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Alena Mumme

Woher kommt eigentlich das Wetter in Bremen?

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Die Flugwetterwarte am Bremer Airport liefert Daten an die ganze Welt

Über das Wetter in Bremen hat wohl jeder Mensch in der Hansestadt seine eigene Meinung. Selten wird über einen Zustand, den man selbst gar nicht beeinflussen kann, so viel gesprochen und diskutiert. Im Büro ist das Bremer Wetter das Smalltalk-Thema schlechthin – und auch im Bekanntenkreis ist es ein beliebter Gesprächsstoff, um unangenehme Pausen zu überbrücken. Doch wie wird das Wetter eigentlich „gemacht“, beziehungsweise wie wird es genau vorhergesagt? Die Antwort darauf finden wir an der Flugwetterwarte am Flughafen in Bremen.

Viele Messdaten bestimmen das Wetter in Bremen

Flugwetterwarte in Bremen
Das Gebäude der Flugwetterwarte am Bremer Flughafen. Uwe Faust

Das kleine, rotweiß-gestreifte Haus am südlichen Ende des Bremer Flughafengeländes ist die offizielle Wettermessstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Hansestadt. Die Bundesbehörde mit Sitz in Offenbach am Main sorgt im Auftrag der Bundesregierung und mithilfe von über 1700 Wetterwarten, Messstationen und nebenamtlichen Wetterbeobachtern und -beobachterinnen in ganz Deutschland für eine zuverlässige Vorhersage des Wetters. Eine weitere Aufgabe des DWD ist es auch, klimatische Veränderungen zu beobachten und zu bewerten.

Die Wettermessstation in Bremen steht nicht ohne Grund an diesem Standort. „Die Pilotinnen und Piloten der Flugzeuge benötigen den zuverlässigen und aktuellen Wetterbericht für die Starts und Landungen auf der Landebahn“, berichtet Uwe Faust, Leiter der Flugwetterwarte. Windstärke, Windrichtung, Luftdruck, Bewölkung, Temperatur und Sichtbedingungen sind dabei wichtige Kennzahlen für den Tower auf dem Bremer Airport und für Flugplätze auf der ganzen Welt. Aber auch Kapitäne von Schiffen auf der Weser benötigen für einen sicheren Kurs korrekte Angaben über das Wetter in Bremen und umzu.

Uwe Faust Flugwetterwarte
Uwe Faust ist der Leiter der Flugwetterwarte am Bremer Flughafen. Uwe Faust

Die Bremer Wettermessstation existiert bereits seit 1924 und misst im Frühling auch den Pollenflug. Menschen mit Allergien können sich dadurch besser informieren und auf mögliche Einschränkungen einstellen. Faust ist seit vielen Jahren in Bremen im Dienst und gemeinsam mit seinem Team von insgesamt neun Mitarbeitenden rund um die Uhr im Einsatz.

Supercomputer ermittelt den Wetterbericht für Bremen

Genaue Messdaten erhält das Team der Wetterstation am Bremer Flughafen dabei aus dem sogenannten Klimagarten. Auf diesem Messfeld vor dem Haus sind ein Regenmesser, mehreren Temperaturmessgeräte sowie ein Windmesser installiert. Einige weitere Messgeräte zur Bestimmung des Bremer Wetters sind zudem in der Erde vergraben. „Diese Daten aus dem Bremer Klimagarten gehen dann an eine zentrale Wetterstation des DWD in Offenbach“, erklärt Faust. Aus diesen Messergebnissen errechnet dort ein Supercomputer dann die Wettervorhersage. Diese geht anschließend an Zeitungen wie den WESER-KURIER, Fernsehstationen und Hörfunkstationen von Radio Bremen oder andere Medien. Auch der tägliche Wetterbericht der Nachrichtensendung buten und binnen bezieht aus diesem Bericht seine Daten.

Im Moment ist die Wetterstation in Bremen am Flughafen noch personell besetzt. Doch Ende Mai ist in der Hansestadt die Umstellung auf eine vollautomatische Station geplant. „Dann übernimmt Kollege Computer“, sagt Faust schon etwas wehmütig. Der Leiter der Station wird dann die letzten eineinhalb Jahre bis zur Pensionierung alle Daten des Bremer Wetters im Homeoffice überprüfen. Die weiteren Mitarbeitenden der Station in Bremen finden andere Positionen innerhalb des Deutschen Wetterdienstes.

Warnungen bei Unwetter, Starkregen und Schneefall

Klimagarten Bremen
Der Klimagarten am Flugfeld des Bremer Airport. Uwe Faust

Wichtige Wetterwarnungen für die Öffentlichkeit finden sich auch auf der Internetseite des Wetterdienstes. Sturmwarnungen, schweres Gewitter oder Schneefallwarnung sind für die Öffentlichkeit von großem Interesse. Im Rahmen einer Grundversorgung bietet der Deutsche Wetterdienst daher täglich einen kostenlosen Wetterbericht für Deutschland per E-Mail-Abo an.

Wenn es um offizielle Sturmflutwarnungen für Küste, Weser, Elbe und Co. geht, ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zuständig. Das BSH ist in Deutschland für den Wasserstandsvorhersagedienst zuständig und veröffentlicht zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst alle sechs Stunden das zu erwartende Hochwasser beziehungsweise Niedrigwasser. Die Warnungen laufen dabei über Internet, Radio, Fernsehen und Telefon. Wichtige Meldungen werden auch über die Notfallinformations- und Nachrichtenapps Nina und Katwarn veröffentlicht.

Wetter in Bremen im Vergleich zur Zugspitze

Flugwetterwarte Bremen
Die Wetterstation am Flughafen ermittelt das Wetter in Bremen. Uwe Faust

„Mein erster Blick morgens wird immer dem Himmel gelten. Das Wetter ist und bleibt meine Passion“, sagt Faust mit Ausblick auf seine berufliche und private Zukunft. Besonders beeindruckend in seiner Laufbahn waren für ihn ein kleiner Tornado vor einigen Jahren auf dem Flugfeld des Airport Bremen sowie eine übergangsweise Stationierung in der Wetterstation auf der Zugspitze. „Dort erlebt man das Wetter noch einmal ganz anders als hier in Bremen“, berichtet der Leiter der Flugwetterwarte der Hansestadt zurückblickend.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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