Meine Favoriten

Bremer Viertel
Ingrid Krause / BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Interview mit Ortsamtsleiterin Hellena Harttung

Artikel merken

„Die beiden Stadtteile müssen enger zusammenwachsen“

Die Stadtteile Mitte und Östliche Vorstadt könnten unterschiedlicher nicht sein. Ist die Innenstadt mit Einkaufspassage, Rathaus, Roland und Co. eher tagsüber belebt, herrscht in der Östlichen Vorstadt und vor allen Dingen im „Viertel“ zu jeder Tageszeit ein buntes Treiben. Doch alle Ortsteile – Altstadt, Bahnhofsvorstadt, Ostertor, Steintor, Fesenfeld, Hulsberg und Peterswerder – bieten vielfältige Möglichkeiten für Jung und Alt. Wir trafen uns mit Ortsamtleiterin Hellena Harttung und sprachen mit ihr über ihre spannende tägliche Arbeit in den Stadtteilen.

Wie viel Viertel steckt in Ihnen?

Hellena Harttung, Ortsamtsleiterin Mitte/Östliche Vorstadt
Hellena Harttung ist die Ortsamtsleiterin aus Mitte/Östliche Vorstadt. Kay Michalak

Hellena Harttung: Mit dem Stadtteil fühle ich mich eng verbunden – hier habe ich mein Zuhause gefunden. Nur meinem friesischen Einschlag bleibe ich auch als Stadtbremerin treu – ein leckerer Tee mit Kluntje und Wulkje schlägt für mich jeden Latte Macchiato.

Was zeichnet für Sie persönlich die beiden Stadteile Mitte und Östliche Vorstadt aus?

Hellena Harttung: Die Grenze zwischen den Stadtteilen – der Sielwall und der Dobben – sind ja sehr willkürlich. Aber die Stadtteile für sich selbst sind schon sehr heterogen: Peterswerder und Steintor, Breitenweg und die Weserpromenade, Falkenstraße und Ostertor. Und mittendrin die Innenstadt. Was alles verbindet – und auch irgendwie zusammenzuhalten scheint – ist die wunderbare Weser!

Welche wichtigen Dinge müssen Ihrer Meinung nach in der Innenstadt angegangen werden?

Hellena Harttung: Die Innenstadt ist ja eine langjährige Baustelle, und ich bin guter Hoffnung, dass sie mit dem neuen Intendanten einen Schub bekommt. Diese Intendanz hat der Beirat Mitte schon vor einigen Jahren gefordert und jetzt ist es so weit – für uns spannend und eine gute Bestätigung für unsere Arbeit. Es wäre toll, wenn die Uni Bremen tatsächlich in die Innenstadt käme, und dort künftig mehr gewohnt wird. Das würde sehr viel beleben.


„Ich wünsche mir mehr Respekt gegenüber den Menschen, die hier wohnen.“


Und im Viertel?

Hellena Harttung: Auf dem neuen Hulsberg-Viertel in der Östlichen Vorstadt hat gerade die erste Baugruppe den Grundstein für ihr Haus gelegt. Die Preise in dem Gebiet steigen leider – in Anlehnung an die Grundstückspreise im Umfeld – immens. Um weitere Baugruppen mit einem konzeptionellen Anspruch zu ermöglichen, ist es wichtig, dieser Preissteigerung Einhalt zu gebieten – und die Grundlagen der Berechnung zu verändern.

Welchen Wunsch hätten Sie für beide Stadtteile?

Rathaus Roland Bremen
Der Bremer Marktplatz im Stadtteil Mitte. Meike Gerster / BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Hellena Harttung: Die beiden Stadtteile müssen enger zusammenwachsen – eine grüne Achse vom Viertel in die Innenstadt, ein Schwimmparcours von der Schlachte zum Weserstadion, eine Schlittschuhbahn von der Domsheide zur Stadtbibliothek, Schaukeln an den Seufzer-Brücken beim Gericht und Hängebrücken zwischen den hohen Gebäuden der Innenstadt. Die Innenstadt soll so ein lebendigerer Stadtteil werden, grüner, jünger und mit schönen öffentlichen Plätzen, um sich dort zu treffen. Das Viertel ist ein offener und gastfreundlicher Stadtteil, von den vielen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich mir allerdings mehr Respekt gegenüber Menschen, die hier wohnen.

Was machen Sie in den Stadtteilen an Ihren Lieblingsplätze?

Hellena Harttung: In einem Café im Viertel sitzen und von dort aus dem vielfältigen Treiben zuschauen – und die unterschiedlichsten Menschen sehen. Und in der Innenstadt leckere Baumkuchenspitzen kaufen und damit auf der Schlachtemauer sitzen, Bötchen zählen und naschen.

Wo trifft man Sie abseits der Arbeit?

Hellena Harttung: Vor der Arbeit: ab auf die Sielwallfähre und in den Werdersee springen. Viel besser kann der Tag nicht starten! Nach der Arbeit: Kultur und Musik! Da bin ich selbst aktiv, leider hat Corona alles etwas ausgebremst. Für dieses Jahr wünsche ich mir Entspannung und mehr Möglichkeiten. Am Wochenende: eine Radtour ins Bremer Umland und mit Menschen aus dem Freundeskreis neue Orte erkunden. Danach in die Restaurants und Kneipen unseres Stadtteils – wir sind da so vielfältig aufgestellt, hier entdecke ich immer noch regelmäßig neue Welten!

Weitere Infos über das Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt und die Arbeit in den Ortsteilen erfahren Interessierte auf der Seite des Ortsamtes. 

Das könnte Sie auch interessieren

Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

Mehr Artikel von Tjark

Nutz doch die SPOT App!