostenfrei überlässt. . Seit 20 Jahren halten wir auf diesem Areal Pferde, Esel, Ziegen und zwei Katzen, außerdem tummeln sich dort auch Kaninchen, Füchse, Gänse und Greifvögel. Für die Tiere ist es ein ausgezeichneter Lebensraum in artgerechter Haltung. Das Projekt wird fast ausschließlich von unserem Verein gestemmt, hat sich etabliert und ist ein Highlight in der Pauliner Marsch neben dem Sportgarten – und dem Weserstadion natürlich. Ein weiteres Projekt, auf dass wir stolz sind, ist die Sportakademie.

Welche Idee verbirgt sich dahinter?

Hanns-Ulrich Barde: Dabei handelt es sich um ein vom Sportgarten organisiertes freiwilliges Netzwerk von Vereinen, Jugendeinrichtungen und Schulen. An 25 Standorten bieten wir wöchentlich verlässlich und  zusätzlich Sport- und zusätzliche Bewegungseinheiten an – von Hockey über American Football, Leichtathletik, Tischtennis und Rudern bis Skaten und Schwimmen. Die Akademie eröffnet Jugendlichen die Möglichkeit, Sportarten kennenzulernen, denen sie sonst in den Schulen gar nicht begegnen. Dadurch schlagen wir für Kinder und Jugendliche eine Brücke in die Vereine und gewinnen gleichzeitig Nachwuchskräfte für die Jugendarbeit.

In diesem Bereich könnten wir auch noch deutlich mehr machen, wenn es Fachkräfte gäbe. Der Bedarf ist riesig! Das Angebot der Sportakademie ist zudem ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung und zum sozialen Miteinander. Derzeit organisieren wir  120 Angebote pro Woche, entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt  könnten es auch drei oder vier Mal so viele sein. Ohne weitere Fördermittel und finanzielle Planungssicherheit ist das aber nicht umsetzbar.


„2023 möchten wir wieder das Sportfest ‚One Nation Cup‘ in Bremen veranstalten.“


Sie sprudeln förmlich vor Tatendrang. Haben Sie noch weitere Visionen, die Ihnen für die nächsten Jahre vorschweben?

Hanns-Ulrich Barde: Im Begriff „Sportgarten“ steckt ja das Wort „Garten“ – das bedeutet, dass dort etwas wächst. Deswegen muss man im Garten auch immer mal etwas verändern – mal mehr, mal weniger. Aktuell haben wir auf dem Gelände der alten Galopprennbahn in der Vahr mit Partnern aus dem Stadtteil ein Betreuungsangebot gestartet. Wir hoffen, dass an der Stelle auch nicht-vereinsgebundene Sportangebote für Jugendliche – wie in der Pauliner Marsch – entstehen können.

Was wir ebenfalls wieder verstärkt angehen wollen, ist die internationale Jugendarbeit. Da sind wir auch sehr engagiert im Bereich der Städtepartnerschaften und pflegen den Austausch mit Durban, Haifa, Izmir, Riga, Danzig sowie anderen Städten. 2023 möchten wir in dem Zusammenhang das U15-Fußballfestival „One Nation Cup“, das wir 2006 mit Marco Bode erfunden haben, wieder in Bremen veranstalten. Last but not least wollen wir Auszubildenden in Kooperation mit den Betrieben und den Partnerstädten Praktikumsaufenthalte ermöglichen, um internationale Erfahrung zu sammeln.

Basketball in Bremen
Sparkasse Bremen fördert Sportgarten e.V.

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Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Vereine in Bremen“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Autorenbild Guido Finke

Von Guido Finke

Meine Heimat ist das idyllische Hude – „zum Malen schön“ lautet hier das Motto. Ansonsten dreht sich bei mir als Fan der EWE Baskets Oldenburg und des SV Werder vieles um den Sport.

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