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Audiowalk „Ein KZ für die Werft“ – Rüstungsproduktion
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Audiowalk „Ein KZ für die Werft“ von Studierenden der Uni Bremen

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Häftlinge im KZ-Außenlager „Schützenhof“ wurden zur Arbeit in der Rüstungsproduktion gezwungen

5,5 Kilometer auf den Spuren der Geschichte wandeln: Das ist möglich mit dem Audiowalk „Ein KZ für die Werft – Die Geschichte des KZ-Außenlagers ‚Schützenhof‘“. Dabei verfolgt man die Route durch Gröpelingen, die die Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs zum Werksgelände der A.G. Weser genommen haben, wo heute unter anderem die Waterfront steht. Sechs Studierende der Geschichte und der Integrierten Europastudien an der Uni Bremen haben das Projekt entwickelt.

Der Schützenhof war ein Außenlager des KZ Neuengamme. Dort waren Zwangsarbeiter eingepfercht, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs für die Rüstungsproduktion schuften mussten. Die 500 Häftlinge starteten dabei morgens um 5.30 Uhr – ohne Frühstück – und mussten im Hafen schwere Arbeiten verrichten. Unmenschliche Anstrengungen, miserable Verpflegung, schlechte hygienische Umstände sowie die ständig drohende Gewalt durch SS und Soldaten – Hunderte Männer starben zwischen Dezember 1944 und Ende März 1945 im Schützenhof.

Der Audiowalk wirft ein Licht auf die Situation der Menschen, präsentiert zum Beispiel aufbereitete Zeitzeugenberichte und gibt Hintergrundwissen. Interessierte sollten für den digitalen Spaziergang mindestens zwei Stunden einplanen, damit sie alle Informationen in Ruhe aufnehmen können.

Audiowalk Gröpelingen: Getreideverkehrsanlage – Koloss von Gröpelingen
Ausblick auf Gröpelingen vom früheren Werksgelände der A.G. Weser. Alena Mumme

So funktioniert der digitale Spaziergang

Voraussetzung für den Audiowalk „Ein KZ für die Werft“ ist die App „radio aporee“ (über Google Playstore beziehungsweise App Store). Die Audiodateien lassen sich entweder im Voraus herunterladen oder über die mobile Internetverbindung abspielen.

Startpunkt ist die Bromberger Straße 117, erreichbar beispielsweise nach einem etwa 12-minütigen Fußweg von der Haltestelle „Moorstraße“ der Straßenbahnlinien 2 und 10 aus. Anschließend geht es mit Smartphone und Kopfhörer durch den Stadtteil – immer der Route des Spaziergangs nach. An jedem einzelnen Zwischenstop gibt es Informationen – die Dateien starten dabei automatisch, sobald man in die Nähe einer Station kommt.

Wer keine Möglichkeit hat, die Strecke tatsächlich abzugehen, kann stattdessen von zu Hause aus die Audiodateien abhören und so einiges über dieses Kapitel von Gröpelingen erfahren. Das funktioniert über diesen Link und die Suche auf der Seite nach „Ein KZ für die Werft“.

Die einzelnen Stationen vom Audiowalk

  1. Aufgebaut und ausgegraben (8:30 Min.)
  2. „Frühstück gibt es nicht.“ Erinnerungen von František Lašek (2:30 Min.)
  3. Anwohner Heinz Rolappe erzählt (4:30 Min.)
  4. Exkurs: Jüdisches Altersheim (1:20 Min.)
  5. Als Staatsfeind in die Werft (1:40 Min.)
  6. Gröpelingen war rot (1:30 Min.)
  7. Ein Akt der Menschlichkeit (1:30 Min.)
  8. Die Geschichtswerkstatt Gröpelingen (6:40 Min.)
  9. Die AG Weser (1:40 Min.)
  10. Neue Kollegen (3:30 Min.)
  11. Zwang und Arbeit (1:20 Min.)
  12. Gespensterbunker. Gedicht von André Migdal (3:30 Min.)
  13. Netzwerke (2:50 Min.)
  14. „Die waren so schlapp …“ (1:00 Min.)
  15. Im Arrestblock (2:40 Min.)
  16. Nach dem Krieg (3:00 Min.)
  17. Todesmärsche (4:30 Min.)
  18. Wo liegen die Toten? (3:40 Min.)
  19. Bewegte Jahre (3:40 Min.)
  20. Reden und Schweigen in Gröpelinger Familien (3:00 Min.)
  21. Das Projekt „Audiowalk“ (2:30 Min.)
  22. Der Bunker am Pastorenweg (7:50 Min.)

 Alle Informationen zum Projekt gibt es auf der Website. Dort können Interessierte auch eine Anleitung für den Audiowalk ansehen oder in die Beiträge von zu Hause aus reinhören.

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Autorenbild Alena Mumme

Von Alena Mumme

Ich bin Tagenbaren – meine Eltern und Großeltern sind also wie ich in Bremen geboren und aufgewachsen. Nur spannende Reisen locken mich aus meiner gemütlichen Heimatstadt.

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