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Tjark Worthmann

Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten: Riensberger Friedhof

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Architektonisch und landschaftlich durchdachte Parkanlage

Stadtmusikanten, Roland, Weltkulturerbe Rathaus – kennt man doch. Wir stellen in unserer neuen Serie dagegen die unbekannteren Wahrzeichen der Stadt vor. Im neuen Teil der Reihe „Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten in Bremen“ geht es um einen Friedhof mit architektonischen und gärtnerischen Highlights mitten in der Hansestadt: den Friedhof Riensberg in Schwachhausen.


Kann ein Friedhof ein Naherholungsgebiet sein? Beim Riensberger Friedhof fragen sich das Besucherinnen und Besucher angesichts der prächtigen Gartenanlagen zu Recht. Diese parkähnlich gestaltete Ruhestätte entwickelte sich im Laufe seines über 145-jährigen Bestehens immer mehr zu einem ganz besonderen Ort der Hansestadt Bremen. Ein Besuch ist daher dringend angeraten.

Ein Parkfriedhof der besonderen Art

Friedhof Riensberg
Die Besucherinnen und Besucher können auf dem Friedhof viele Blicke auf denkmalgeschützte Grabanlagen werfen. Tjark Worthmann

Erdacht vom Landschaftsgärtner Carl Jancke, wurde der über 28 Hektar große Friedhof am 1. Mai 1875 eröffnet und steht seit 2011 sogar unter Denkmalschutz. Als eine der ersten Anlagen in Deutschland wurde der Friedhof in Schwachhausen als architektonisch und landschaftlich durchdachter Park erbaut. Auf dem gesamten Gelände finden sich viele Beete, Rasenflächen, Eichenhaine und Lindenalleen. Herzstück ist der große See mit tollen Blickachsen für die Besucherinnen und Besucher. Inzwischen steht der Friedhof Riensberg unter der Verwaltung und Pflege des Umweltbetriebs Bremen. Zudem befindet sich auf der Anlage die zentrale Verwaltung aller Friedhöfe der Hansestadt.

Architektonische Highlights auf dem Riensberger Friedhof in Schwachhausen

Der Riensberger Friedhof ist als parkähnliche Anlage vor über 145 Jahren konzipiert worden. Tjark Worthmann

Die Friedhofskapelle ist eines der markantesten Bauwerke auf dem Gelände und entstand 1875 nach einem Entwurf des Bauinspektors Johannes Rippe. Seit 1984 steht die Kapelle auf dem Friedhof unter Denkmalschutz. Eine weitere besondere Sehenswürdigkeit ist das erste Krematorium Norddeutschlands. Der Architekt Heinrich Wilhelm Behrens entwarf das heute Kolumbarium genannte Gebäude im neoklassizistischen Stil im Jahre 1907. Seit 1988 ist es aufgrund fehlender technischer Anforderungen jedoch außer Betrieb und steht seit 2000 unter Denkmalschutz.

Die Gäste des Friedhofes treffen bei ihrem Spaziergang zudem auf viele künstlerische Grabmale, Mausoleen und Grüfte aus Alabaster, Marmor oder anderen historisch verbreiteten Materialien. Über 70 dieser Gedenkstätten sind laut dem Amt für Denkmalpflege als schützenswürdig eingestuft.

Führungen ermöglichen spannenden Informationsaustausch

Riensberger Frieshof
Das Kolumbarium auf dem Riensberger Friedhof ist ein ehemaliges Krematorium und dient heute der Beisetzung von Urnen. Tjark Worthmann

Wer sich für die spannende Geschichte des Riensberger Friedhofs interessiert, kann übrigens auch an Führungen von Arttours und dem Focke Museum (derzeit leider keine Termine) wahrnehmen. Doch auch bei einem freien Spaziergang über die weitläufige Anlage vermittelt die Ruhestätte in Schwachhausen ein Stück Kulturgeschichte der Hansestadt. Aufmerksame Besucherinnen und Besuchern werden bei ihrem Gang viele Grabstätten bekannter und berühmter Söhne und Töchter der Stadt finden. Beispielsweise sind auf dem Riensberger Friedhof der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Kaisen, der Kaffee-Mogul Johann Jacobs sowie der Schokoladenfabrikant Josef J. A. Hachez beigesetzt.

Wir machen mit unserer Kamera in der folgenden Bildergalerie einen kleinen Spaziergang über den Friedhof Riensberg und besuchen einige der bekanntesten Stellen dieser außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit in Bremen.

Fotos: Tjark Worthmann


Der Riensberger Friedhof liegt zentral in Schwachhausen in der Nähe der Schwachhauser Heerstraße. Er ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (BSAG-Straßenbahnlinie 4, 5 und 6, Busverbindungen) leicht zu erreichen.

Der Riensberger Friedhof ist als parkähnliche Anlage vor über 145 Jahren konzipiert worden.
Riensberger Frieshof
Das Kolumbarium auf dem Riensberger Friedhof ist ein ehemaliges Krematorium und dient heute der Beisetzung von Urnen.
Friedhof Riensberg
Die Besucherinnen und Besucher können auf dem Friedhof viele Blicke auf denkmalgeschützte Grabanlagen werfen.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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