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Villa Sponte Osterdeich
Tjark Worthmann

Die Villa Sponte ist ein besonderer Kulturort in Bremen

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Kunst und Musik hautnah erleben

Den außergewöhnlichen Zaun am Osterdeich mit den vielen Büchern kennen bestimmt viele Menschen aus Bremen. Doch dass sich dahinter mit der Villa Sponte eine kleine Kunstgalerie mit interessanten Ausstellungen verbirgt, wissen wohl weniger Vorbeigehende. Wir konnten das Geheimnis der Tausenden Bücher ergründen. Und wir erfuhren bei unserem Besuch noch mehr spannende Dinge über diesen kulturellen Ort in der Hansestadt.

Die Villa Sponte hat ihren festen Platz in der Bremer Kunstlandschaft. Bis Ida Büssing und ihr Mann Thomas Feischen das Gebäude 2004 kauften und dann 2011 umbauten, diente das 1928 von Konsul Heinemann errichtete Bauwerk am Osterdeich 59b der Straffälligenhilfe als Bürogebäude. Die Werbegrafikerin und der Musiker wollten in dem Haus ursprünglich mit Freundinnen und Freunden eine Wohngemeinschaft gründen. Doch diese waren aus familiären Gründe noch nicht so weit. Daher beschlossen die beiden 2012 kurzerhand, aus den Räumlichkeiten eine Galerie zu machen und den Verein Villa Sponte Zeitkultur e.V. zu gründen.

„Erst einmal eigentlich nur für zwei Jahre“, berichtet Büssing, „dann wollten wir weiterschauen. Wir hatten zwar eine Verbindung zu den Themen Musik und Kunst, aber eigentlich gar keine Ahnung, wie man so etwas macht“, erzählt die Initiatorin grinsend. Nach dem Zeitraum stellten die beiden jedoch fest, dass es sich zwar überhaupt nicht rechnet. „Aber es hat einfach so viel Spaß gemacht, und wir haben währenddessen auch tolle und interessante Menschen kennengelernt.“

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Villa Sponte im Kunstfinder
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Mitte 2012 gründete sich der Verein villa sponte zeitkultur e.V. in der Villa Sponte am Osterdeich Bremen. Der Name des Vereins ist dabei Programm: spontan, aus eigenem Antrieb, ohne staatliche Zuschüsse und Beeinflussung werden Veranstaltungen und Kunstausstellungen geplant und angeboten.

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Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt

Gertrud Vogt, Thomas Feischen und Ida Büssing (v. l.) im Ausstellungsraum der Villa Sponte in Bremen. Tjark Worthmann

Der Name des Vereins kennzeichnet übrigens noch immer das Programm: Spontan und aus eigenem Antrieb, ohne staatliche Zuschüsse und Beeinflussung werden Veranstaltungen geplant und angeboten. „Wir organisieren Kunstausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theatervorführungen“, sagt Gertrud Vogt. „Wir möchten den Menschen großartige Musik und Kunst von weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern bieten“, erklärt die Ehrenamtliche. „Die Abläufe haben sich dabei in den Jahren schon stark verändert“, erinnert sich Vogt, die schon lange dabei ist. „Wir sind mit der Zeit deutlich professioneller geworden“, ergänzt Büssing mit Blick auf die Bühnenausstattung und Technik vor Ort.

Die Verantwortlichen erhalten inzwischen Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt und zeigen ausgewählte Werke dann in Einzel- oder Gruppenausstellungen. „Wir haben so viele Kontakte zu tollen Künstlerinnen und Künstlern, die wir gern einmal in Bremen präsentieren würden“, sagen Ida Büssing und Thomas Feischen. Für das kommende Jahr erhoffen sich die beiden, dass auch trotz Corona-Pandemie die Veranstaltungen und Konzerte wie geplant stattfinden können. Und natürlich, dass auch genügend Gäste kommen, um sich die Kunst in der Villa Sponte am Osterdeich anzuschauen.

Der große Bücherzaun entstand mit der Hilfe vieler Unbekannter

Dabei müssen sie natürlich auch an dem Zaun voller Bücher vorbei. Dieser entstand übrigens eher durch Zufall bei Aufräumarbeiten in der Villa Sponte. „Nach dem Kauf haben wir sehr viele Bücher in Kartons an die Straße gestellt“, berichtet Büssing. „Und jedes Mal, wenn ich den nächsten Karton heraustrug, waren mehr Bücher als vorher da“, sagt die Organisatorin lachend. Passend zur damaligen Ausstellung „Übergänge“ machte sie daraus ein Kunstwerk – und gibt mit dem Papier der Bücher wieder etwas zurück an die Natur. „Die Struktur und die Farben verändern sich mit der Zeit und schaffen spannende Übergange“, so Büssing über das unverhoffte Markenzeichen der Villa Sponte am Osterdeich.

Villa Sponte

Am 21. Januar beginnt die neue Ausstellung „Umsäumt“ mit Kunstwerken von Sybille Möndel und Jürgen Moldenhauer. Ende Februar startet die Ausstellung „Näherstehende“ mit Stücken von Naja Heid und Stefanie Supplieth in der Villa Sponte am Osterdeich. Der Eintritt zu den Ausstellungen ist kostenlos und während der Öffnungszeiten (Di, Sa & So 15-18 Uhr) möglich. Weitere Infos zu den Veranstaltungen und der Villa Sponte finden Interessierte auf dieser Seite.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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