Meine Favoriten

blumenthaler zentrum mit marktplatz
Kristina Bumb

Stadtteilentwicklung: Blumenthaler Zentrum hat große Hoffnungen

Artikel merken

Die Umgestaltungspläne reichen vom Marktplatz bis zum Berufsschulcampus

Viele Bremerinnen und Bremer erinnern sich noch mit Vergnügen an die Zeit, als das Blumenthaler Zentrum eine florierende Bummel- und Shoppingmeile war. Attraktiver Einzelhandel, Gastronomien und Gewerbe belebten den kleinen Marktplatz, die Mühlenstraße, die Kapitän-Dallmann-Straße und Co. Mittlerweile sind jedoch viele Leerstände zu verzeichnen und die Attraktivität des Einkaufsstandortes hat gelitten. Auch das Wohnquartier, das eigentlich mit seinen altehrwürdigen Stadthäusern, Baudenkmälern und der Nähe zur Weser begeistert, soll wieder zu seiner alten Beliebtheit zurückfinden. Um das einst so quirlige Zentrum des Stadtteils Blumenthal neu zu beleben, hat es in jüngerer Zeit vielversprechende Initiativen gegeben.

Sanierungspläne für das Blumenthaler Zentrum und umzu

Rathaus Zentrum Blumenthal
Das denkmalgeschützte Rathaus Blumenthal soll ein Anlaufpunkt für die Anwohnerinnen und Anwohner werden. Kristina Bumb

Ein wichtiges Signal, das für Aufbruchstimmung sorgt: Die Stadt Bremen hat die umfassende Sanierung des Stadtteilzentrums beschlossen. Dazu gehören zum Beispiel die Ansiedelung gewerblicher, sozialer, kultureller und gesundheitsbezogener Nutzungen, die Aufwertung des Marktplatzes und die öffentliche Nutzung des prächtigen, historischen Rathauses an der Landrat-Christians-Straße.

Auch die Bahrsplate an der Weserstrandstraße – ein malerischer, historisch bedeutsamer Park direkt an der Weser und nahe dem Blumenthaler Zentrum, wird neu gestaltet. Für das Sanierungskonzept, das innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden soll, sind 21 Millionen Euro eingeplant.

Bremer Woll-Kämmerei: Berufsschulcampus, Schwimmbad, Gewerbegebiet und mehr

Zum Blumenthaler Zentrum gehört auch das Gelände der ehemaligen Bremer Woll-Kämmerei (kurz BWK). Vom Marktplatz bis zum BWK-Gelände ist es nur ein kurzer Fußmarsch. Und diese Schritte lohnen sich, denn die Besucherinnen und Besucher können dort riesige, prachtvolle Backsteinbauten aus der Gründerzeit bestaunen und bis zur Spundwand an der Weser spazieren.

Bremer Wollkämmerei Blumenthal
Das BWK-Gelände ist bereits ein Gewerbegebiet mit Veranstaltungsorten und bald vielleicht auch einer Schwimmhalle. Kristina Bumb

Noch bis in die 1980er Jahre war dort der namengebende Industriebetrieb ansässig, der Rohstoffe wie Schafwolle und Chemiefasern für die Textilindustrie bearbeitete. Er galt lange Zeit als weltweit führend und der größte seiner Art in seiner Branche. Die Wolle von 20.000 Schafen konnte an einem einzigen Tag verarbeitet werden. Doch Handel ist Wandel – der Betrieb schrumpfte immer mehr und wurde 2009, nach 125 Jahren des Bestehens am Standort Blumenthal, eingestellt.

Doch das BWK-Gelände wurde mitnichten aufgegeben, sondern um seine Wiederbelebung gekämpft. Bis heute existieren und florieren zum Beispiel vor Ort das Bremer Wollhandelskontor und die BWK Chemiefaser, die ehemalige Unternehmensteile sind. Die Stadt Bremen hat das Areal mit seinen teils denkmalgeschützten Bauwerken außerdem zum Gewerbegebiet umgewidmet.

Künftiger Berufsschulcampus Bremen-Nord
In diesem riesigen Gebäude der ehemaligen Bremer Wollkämmerei soll ein Berufsschulcampus entstehen. Kristina Bumb

Mit Spannung verfolgen die Nordbremerinnen und -bremer zudem die Bemühungen, Teile der Wollkämmerei in einen hochmodernen Berufsschulcampus zu verwandeln. Verschiedene Nordbremer Berufsbildungseinrichtungen sollen künftig dorthin umziehen. Den Anfang macht das Schulzentrum Blumenthal, das nach Auskunft des Senats zum Ausbildungsjahr 2024/25 den Betrieb dort aufnehmen soll.

Spannend ist auch das Projekt des Vereins Trainings- und Lehrschwimmbad Blumenthal e. V., das die denkmalgeschützte Fliegerhalle auf dem Gelände in ein Schwimmbad mit Wettkampf-Befähigung für den Leistungssport umbauen will. Der Berufsschulstandort Campus Nord, das neue Schwimmbad und weitere Gewerbeansiedelungen werden sicher maßgeblich zu einer Neubelebung des Blumenthaler Zentrums beitragen.

Neues Leben rund um den alten Bahnhof im Blumenthaler Zentrum

Alter Bahnhof Blumenthal
Der alte Bahnhof Blumenthal hat sich bereits erfolgreich in einen neuen Gewerbestandort verwandelt. Kristina Bumb

Schon vor einigen Jahren wurde der neue Busbahnhof im Blumenthaler Zentrum eröffnet. Auf dem großzügig und offen gestalteten Jenny-Ries-Platz herrscht stets reges Kommen und Gehen, wenn die Blumenthalerinnen und Blumenthaler und ihre Besucherinnen und Besucher den Umsteigeplatz für den öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Auch in das schöne, historische Gebäude des ehemaligen Bahnhofs von Blumenthal ist jetzt neues Leben eingezogen. Der Nordbremer Bauunternehmer Jan-Gerd Kröger hat es nach jahrelangem Tauzerren um die Nutzung des Bauwerks geschafft, dort neuen Platz für Gewerbe zu schaffen. Unter anderem hat die Sparkasse Bremen im Neubau ihre hochmoderne Blumenthaler Filiale eröffnet und das Bäckereicafé Altes Stellwerk lädt zum Kaffeesieren ein.

Dillener Quartier sorgt für hochwertigen Wohnraum in Rönnebeck

Nicht nur rund um das Blumenthaler Zentrum tut sich eine Menge. Auch im Blumenthaler Ortsteil Rönnebeck ist ein Millionenvorhaben in Planung, das außerdem mit seiner enormen Größe Aufsehen erregt: das Dillener Quartier. Dabei geht es um eine Brachfläche von 79.000 Quadratmetern, das von den Wohnstraßen Turner-, Cranzer und Samlandstraße, Am Rottpohl, Striekenkamp und Neurönnebecker Straße umschlossen wird. Nach Aussagen des Bauträgers M-Projekt, der das Dillener Quartier ins Leben rufen will, wurde schon seit den 60er-Jahren versucht, das Gelände in eine Nutzung zu überführen. Wenn alles so läuft, wie erhofft, kann also nach jahrzehntelanger Diskussion 2023 mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden.

Dillener Quartier Bauprojekt in Blumenthal
Das Dillener Quartier mit Wohnhäusern, Schule und Kita entsteht in Rönnebeck. M-Projekt

M-Projekt sieht auf dem Gelände vor allem Einfamilienhäuser vor. Die 46 Einzel- und Doppelhäuser mit 550 bis 750 Quadratmeter großen Grundstücken passen zur umliegenden kleinteiligen Bebauung von Rönnebeck – einem besonders gediegenen und schönen Ortsteil von Blumenthal, der unter anderem mit Spazierwegen und kleinen Parkanlagen direkt an der Weser punktet.

Im Eingangsbereich des Dillener Quartiers sollen zudem eine neue Grundschule und eine Kita, an anderer Stelle eine Seniorenwohnanlage und eine öffentliche Grünanlage entstehen. An der Rominter Straße baut die Gewosie Wohnungsbaugenossenschaft zwei Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Autorenbild Kristina Bumb

Von Kristina Bumb

Mehr Artikel von Kristina

Nutz doch die SPOT App!