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Universität der 3. Generation
AWO Bremen

Wissensdurst stillen in der „Universität der 3. Generation“

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Aktiv im Alter: Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren

Im Ruhestand machen es sich viele Menschen zum Hobby, ihren Wissensdurst zu stillen. Lernen abseits von Zensuren und Klausuren steht dann auf dem Stundenplan. Seniorinnen und Senioren aus Bremen nutzen dafür die Angebote der „Universität der 3. Generation“.


Vor elfJahren startete die Arbeiterwohlfahrt Bremen (AWO) ihr Bildungsprojekt – die „Universität der 3. Generation“. Sie richtet sich an Bürgerinnen und Bürger in der nachberuflichen Lebensphase. Das Sommersemester 2021 hat nun begonnen. Trotz Corona-Pandemie können sich die Teilnehmenden auf ein breites Angebot freuen.

Universität der 3. Generation: Projektleiter Bruno Steinmann
Bruno Steinmann ist seit sieben Jahren der Projektleiter der „Universität der 3. Generation“. AWO Bremen

Seit sieben Jahren ist Bruno Steinmann Projektleiter der „Universität der 3. Generation“. Mit viel Freude berichtet der 38-Jährige von dem sozialen Bildungsprojekt, für das sich immer mehr Menschen in der dritten (nachberuflichen) Lebensphase interessieren. „Als ich 2013 angefangen habe, hatten wir circa 350 bis 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, erzählt er. „Im Sommer- und Herbstsemester 2019 waren wir bei 2200 bis 2400 angelangt.“

„Universität der 3. Generation“ bietet kostenlose Veranstaltungen

Die Vortragsveranstaltungen und Kurse finden in vielen Bremer Stadtteilen statt. Überall dort, wo sich die AMeB-Begegnungszentren befinden. „Das waren früher die AWO Altentagesstätten“, berichtet Steinmann. „Der Verein Aktive Menschen in Bremen, kurz AMeB, hat diese übernommen. Diese Räume bekommen wir für die Durchführung unserer Veranstaltung zur Verfügung gestellt.“ Da zudem von Seiten der Dozentinnen und Dozenten auch die Vorträge honorarfrei angeboten werden, kann die „Uni der 3. Generation“ ihre Angebote grundlegend kostenfrei anbieten und erhebt keine Semestergebühr.

Es ist ein Geben und Nehmen an der „Universität der 3. Generation“. „Das Besondere ist, dass dieses Projekt in zwei Richtungen funktioniert“, so Steinmann. „Ich habe Dozentinnen und Dozenten, die Teilnehmende waren und dann Dozierende wurden – aber auch umgekehrt.“ Viele der Vortragenden hätten einfach Spaß daran, ihr Wissen weiterzugeben. Sie selbst profitieren von den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern, die mit Begeisterung an den Veranstaltungen teilnehmen.

Universität der 3. Generation: Bruno Steinmann hält Vorträge
Die „Universität der 3. Generation“ bietet Seniorinnen und Senioren kostenlose Vorträge, aber auch Führungen in Bremen an. AWO Bremen

Lediglich die Führungen, die die AWO unter dem Motto „Bremer Einblicke“ anbietet, sind nicht kostenlos. „Das ist aber kein Geld, das bei der AWO landet“, so Steinmann. Es sind beispielsweise Eintrittspreise zu den Orten, die besucht werden. Aber auch diese sind geringer aufgrund eines Mengenrabatts, den Steinmann oft für seine Teilnehmenden  aushandeln kann. Somit erhalten auch viele Bremerinnen und Bremer Zugang zu Orten, den sie sich abseits der „Uni der 3. Generation“ vielleicht nicht geleistet hätten.

Damit das Projekt überhaupt möglich ist, liefert der Verein AWO Kreisverband Hansestadt Bremen die finanzielle Unterstützung. „Wir sind immer auf der Suche nach Förderung und Spenden“, so Steinmann.

Vorträge und Führungen unter Corona-Bedingungen

Die aktuelle Corona-Krise hat ein paar Neuerungen im organisatorischen Ablauf zur Folge. So ist nur noch eine begrenzte Personenzahl bei den jeweiligen Präsenzveranstaltungen zugelassen. „Grob gesagt konnten wir im Herbstsemester alle Veranstaltungen in den Räumen nur noch mit einem Fünftel der Personen durchführen. Bei den Veranstaltungen draußen waren es noch die Hälfte.“

Bruno Steinmann sah sich gezwungen, sehr vielen Menschen abzusagen, die sich angemeldet hatten. „In diesem Semester bin ich dann dazu übergegangen, die Plätze zu verlosen, um Gerechtigkeit bei der Verteilung zu erreichen“, so Steinmann. Gibt es zu viele Interessierte, entscheidet ein Losverfahren.

Universität der 3. Generation: Hybridveranstaltungen - digital und persönlich
Aufgrund der Corona-Pandemie setzt die „Universität der 3. Generation“ auf Hybridveranstaltungen, bei denen Vorträge auch digital übertragen werden. AWO Bremen

Damit Steinmann für die Vorträge doch mehr Menschen erreichen kann, sind viele Angebote nun zudem digital abrufbar. „Ich habe zehn Tablets angeschafft, um auch Leute zu erreichen, die keine eigenen Geräte haben“, berichtet der Projektleiter. Eine kurze Einweisung zur Nutzung gibt es ebenso dazu.

Die Seniorinnen und Senioren haben die virtuellen Angebote gut angenommen. Bei Bruno Steinmann gehen die Überlegungen daher sogar so weit, dass die Hybridveranstaltungen in Zukunft weiterhin angeboten werden – selbst, wenn Corona keine große Rolle mehr spielt.

Das Sommersemester 2021 der „Universität der 3. Generation“

Die Angebote des Sommersemesters an der „Universität der 3. Generation“ sind vielfältig. Unter dem Titel „Bremer Einblicke“ ist beispielsweise ein Besuch der Aquaponik-Farm in der Überseestadt möglich. Dort wollen fünf junge Bremerinnen und Bremer zeigen, dass Fisch und Gemüse ressourcenschonend, medikamenten- und pestizidfrei sowie ohne nährstoffreichen Boden mitten in der Stadt produziert werden können.

Ebenso finden Vorträge aus Politik und Gesellschaft statt. Seniorinnen und Senioren lernen mehr über moderne Bezahlangebote wie Paypal, verfolgen Berichte aus den Bereichen Kunst und Kultur sowie bilden sich weiter im Bereich Wissenschaft und Technik.

Bruno Steinmann selbst berichtet in einer Veranstaltung über das Erfolgsmodell „Uni der 3. Generation“. Der Kurzvortrag in der Reihe „Wissen um 11“ findet am Sonnabend, 19. Juni, ab 11 Uhr im Haus der Wissenschaft statt – je nach Stand der Corona-Pandemie eventuell auch ausschließlich virtuell.

Weitere Informationen zur „Universität der 3. Generation“ gibt es auf der Internetseite. Das aktuelle Programm gibt es hier zum Download.

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Autorenbild Linda Bussmann

Von Linda Bussmann

Ich bin eine waschechte Ostfriesin und überzeugte Norddeutsche. Vor vielen Jahren zog es mich in die Hansestadt. Bremen ist seitdem meine zweite Heimat geworden.

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