
„Kunst zur Mittagspause“ in Findorff
„tanzbar_bremen“ bringt Kultur in die Plantage
Kultur muss nicht immer abends stattfinden und mit langer Planung, Ticketkauf und festlicher Garderobe verbunden sein. Manchmal reichen eine Mittagspause, ein mitgebrachtes Essen und die Lust auf eine halbe Stunde Kunst. Genau das bietet das Projekt „Kunst zur Mittagspause“ des Vereins „tanzbar_bremen“ in der Findorffer Plantage.
Im Rahmen dieses Formats werden kurze Bühnenstücke aus den Bereichen Tanz, Theater, Performance und Artistik aufgeführt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eigenverpflegung ist ausdrücklich erlaubt. Die nächste Ausgabe findet am Donnerstag, 13. August 2026, um 13.30 Uhr in der Plantage 13 statt. Zu sehen ist „Gina – Jetzt geht’s rund!” von und mit Tine Thevissen.
Im SPOT-Interview spricht Günther Grollitsch, Tänzer, Choreograf, Projektentwickler sowie einer der künstlerischen Leiter und Mitbegründer von „tanzbar_bremen“, über niedrigschwellige Kultur, die besondere Atmosphäre in der Plantage und die Zukunft der Veranstaltung.

Wie ist die Idee zu „Kunst zur Mittagspause“ entstanden?
Günther Grollitsch: Sie entstand aus dem Wunsch, Kultur niedrigschwellig und ohne großen Zeitaufwand erlebbar zu machen. Die Menschen sollen in ihrer Mittagspause dem Arbeitsalltag für kurze Zeit entfliehen und in etwa 30 Minuten Tanz, Theater oder Performance erleben können – ganz ohne lange Abendveranstaltung oder aufwendige Planung. Das Format versteht sich als „kreative Stärkung” für zwischendurch.
Was macht den Ort in der Findorffer Plantage dafür besonders?
Das Besondere ist die Atmosphäre des Ortes. Die Veranstaltungen finden in den Räumen von „tanzbar_bremen“ in der Plantage 13 statt – einem kreativen Zentrum, das für inklusive Kunst und Kultur steht. Gezeigt werden kurze Bühnenstücke, häufig von regionalen Künstlerinnen und Künstlern. Dazu kommt eine offene, ungezwungene Begegnung. Meist gibt es sogar eine kleine kulinarische Ergänzung, etwa Obstsalat gegen eine Spende. So wird die Mittagspause zu einem unkomplizierten Treffpunkt für Kunst, Austausch und Gemeinschaft.
„Die Mittagspause wird dadurch zu einem gemeinsamen Erlebnis.“
Kultur mitten am Tag, freier Eintritt – und mitgebrachte Lunchpakete sind ausdrücklich erlaubt: Welche Atmosphäre entsteht dadurch vor Ort?
Durch den freien Eintritt und die Möglichkeit, das eigene Mittagessen mitzubringen, entsteht eine lockere, offene und alltagsnahe Atmosphäre. Die Besucherinnen und Besucher kommen so, wie sie gerade aus dem Arbeitsalltag oder dem Studium kommen – ohne große Vorbereitung oder Hemmschwelle.

Verändert diese Alltagssituation auch die Perspektive auf Kunst?
Ja, denn die Mittagspause wird dadurch zu einem gemeinsamen Erlebnis. Während sie essen, erleben die Gäste Tanz, Theater oder Performance in einem persönlichen Rahmen. Anstelle der formellen Stimmung eines klassischen Theaterbesuchs entsteht eine entspannte Umgebung, in der Kunst ganz selbstverständlich Teil des Alltags wird. Gleichzeitig fördert das Format den Austausch zwischen Publikum sowie Künstlerinnen und Künstlern und lädt dazu ein, Kultur unkompliziert und gemeinschaftlich zu erleben.
Wer kommt zu „Kunst zur Mittagspause“ – eher Nachbarinnen und Nachbarn aus Findorff, Berufstätige aus der Umgebung oder Kulturinteressierte aus ganz Bremen?
Nach den bisherigen Erfahrungen ist das Publikum sehr gemischt. Das Format richtet sich bewusst an unterschiedliche Menschen – und genau das spiegelt sich auch in den Besucherinnen und Besuchern wider. Es kommen Berufstätige aus der Umgebung, Nachbarinnen und Nachbarn sowie kulturinteressierte Menschen. Diese Mischung macht den Reiz von „Kunst zur Mittagspause“ aus. In entspannter Atmosphäre treffen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, erleben gemeinsam Kunst und kommen oft auch miteinander ins Gespräch.
„Das Format hat sich bewährt und wird sehr gut angenommen.“

Was erwartet das Publikum im Rahmen der nächsten Ausgabe am Donnerstag, 13. August 2026?
Zu sehen ist „Gina – Jetzt geht’s rund!“. Nach unzähligen Praktika wagt Gina den Sprung in die Selbstständigkeit als professionelle Hula-Hoop-Artistin. Hoch motiviert, herrlich naiv und ziemlich aufgeregt präsentiert sie eine Mischung aus ambitionierter Artistik und Slapstick-Einlagen. Mal stolpert sie über Anekdoten aus ihrem früheren Leben, mal verzaubert sie das Publikum mit wirbelnder Energie. Am Ende steuert sie auf ein turbulentes Finale zu, in dem sie und ihre Reifen über sich hinauswachsen. Das Stück ist von und mit Tine Thevissen.
Gibt es Ideen für die Zukunft, oder soll das Format erst einmal so beibehalten werden?
Das Format hat sich bewährt und wird sehr gut angenommen. Deshalb möchten wir „Kunst zur Mittagspause” gerne als regelmäßiges Angebot etablieren. Die Zukunft des Projekts hängt jedoch von Förderzusagen ab. Wenn die finanzielle Unterstützung gesichert ist, soll das Format in seiner erfolgreichen Form weiterbestehen und Menschen auch künftig die Möglichkeit bieten, Kunst unkompliziert in ihre Mittagspause zu integrieren.
Die nächste Ausgabe von „Kunst zur Mittagspause“ findet am Donnerstag, 13. August 2026, um 13.30 Uhr in der Plantage 13 in Findorff statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eigenverpflegung darf mitgebracht werden.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Vereins „tanzbar_bremen“.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Kunst in Bremen“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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