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Berufsunfähigkeitsversicherung: Je früher, desto besser!

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Der Abschluss ist im Prinzip für alle Berufstätigen ratsam

Über die vielen Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung – gerade auch für Studierende und Azubis – gibt Claus Frey (erfahrener Versicherungsmakler bei s mobile, einem Unternehmen der Sparkasse Bremen Gruppe) Auskunft.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) wichtig?

Claus Frey: Bei einer BU handelt es sich um einen Einkommensersatz bei meist längerer Krankheit. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung und maximal 78 Wochen Krankengeldbezug bleiben weitere Zahlungen für den Angestellten aus. Während dieser Phase wird unter gewissen Umständen der medizinische Dienst der Krankenkassen die Person untersuchen – und sobald dann die BU festgestellt wird, stellt die gesetzliche Krankenversicherung die Zahlung des Krankengeldes ein. Da kein rechtlicher Anspruch auf die 78 Wochen besteht, kann das auch durchaus früher passieren. Und dann ist der- oder diejenige auf eine BU angewiesen.

Ab wann sollten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Thema befassen?

Je früher, desto besser! Jungen Berufstätigen empfiehlt die Verbraucherzentrale eine Privathaftpflicht und eine BU – und das aus gutem Grund, wie oben beschrieben. Je jünger die Person ist, desto wahrscheinlicher ist ein idealer Gesundheitszustand ohne Einschränkungen. Die Beiträge sind bei Einstieg in jungen Jahren natürlich auch günstiger.

Für welche Berufsgruppen ist eine BU unerlässlich?

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Im Prinzip ist der Abschluss einer BU für alle Berufstätigen wichtig und ratsam. Körperlich tätige Personen brauchen sie zum Beispiel wegen möglicher Rückenprobleme genauso wie im Büro beschäftige Personen als Schutz vor einem eventuellen Burnout oder damit einhergehenden psychischen Belastungen.

Wo sollte man eine BU abschließen?

Hier stellt sich weniger die Frage nach dem Wo, sondern mehr nach dem Wie – nämlich der individuellen Ausgestaltung des Versicherungsschutzes. Entscheidend ist dabei, auf ein Fünf-Sterne-Niveau des Tarifes zu achten. Und selbst innerhalb dieser hochwertigen Tarife gibt es immer noch feine Unterschiede. Auch die Erfahrung der jeweiligen Gesellschaft mit dem Thema ist wichtig. Da es eine Berufsgruppeneinteilung gibt, kann es sein, dass die Person bei einer Gesellschaft in Gruppe A, bei einer anderen in Gruppe B eingestuft wird – das hat entsprechende Auswirkung auf den zu zahlenden Beitrag.

Gibt es spezielle Vertragsdetails, auf die Studierende und Azubis besonders achten sollten?

Ja, zum Beispiel sollte eine Erhöhungsoption – Stichwort Nachversicherungsgarantie – im Vertrag enthalten sein, um die Absicherung bei späteren Gehaltsentwicklungen entsprechend anpassen zu können. Der Vertrag sollte zudem eine Dynamik beinhalten. Wichtig ist auch der Einschluss einer Arbeitsunfähigkeitsklausel, damit schon bei einer durchgehenden Krankschreibung von mindestens sechs Monaten der BU-Versicherer eine Leistung zahlt. Für junge Menschen gibt es auch entsprechende Einsteigertarife.

Was mache ich, wenn ich eine BU abschließen will?

Hier ist in erster Linie ein persönliches Beratungsgespräch zu empfehlen, in dem die individuellen Rahmenbedingungen und Fragen ausführlich besprochen werden sollten. Anschließend erfolgt die Antragsaufnahme inklusive der Ergänzung der Gesundheitsfragen. Bei Personen mit Vorerkrankungen ist eine sogenannte Risikovoranfrage ratsam. Das ist quasi eine abgekürzte Form eines kompletten Antrages, die direkt in die

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Risikoprüfungsabteilung geht und innerhalb von etwa fünf Werktagen bearbeitet wird. Dieses Votum führt unter Umständen zu einem weiteren Fragebogen, um den Gesundheitszustand der Kundin beziehungsweise des Kunden noch besser einschätzen zu können.

Welche Formen gibt es, zum Beispiel eine Variante inklusive einer Altersvorsorge?

Die gängigste Variante ist die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) als eigenständige Lösung. Darüber hinaus gibt es noch eine BU-Invest: Hier wird ein Teil des Betrages in Fonds investiert. Das sich daraus ergebende Kapital wird zum Ende des Vertrages an die Kundinnen und Kunden ausgezahlt. Das klingt erst einmal attraktiv, leider muss man dabei aber eben mehr bezahlen als bei der erstgenannten Lösung. Dann gibt es die BU noch als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) – gekoppelt mit einer Altersvorsorge nach dem Alterseinkünftegesetz. Einige Gesellschaften bieten auch eine ergänzende BUZ an, als Zusatz zu einem Altersvorsorgevertrag im Paket mit einer Vergünstigung im Beitrag. Eine weitere Form ist im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge (BAV) möglich.

Was kostet eine BU?

Diese Frage hängt von mehreren Faktoren ab: dem Alter, dem Beruf, der BU-Rentenhöhe, der Laufzeit und natürlich dem Gesundheitszustand. Hier kann man schnell am falschen Ende sparen, indem der Versicherungsschutz zu kurz oder die Absicherung zu niedrig gewählt wird. Dann muss die betroffene Person später mit weniger Geld im Monat und auch mit einem früheren Ende der Zahlung rechnen – nur weil sie vorher unbedingt sparen wollte.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine elementare Grundabsicherung, die jeder Berufstätige in Deutschland haben sollte. Leider haben sich bisher nur etwa 25 Prozent der Betroffenen dagegen geschützt. Es empfiehlt sich, ein persönliches Gespräch mit einem Versicherungsprofi zu führen, der sowohl unabhängig von Gesellschaften als auch von Provisionen die Kundenwünsche in den Mittelpunkt stellt und somit zu einem individuell passenden Ergebnis kommt.

Gern stehen auch wir als s mobile Versicherungsmakler, Teil der Sparkasse-Bremen Gruppe, für die Kundinnen und Kunden in Bremen und umzu als Ansprechpartner zur Verfügung – telefonisch, per Chat oder persönlich.

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Autorenbild Guido Finke

Von Guido Finke

Meine Heimat ist das idyllische Hude – „zum Malen schön“ lautet hier das Motto. Ansonsten dreht sich bei mir als Fan der EWE Baskets Oldenburg und des SV Werder vieles um den Sport.

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