Meine Favoriten

Digitaler Bankkaufmann
Kristina Bumb

Berufe am Puls der Zeit: Digitale Bankkaufleute

Artikel merken

Neuer Ausbildungsgang startet bei der Sparkasse Bremen

Digitalisierung, Nachhaltigkeit, soziale Medien … unsere Lebenswirklichkeit verändert sich zurzeit in atemberaubendem Tempo. Das gilt auch für die Berufsbilder, die durch sich wandelnde Bedürfnisse und Anforderungen entstehen. In einer neuen Reihe stellt SPOT spannende, hochmoderne Ausbildungsberufe vor, die in Bremer Unternehmen und Berufsschulen angeboten werden. Den Auftakt macht der erste Azubi im Ausbildungsgang Digitale Bankkaufleute bei der Sparkasse Bremen.


Der Arbeitsplatz von Paul auf der Heide sieht futuristisch aus. Mehrere Computermonitore zeigen Grafiken und Informationen an. Der junge Bremer trägt ein Headset, spricht darüber mit einem Kunden und tippt zugleich auf der PC-Tastatur. Das alles geschieht in einem sogenannten Video-Cube, einem kleinen Bürowürfel aus schalldämmenden Stoffwänden und Glasfenstern. In der hochmodernen Direktfiliale der Sparkasse Bremen sind fast alle Arbeitsplätze so eingerichtet. In den Räumen reihen sich Video-Cubes aneinander. Laufkundschaft gibt es nicht. Alle Kontakte erfolgen stattdessen per Telefon oder Video-Chat.

Digitaler Bankkaufmann
Paul auf der Heide ist der erste Auszubildende zum Digitalen Bankkaufmann bei der Sparkasse Bremen. Kristina Bumb

Paul auf der Heide absolviert in der Direktfiliale, die in der Bremer Innenstadt ansässig ist, den größten Teil seiner Ausbildung zum Digitalen Bankkaufmann. „Das Headset ist zurzeit mein wichtigstes Arbeitsutensil“, sagt der 20-Jährige und lächelt. „Mir macht dieser technische Aspekt viel Spaß.“

„Diese Art der Beratung wird immer mehr nachgefragt“

Der junge Bremer ist dabei der erste Auszubildende des neu kreierten Berufsbildes in der Sparkasse Bremen und hilft mit seinen Erfahrungen, diesen Weg in die Zukunft zu ebnen. Er passt gut in diese Rolle, denn er ist ein Digital Native, also ein „Ureinwohner der digitalen Welt“ – aufgewachsen mit Smartphone, Tablet, Streaming und Social Media. „Neue Technik hat mich schon immer interessiert. Immer her damit!“, fordert er lachend.

„Ich lerne dasselbe wie die anderen Bankkaufleute auch. Nur berate ich vor allem per Telefon oder Video-Chat“, erklärt Paul auf der Heide weiter. „Diese Art der Beratung wird von unseren Kundinnen und Kunden immer mehr nachgefragt. Das Telefon steht dabei noch an erster Stelle, doch sie trauen sich zunehmend auch an den Video-Chat heran“, ergänzt Sparkassen-Mitarbeiterin Susanne Kagels, die in der Direktfiliale für die Ausbildung der Nachwuchskräfte zuständig ist.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Berufsbilder

Die Herausforderungen der Corona-Pandemie habe die Digitalisierung des Banklebens – wie in vielen anderen Branchen – deutlich beschleunigt. „Die Menschen haben zum Beispiel gemerkt, wie praktisch und komfortabel das Homeoffice ist. Man kann alles Nötige erledigen, ohne das Haus verlassen zu müssen“, sagt Susanne Kagels. Dasselbe gilt auch für Bankgeschäfte. Man regelt im persönlichen Kontakt mit der Beraterin oder dem Berater alle seine Anliegen, ohne eine zeitraubende Anfahrt zu haben, die Kinder alleine zu Hause zu lassen oder in Wind und Wetter hinaus zu müssen.

Digitaler Bankkaufmann
PC-Monitore und ein Headset bilden die Hauptzutaten für die Arbeitsplätze Digitaler Bankkaufleute. Kristina Bumb

Trotz der räumlichen Distanz ist die Beratung in der Direktfiliale keinesfalls unpersönlich. „Man merkt die Emotionen sofort und hört am Telefon sogar ein Lächeln heraus“, sagt Paul auf der Heide. „Ich glaube, es werden immer auch Präsenzfilialen gefragt sein“, ergänzt Susanne Kagels. „Die Kundinnen und Kunden wissen es zu schätzen, wenn sie über Jahre von derselben Person betreut werden, statt nur wechselnde Hotlines anrufen zu müssen wie bei reinen Onlinebanken. Die gesunde Mischung aus innovativen digitalen Möglichkeiten und persönlichem Kontakt macht es aus.“

Ganz in die Welt der innovativen Technik und Computeralgorithmen kann Paul auf der Heide eintauchen, wenn er seinen Ausbildungsteil bei Smavesto absolviert. Smavesto ist eine Tochtergesellschaft der Sparkasse Bremen, die bei der Vermögensverwaltung, beim Kauf von Aktien sowie der Gestaltung von Fonds und Co auf künstliche Intelligenz zurückgreift. Ein Robo-Advisor kümmert sich dort um die Portfolios. „Auf die Arbeit dort bin ich sehr gespannt“, sagt der Auszubildende.

Jährlich sollen mehrere Digitale Bankkaufleute in die Ausbildung starten

Der zukunftsträchtige Ausbildungsgang zu Digitalen Bankkaufleuten – jährlich sollen zwei bis drei junge Menschen in diesen Beruf starten – ist dabei Teil der insgesamt hochmodernen Arbeitsumgebung, die die Sparkasse Bremen bietet. Das betrifft zum Beispiel die Gestaltung der Stadtteilfilialen und des nagelneuen Sparkassen-Hauptsitzes im Technologiepark der Universität Bremen. Die altbekannten Bankschalter gibt es nur noch selten. Stattdessen treffen sich Kundschaft und Finanzfachleute in offen gestalteten Räumlichkeiten und besprechen sich ganz entspannt an Stehtischen mit PC-Monitor. Entscheidungen treffen die Abteilungen oft in gemeinsamer Runde und übernehmen auch zusammen Verantwortung. Dass papierlos gearbeitet ist, ist schon fast eine Selbstverständlichkeit.

Das Bewerbungsverfahren um die jährlich rund 40 Ausbildungsplätze zu Bank- und Bürokaufleuten verläuft ebenfalls entsprechend. Die jungen Leute können eine klassische Bewerbung über die Website einreichen, beim Speed-Recruiting mit Pizzaessen teilnehmen oder in Eigeninitiative ein Bewerbungsvideo einschicken.

Weitere Informationen gibt die Karriereseite der Sparkasse Bremen unter www.sparkasse-bremen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Autorenbild Kristina Bumb

Von Kristina Bumb

Mehr Artikel von Kristina

Nutz doch die SPOT App!