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Blick auf Osterglocken, die direkt an der Weser im Blumenthaler Park Bahrsplate wachsen
Kristina Bumb

Außergewöhnliche Sehenswürdigkeit: Die Bahrsplate in Blumenthal

Maritimer Spaziergang, Treffpunkt für die ganze Familie und Ort der Erinnerung

Durch Sturmflut-Tore in einem kleinen Deich führt der Weg zur Bahrsplate. Wer den Blumenthaler Park betritt, der wird von Möwenrufen, der glitzernden Weser und dem leisen Rumoren der Werften am gegenüberliegenden Ufer begrüßt. Ein Spaziergang entlang der Weserpromenade und über die Wege des rund 100 Jahre alten Parks sorgt für Entschleunigung und eine maritime Brise. Nachdenklich stimmt unterdessen die Gedenkstätte, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

Die Bahrsplate: Ein Park direkt an der Weser

Die Bahrsplate ist die größte öffentliche Grünanlage in Blumenthal – und mit ihrer Lage direkt an der Weser sowie am Fähranleger etwas Besonderes. Hat man Lust auf eine kleine maritime Spazierrunde, ist man dort richtig. Ein Weg führt entlang des befestigten Weserufers, das stellenweise mit Schilf bewachsen ist. Möwen sitzen auf dem Geländer, und die Weserfähre kreuzt hinüber zum Ort Motzen. Für spannende Ausblicke und ein bisschen Träumerei sorgen die Bootsbaubetriebe am gegenüberliegenden Ufer, das bei Niedrigwasser zudem kleine Sandstrände aufblitzen lässt.

Wird die steife Brise von der Weser zu frisch, können die Besucherinnen und Besucher unter dem Wetterpavillon mit dem Namen „Stern“ Schutz suchen. Der Betonbau ist wegen seines skulptural wirkenden, gefalteten Daches, das auf den schlanken Betonstützen zu schweben scheint, denkmalgeschützt. Die Sparkasse Blumenthal hatte ihn 1966 anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens gestiftet.

Nicht verpassen sollte man auch eine Stippvisite auf der Rönnebecker Hafenspitze, die sich an die Bahrsplate anschließt. Der Aussichtspunkt bietet schöne Blicke auf die Weser und auf den kleinen Sportboothafen des Wassersportvereins Blumenthal. Das Bootshaus – zugleich Vereinssitz und öffentliches Restaurant – steht auf Stelzen, damit es bei Hochwasser geschützt ist. Der Balkon des Bootshauses lädt so zum Verweilen mit maritimem Flair ein.

Hohe Bäumen stehen in einer malerischen Rasenfläche der Bahrsplate an der Weser
Alte Bäume und schöne Sichtachsen bestimmen die Aussicht auf der Bahrsplate.
Ein Pavillon mit einem gefalteten Dach aus Beton steht in der Bahrsplate
Der Wetterpavillon ist wegen seiner außergewöhnlichen Form denkmalgeschützt.
Blick auf einen kleinen Schilfgürtel am Weserufer der Bahrsplate
Schilf und Möwenrufe machen die Weserpromenade der Bahrsplate aus.
Blick auf den Rönnebecker Hafen und das Bootshaus Blumenthal, die bei der Bahrsplate liegen
Das Restaurant Bootshaus Blumenthal liegt direkt am Rönnebecker Hafen und der Bahrsplate.
Aussichtspunkt am Rönnebecker Hafen mit Blick auf die Weser und einen Fahnenmast
Die Landspitze am Rönnebecker Hafen bietet einen schönen Aussichtspunkt an der Weser.

Viel Platz für Spiel und Sport

Skateanlage auf der Bahrsplate mit Halfpipes
Eine Skateanlage mit verschiedenen Bahnen ist Teil des Sportangebotes. Kristina Bumb

Rund sechs Hektar ist die Bahrsplate groß. Es gibt also genug Platz für Spiel- und Sportangebote, bei denen sich Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit treffen und austoben können. Ein Skateboardplatz mit Halfpipe und weiteren Bahnen ist vorhanden. Beliebt bei der jungen Bevölkerung Blumenthals ist ebenso der eingezäunte Bolzplatz, wo Fußball gespielt wird. Für kleinere Kinder gibt es einen Spielplatz mit mehreren Klettergeräten und einer Sandfläche.

Der Blumenthaler Park ist also ein attraktives Ziel für Erholungssuchende, doch er soll noch weiter verbessert werden. Das Integrierte Entwicklungskonzept Blumenthal soll in den kommenden Jahren das Blumenthaler Zentrum neu beleben. Der umfassend angelegte Sanierungsplan, der 44 Millionen Euro für Investitionen in den Ortsteil vorsieht, nennt die Auffrischung der Bahrsplate als eines von 20 Schlüsselprojekten.

Unter anderem möchte man eine durchgehende Weserpromenade von der Bahrsplate zum Kämmerei-Quartier bauen sowie die Infrastruktur, Beleuchtung und Anschluss an den Weserradweg verbessern. Uferbebauungen wie Weserbalkone und andere Verweilmöglichkeiten sollen das maritime Flair unterstreichen. Spielangebote für alle Altersgruppen stehen ebenfalls auf der langen Liste.

Die Bahrsplate ist ein Ort mit Geschichte

Ein Mahmal mit Steinquadern und einer Inschrift erinnert an die Zeit des Faschismus
Ein Mahnmal erinnert an die gequälten und ermordeten Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Kristina Bumb

Die Bahrsplate war früher eine Flussinsel in der Weser. Ab 1925 planierte man die Insel im Zuge einer Weserkorrektur und richtete einen öffentlichen Park ein.

1942 folgte dann ein dunkles Kapitel in der 100-jährigen Geschichte des Areals. Denn die Nationalsozialisten nutzte es als Lager für osteuropäische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Vor allem die Deutsche Schiffahrt- und Maschinenbau AG Deschimag setzte die Arbeiter, die in Baracken auf dem Gelände leben mussten, für ihre Zwecke ein. Von August 1944 bis April 1945 betrieben die Nationalsozialisten dort zudem eines der über 80 Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg. Zahlreiche Menschen starben aufgrund der Strapazen des Lagerlebens oder wurden ermordet.

Nach dem Niedergang des Nationalsozialismus riss man die Baracken ab und richtete später wieder einen Park ein. Als zentraler Punkt auf dem Areal erinnert die Gedenkstätte „Rosen für die Opfer“ an das schreckliche Leid der Inhaftierten. Das Projekt Internationale Friedensschule Bremen führt dort Gedenkveranstaltungen durch.

Anfahrt

Der Park Bahrsplate ist jederzeit offen zugänglich und liegt an der Weserstrandstraße, 28779 Bremen auf Höhe des Fähranlegers.

An der Weserstrandstraße/Ecke Rönnebecker Straße gibt es einen Pkw-Parkplatz. Auch mit der Bahn (Bahnhof Blumenthal) und dem Bus (Haltestelle Fähre Blumenthal) ist das Areal gut erreichbar.

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Autorenbild Kristina Bumb

Von Kristina Bumb

Für die Leserinnen und Leser außergewöhnliche Orte erkunden und interessante Menschen kennenlernen – das macht den Beruf der rasenden Reporterin so spannend.

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