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Drei kleiner werdende Stapel Münzen liegen vor einem Modellhaus - Symbolbild für Eigenkapitel für Immobilien Bremen
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Eigenkapital für Immobilien Bremen: Wie sich ein Finanzpolster auswirkt

Zwischen Chancen und steigenden Zinsen: Immobilienkauf in der Hansestadt

Bremen wächst – und mit der Stadt verändern sich auch die Anforderungen an den Immobilienmarkt. Während in manchen Stadtteilen vergleichsweise günstige Einstiegspreise locken, gehören Schwachhausen, Borgfeld und Oberneuland bekanntermaßen zu den gefragteren und damit teureren Wohnlagen. Wer hier eine Immobilie erwerben möchte, stößt schnell auf eine zentrale Frage: Wie viel Eigenkapital ist sinnvoll – und wie stark beeinflusst es die Finanzierung?

Wie wichtig ist Eigenkapital beim Immobilienkauf?

Nadine Hilse Sparkasse Bremen
Die Baufinanzierungsberaterin Nadine Hilse gibt Tipps zur Höhe des Eigenkapitals. Sparkasse Bremen

Eigenkapital gilt als entscheidender Faktor beim Immobilienkauf – in Bremen ebenso wie anderswo. Banken bewerten Käuferinnen und Käufer mit einem soliden Eigenkapitalanteil als weniger risikobehaftet. Das wirkt sich unmittelbar auf die Konditionen aus. „Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto besser sind in der Regel die Kreditkonditionen – das spüren Kundinnen und Kunden direkt bei der monatlichen Rate“, erklärt Nadine Hilse, Baufinanzierungsberaterin der Sparkasse Bremen.

In der Praxis bedeutet das: Wer etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln finanzieren kann, erhält oft deutlich bessere Angebote. Gerade in einer Stadt wie Bremen, in der die Preisspanne zwischen den Stadtteilen groß ist, kann dies einen Unterschied machen – etwa zwischen einer realistischen Finanzierung in Findorff und einem ambitionierten Vorhaben in Schwachhausen.

Wenig Eigenkapital, höhere Belastung – aber nicht das Aus

Auch ohne großes Eigenkapital ist ein Immobilienkauf grundsätzlich möglich. Einige Banken bieten Immobilienkredite mit Vollfinanzierungen an, bei denen sogar die Kaufnebenkosten mitfinanziert werden. Doch diese Modelle haben ihren Preis. „Ein geringer Eigenkapitalanteil bedeutet zunächst höhere monatliche Belastungen. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen – entscheidend ist, dass die Finanzierung langfristig tragfähig ist“, so Nadine Hilse.

Ein rotes aus Papier ausgeschnittenes Haus steht auf einem Schreibtisch mit Laptop, Brille, Geldmünzen und Bauplänen. Symbolfoto für die Bedeutung von Eigenkapital beim Hauskauf
Die Höhe des Eigenkapitals beeinflusst ebenso wie die Kreditlaufzeit den monatlichen Abtrag. Freepik / AdNord

Ein Blick auf die Zinsentwicklung hilft bei der Einordnung: Auch wenn die Phase von Bauzinsen unter einem Prozent vorbei ist, liegen die aktuellen Zinssätze historisch betrachtet weiterhin auf einem moderaten Niveau. „In den 1970er-Jahren waren zweistellige Bauzinsen keine Seltenheit. Dagegen bewegen wir uns heute trotz Anstiegs noch in einem vergleichsweise günstigen Umfeld“, ordnet die Baufinanzierungsberaterin ein.

Gerade für junge Familien oder Erstkäuferinnen und -käufer in Bremen ergibt sich daraus eine Chance: Wer früh im Leben kauft und eine längere Kreditlaufzeit wählt, kann fehlendes Eigenkapital teilweise ausgleichen. „Zeit ist ein wichtiger Faktor. Eine längere Laufzeit kann helfen, geringeres Eigenkapital auszugleichen und dennoch den Schritt ins Eigentum zu ermöglichen“, sagt Nadine Hilse.

Hoher Eigenkapitalanteil für Immobilien in Bremen: Mehr Sicherheit und bessere Konditionen

Ein hoher Eigenkapitalanteil schafft Stabilität. Die monatlichen Raten fallen niedriger aus, die Gesamtkosten über die Laufzeit sinken. Gleichzeitig steigt die finanzielle Flexibilität – ein wichtiger Faktor in wirtschaftlich wechselhaften Phasen. „Eigenkapital ist nicht nur ein finanzieller Vorteil, sondern auch ein Sicherheitsnetz – gerade in unsicheren Zeiten“, betont Carsten Haupt, Baufinanzierungsberater der Sparkasse Bremen.

Das Portraitbild zeigt Carsten Haupt, Baufinanzierungsberater der Sparkasse Bremen
Baufinanzierungsberater Carsten Haupt sagt, dass die Baufinanzierung zur eigenen Lebensplanung passen muss. Sparkasse Bremen

Gerade in Bremen, wo sich einige Quartiere dynamisch entwickeln, kann dies strategische Vorteile bringen. Wer etwa in einem sich wandelnden Viertel investiert, profitiert nicht nur von möglichen Wertsteigerungen, sondern bleibt auch finanziell handlungsfähig.

Nicht vergessen werden darf beim Investieren der eigenen finanziellen Reserven, dass auch Modernisierungen und laufende Instandhaltungen des Hauses oder der Wohnung bezahlt werden müssen. Man muss also weiterhin genug Geld auf der hohen Kante behalten, um auch für – manchmal unvorhersehbare – Handwerksrechnungen, sprunghaft steigende Energiekosten und Co aufkommen zu können.

Gute Beratung als Schlüssel zur passenden Finanzierung

Ob viel oder wenig Eigenkapital vorhanden ist – eine fundierte Beratung kann entscheidend sein. Die Finanzierung einer Immobilie ist immer eine individuelle Entscheidung, die zur Lebenssituation passen muss.

„Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Entscheidend ist, dass Finanzierung, Lebensplanung und Immobilie zusammenpassen“, erklärt Carsten Haupt. Die Expertinnen und Experten der Sparkasse Bremen kennen den regionalen Markt genau und unterstützen dabei, realistische Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Gerade bei wenig Eigenkapital lassen sich durch durchdachte Konzepte und langfristige Planung tragfähige Wege finden.

Eine Beraterin im roten Sakko lächelt und klickt mit der Maus etwas auf dem PC an. Vor ihr sitzt ein junges Paar und hört ihr zu. Symbolfoto für eine Beratung zum Immobilienkauf bei der Sparkasse Bremen
Eine ausführliche Beratung durch Fachleute kann helfen, mit niedrigem Eigenkapital dennoch den Immobilienkauf zu schaffen. Freepik

Eigenkapital für Immobilien Bremen: Ist Betongold ein sicherer Hafen in unsicheren Zeiten?

Angesichts politischer und wirtschaftlicher Krisen wird die Immobilie häufig als „Betongold“ betrachtet. Tatsächlich bieten Immobilien in stabilen Städten wie Bremen langfristig eine gute Wertbeständigkeit. „Eine Immobilie kann ein stabiler Baustein für den Vermögensaufbau sein – vorausgesetzt, die Finanzierung ist solide aufgestellt“, so Carsten Haupt.

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch, insbesondere durch Zuzug und städtische Entwicklung. Dennoch hängt die Sicherheit maßgeblich von der individuellen Finanzierung ab.

Bremen im Wandel: Strategisch investieren

Der Bremer Immobilienmarkt bleibt in Bewegung. Neue Bauprojekte, Quartiersentwicklungen und infrastrukturelle Veränderungen sorgen für Chancen – aber auch für unterschiedliche Preisniveaus. „Bremen bietet viele Möglichkeiten – vom günstigen Einstieg bis zur Premiumlage. Mit der richtigen Strategie lässt sich in fast jeder Situation ein sinnvoller Weg finden, der auch zum eigenen Vermögensaufbau beiträgt“, sagt Carsten Haupt.

Ein durchdachter Umgang mit Eigenkapital – oder eine klug geplante Finanzierung auch bei geringem Eigenanteil – kann dabei helfen, diese Unterschiede gezielt zu nutzen.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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