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Worauf muss ich achten? Tipps und Checkliste

Aus dem Elternhaus in die erste eigene Wohnung zu ziehen, ist ein wichtiger Schritt Richtung Unabhängigkeit. Endlich geht es los – die große Freiheit ruft! Allerdings ist vorher einiges zu bedenken. Damit nichts unter den Tisch fällt (ach ja: Küchentisch kaufen nicht vergessen), haben wir Tipps zusammengestellt. Eine Checkliste hilft dabei, alles im Blick zu behalten. Darunter geht es dann ins Detail.


Die Checkliste für meine erste eigene Wohnung

  • Meine Anforderungen für die Wohnung bedenken
  • Passende Wohnung suchen
  • Besichtigungstermin vereinbaren
  • Begleitung als Unterstützung organisieren (Eltern? Freundeskreis?)
  • Gegebenenfalls Bonitätsauskunft vorbereiten
  • Besichtigung: Wohnung genau ansehen und Fragen stellen
  • Bei Zusage: Mietvertrag prüfen (Kündigungsfrist, Höhe der Kaution, Nebenkosten, Renovierung) und unterschreiben
  • Schlüsselübergabe: etwaige Mängel und Zustand sowie Zählerstände im Übergabeprotokoll festhalten, Wohnungsgeberbestätigung geben lassen
  • Geld für die Kaution hinterlegen
  • Dauerauftrag für die Miete einrichten
  • Verträge in Sachen Strom, Gas, Wasser, Müllentsorgung, Telefon und Internet checken
  • Versicherungen checken
  • Einrichtung planen und Möbel kaufen oder upcyceln
  • Gegebenenfalls renovieren (streichen)
  • Erstausstattung kaufen
  • Umzug planen und durchführen
  • Ummelden beim BürgerServiceCenter
  • Türschilder anbringen
  • Sich in der Nachbarschaft vorstellen
  • Rundfunkbeitrag anmelden
  • Neue Adresse verbreiten (Bank, Krankenkasse, Versicherungen etc.)
  • Eventuell Nachsendeauftrag einrichten
  • Unabhängigkeit genießen!

Erste eigene Wohnung
Endlich angekommen im eigenen Reich. Lookstudio/Freepik.com

Wie finde ich die passende Wohnung?

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Wohin mit dem Kram? Die Suche nach der ersten eigenen Wohnung kann mühsamer sein als der Umzug. Freepik.com

Zunächst einmal sollte man sich grundsätzliche Gedanken machen, beispielsweise: Möchte ich ganz allein wohnen, als Paar oder in einer WG? Was sind meine persönlichen Anforderungen an meine erste eigene Wohnung? Wie viel Platz benötige ich? Brauche ich einen Parkplatz, eine Garage, Stellfläche im Keller oder auf dem Dachboden? Sind für mich Balkon, Terrasse oder vielleicht sogar ein Garten essenziell? Möchte ich womöglich mein Haustier mitnehmen?

Natürlich sollten auch die Finanzen ein Thema sein. Wie hoch darf die Miete sein, was kann ich mir leisten? Als grobe Faustregel gilt: Die Miete sollte nicht höher als 30 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens sein. Nicht vergessen: Zur Kaltmiete kommen natürlich noch die Nebenkosten sowie einmalig meist eine Mietkaution dazu.

Das beste Alter für die Baufinanzierung
Wann sollte ich mir eine Immobilie kaufen? Was ist das beste Alter?

Übrigens: Wer bereits langfristig planen möchte, könnte sich auch statt einer Mietwohnung für den Kauf einer Immobilie entscheiden. Die Sparkassenexpertin Claudia Mader weiß, worauf es bei Wohneigentum in jungem Alter ankommt.

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Besonders wichtig ist zudem die Lage – etwa wegen der Nähe zur Familie sowie zu Schule, Uni oder Ausbildungsplatz. Welcher Stadtteil soll es idealerweise sein? Und sind vielleicht auch die Nachbarquartiere eine Alternative? Wo findet sich eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken und Co? Welcher Wohnort ist – je nach Bedarf – gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden oder liegt in etwa in der Nähe zur Autobahn?

Gute Immobilien sind besonders in der Stadt oft Mangelware. Je spezieller die eigenen Anforderungen an die Wohnung (Lage, Größe, Miete und so weiter) sind, desto länger kann es dauern, bis die Traumwohnung gefunden ist. Oft ist also Geduld gefragt – oder man geht Kompromisse ein und schraubt seine Erwartungen herunter. Aber Vorsicht: nicht bei den monatlichen Kosten zu sehr verschätzen oder jede Rumpelbude nehmen. Schließlich soll die Wohnung idealerweise für mindestens ein paar Jahre ein schönes Zuhause werden.

Also heißt es: suchen, suchen, suchen. Das geht beispielsweise direkt hier auf SPOT, wo automatisch viele große Immobiliendatenbanken gleichzeitig durchforstet werden, aber etwa auch in den Immobilienanzeigen der Zeitung, am Schwarzen Brett an der Uni, der Berufs- oder Hochschule. Oftmals hilft es auch, sein Gesuch in den sozialen Medien wie Facebook zu posten, wo es von Bekannten weitergegeben wird.

Jetzt ein passendes Zuhause finden
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Das SPOT Immobilienportal durchsucht viele große Immobiliendatenbanken und stellt die Ergebnisse übersichtlich zusammen – sowohl Angebote zur Miete als auch zum Kauf.

Wohnung suchen

Wer ein interessantes Angebot gefunden hat, kann am Telefon oder per E-Mail schon einmal einige grundsätzliche Fragen stellen. Wichtig ist aber in jedem Fall eine Besichtigung der ersten eigenen Wohnung in spe.

Wie läuft eine Besichtigung ab?

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Bei der Besichtigung sollte man alles genau in Augenschein nehmen. Freepik.com

Eine Wohnungsbesichtigung ist der nächste Schritt. Hierfür geht es mit dem Eigentümer oder der Eigentümerin beziehungsweise einer Maklerin oder einem Makler in die Wunschwohnung.

Dabei sollte man sich ganz genau umsehen. Ist alles gut in Schuss? Klemmt eine Tür oder zieht es durchs Fenster? Mängel am besten gleich merken, um sie später im Wohnungsübergabeprotokoll zu notieren. Interessant ist auch, wie etwa das Tageslicht in die Räume scheint und ob Verkehrslärm das Wohnvergnügen stören könnte. Meist hilft es, wenn eine ältere Begleitperson mitkommt, beispielweise ein Elternteil. Diese haben oft mehr Erfahrung und einen neutraleren Blick auf die Dinge.

Außerdem geht es um alle noch offenen Fragen, die man an die Vermietenden hat. Meist wollen die allerdings auch noch etwas über die Person wissen, die in ihr Eigentum einzieht. Wie sehr es ins Detail geht, hängt unter anderem von Neugier ab. Ob man raucht oder ein lautes Instrument spielt, muss man allerdings genau so wenig beantworten wie Fragen nach Religion, Staatsangehörigkeit oder Kinderwunsch. Oft steht auch ein verständliches finanzielles Interesse dahinter. Hier können Interessenten meist mit einer Bonitätsauskunft punkten. Hilfreich ist es bei jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern auch, wenn ihre Eltern für sie bürgen.

Läuft alles rund, gibt es eine Zusage vom Vermieter beziehungsweise der Vermieterin. Und dann?

Was muss ich beim Mietvertrag beachten?

Ein wichtiger Bestandteil beim Mietvertrag sind etwa die Höhe der Kaution (maximal drei Monatskaltmieten) und die Kündigungsfrist (üblicherweise drei Monate). Außerdem sollte festgelegt sein, welche Nebenkosten der Mieter beziehungsweise die Mieterin trägt. Dazu kommt dann noch eine Regelung, ob bei Einzug oder Auszug eine Renovierung ansteht und was sie umfasst (etwa Streichen der Wände).

Achtung: Minderjährige dürfen einen Mietvertrag nicht selbst unterzeichnen, sondern benötigen die Unterschrift der Eltern!

Was passiert bei der Wohnungsübergabe?

Erste eigene Wohnung – Schlüsselübergabe
Bei der Schlüsselübergabe gibt es einiges zu beachten. Pch.vector/Freepik.com

Ist alles Vertragliche geklärt, wird es endlich konkret: bei der Schlüsselübergabe. Dazu trifft man sich und geht gemeinsam durch die gesamte Wohnung. Etwaige Mängel wie Kratzer im Parkett oder abgesplitterte Fliesen werden dabei im Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten. Darin werden außerdem die Zählerstände von Gas, Wasser und Strom sowie die Anzahl der Schlüssel vermerkt.

Üblicherweise übergibt der Vermietende zu diesem Zeitpunkt eine Wohnungsgeberbestätigung. Die ist wichtig, um beim Einwohnermeldeamt den neuen Wohnsitz anzumelden.

Wie komme ich günstig an Möbel?

Hurra – endlich geht es an die Einrichtung der ersten eigenen Wohnung! Dafür ist das Budget meist nicht so üppig. Wer sparen will, kann vielleicht erst einmal auf Bett, Schrank und Schreibtisch aus seinem Kinderzimmer zurückgreifen. Oftmals wirken neue Griffe und Knäufe, ein frischer Anstrich oder das Bekleben mit Folie Wunder – Stichwort Upcycling. Günstige Möbel gibt es ebenfalls auf dem Trödelmarkt oder im Secondhandkaufhaus. Und natürlich lässt sich mit etwas Geduld auch das eine oder andere Schnäppchen über Kleinanzeigen und Versteigerungsportale schlagen.

Mit der Deko wartet man am besten, bis alles eingerichtet ist. Denn zum einen ergibt sich erst mit Möbeln und Einrichtung der richtige Blick, wo noch was fehlt. Und zum anderen füllt sich manchmal nach dem Einzug alles wie von selbst – durch Geschenke, Kellerfunde und Ähnliches.

Welche Ausstattung braucht die erste eigene Wohnung?

Zuerst einmal: Die Erstausstattung ist natürlich sehr individuell. Allerdings gibt es gewisse Dinge, die (fast) jeder Haushalt braucht. Hier eine Liste mit der Grundausstattung, die sich nach den eigenen Bedürfnissen ergänzen lässt.

Küche

  • Herd, Backofen
  • Kühlschrank
  • Spülmaschine
  • Mikrowelle
  • Wasserkocher
  • Toaster
  • Kaffeemaschine
  • Radio
  • Mixer
  • Geschirr: Teller, Becher, Gläser in ausreichender Zahl (Gäste!)
  • Besteckset und Schneidemesser
  • Töpfe und Pfannen
  • Auflaufformen
  • Schüsseln, verschließbare Boxen
  • Kochlöffel, Schöpfkelle, Pfannenwender
  • Schneidebrett
  • Sieb
  • Reibe
  • Dosenöffner
  • Waage
  • Geschirrtücher
  • Ofenhandschuhe
  • Mülleimer
  • Tisch
  • Stühle

Badezimmer

  • Handtücher
  • Waschmaschine und Trockner
  • Duschvorhang
  • Badteppich
  • Toilettenbürste
  • Haartrockner
  • Treteimer
  • Wäschekorb

Schlafzimmer

  • Bett
  • Kleiderschrank und Bügel
  • Nachttisch mit Lampe
  • Bettwäsche
  • gegebenenfalls Arbeitsplatz mit Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Lampe und Büromaterialien

Wohnzimmer

  • Sofa
  • Tisch
  • Stühle
  • Schrank, Regal, Sideboard
  • Fernseher, Konsole
  • Musikanlage
  • Lampen

Haushalt allgemein

  • Staubsauger
  • Besen
  • Handfeger, Kehrblech
  • Wischmopp
  • Eimer
  • Putztücher
  • Wäschekorb
  • Wäscheständer
  • Bügeleisen und Bügelbrett
  • Werkzeug wie Schraubenzieher und Hammer
  • Steckdosenleisten und Verlängerungskabel
  • Gardinen, Vorhänge
  • Nähzeug
  • Erste-Hilfe-Kasten, Notfallapotheke

Wie gehe ich den Umzug an?

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Der Umzug will sorgfältig geplant sein. Freepik.com

Viel Geld spart, wer den Umzug ohne professionelle Möbelpacker stemmt. Wenn der Freundeskreis anpackt, ist das Schleppen meist kein Problem. Allerdings muss dann auch ausreichend Werkzeug vorhanden sein – und idealerweise natürlich jemand, der sich damit auskennt.

Einen detaillierten Zeitplan rund um den Umzug in die erste eigene Wohnung gibt es in unserem SPOT-Beitrag  – inklusive Umzugs-Countdown.

Wie melde ich mich um?

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Nach dem Umzug das Ummelden nicht vergessen! Racool_Studio/Freepik.com

Auch wenn er weniger Spaß als der Umzug in die erste eigene Wohnung macht – Papierkram muss auch sein. Dazu gehört vor allem das Ummelden bei den BürgerService-Einrichtungen. Dazu braucht es den Personalausweis sowie die Wohnungsgeberbestätigung vom Vermietenden. Innerhalb Bremens muss das spätestens zwei Wochen nach Einzug passieren – persönlich oder schriftlich.

Auch an anderer Stelle sollte man seine neue Adresse schnellstmöglich anmelden – zum Beispiel bei der Krankenkasse, Bank, bei den Versicherungen und für Verträge (etwa Mobilfunk). Wenn die Eltern die Post nicht dauerhaft hinterhertragen sollen, ist vielleicht auch ein Nachsendeantrag sinnvoll.

Welche Verträge brauche ich für die Wohnung?

Wer neu einzieht, sollte die bestehenden Verträge in Sachen Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet checken und gegebenenfalls anpassen. Vielfach lohnt sich ein Wechsel – wegen eines günstigeren Preises, besserer Leistungen oder höherer Nachhaltigkeit. Oft muss auch der Rundfunkbeitrag angemeldet werden – das geht online.

Neben der obligatorischen Krankenversicherung ist die private Haftpflichtversicherung sehr wichtig, wenn man in die erste eigene Wohnung zieht. Die Versicherung über die Eltern (meist bis 25 Jahre) gilt nämlich nur, solange man im gleichen Haushalt lebt. Sie deckt alle Schäden ab, die man Dritten verursacht.

Dagegen ist eine Hausratversicherung kein Muss. Allerdings ist sie sinnvoll, sobald der Hausrat (zu dem etwa auch Technik gehört) einen gewissen Wert hat. Außerdem ist sie günstig, da sich der Tarif meist an der oft niedrigen Größe der Wohnung orientiert. Ebenfalls möglich ist eine Rechtsschutzversicherung, die etwa bei Rechtsstreitigkeiten greift. Eine Alternative dazu ist, einem Mieterverein beizutreten.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Autorenbild Alena Mumme

Von Alena Mumme

Ich bin Tagenbaren – meine Eltern und Großeltern sind also wie ich in Bremen geboren und aufgewachsen. Nur spannende Reisen locken mich aus meiner gemütlichen Heimatstadt.

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