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Das Bild zeigt eine Metallpier entlang der Weser, mit sichtbaren Stützen und Bojen, die den Uferbereich kennzeichnen. Das Wasser des Flusses spiegelt das ruhige, graue Himmellicht wider. Im Hintergrund sind Teile einer städtischen Landschaft zu erkennen, die den industriellen Charakter des Flusses unterstreichen.
Dreesen/Thierbach

Sonderausstellung im Hafenmuseum: „Wir sind der Fluss“

Was Menschen in Bremen mit der Weser verbinden

Die Weser prägt Bremen in vielerlei Hinsicht. Mehr als 40 Kilometer fließt sie durch unsere Stadt und ist als bedeutende Wasserstraße, Lebensraum sowie Freizeitort nicht nur ein geografisches Element, sondern auch ein kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Unter dem Titel „Wir sind der Fluss. Was uns mit der Weser verbindet“ lädt das Hafenmuseum Bremen derzeit dazu ein, die Weser aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken und sich mit ihrer Bedeutung für die Stadt und ihre Menschen auseinanderzusetzen.

Beeindruckende Rauminstallation von Felix Dreesen

Ein Floß auf der ruhigen Weser, mit einer Person, die es mit einem langen Stab navigiert. Umgeben von grünen Ufern und sanften Hügeln.
Ein Floß auf der Weser, genutzt von Künstler Felix Dreesen während seiner Reise entlang des Flusses. Dreesen/Thierbach

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine eindrucksvolle Rauminstallation des Bremer Künstlers Felix Dreesen. Sie verdeutlicht die tiefgreifenden menschlichen Eingriffe in den Fluss und stellt die Frage, wie der Mensch die Natur gestaltet und verändert. Mit Materialien aus dem Wasserbau wie Vlies und typischen Wasserbausteinen zeigt Dreesen, wie Land und Wasser durch den Menschen künstlich getrennt werden.

Verschiedene Blicke auf die Weser

Ergänzt wird die Installation durch Stimmen von zehn Menschen, die auf vielfältige Weise mit der Weser verbunden sind. Mit dabei sind eine Binnenschifferin, ein Förster, eine Gewässerbiologin und ein Dichter. Ihre Stimmen teilen ihre persönlichen Erlebnisse und Perspektiven auf den Fluss. Über Lautsprecher können Besucher und Besucherinnen die Interviews anhören und so mehr über die Beziehung der Menschen zur Weser erfahren. In kleinen Aquarien, die teilweise mit echtem Weserwasser befüllt sind, werden Objekte ausgestellt, die die Interviewpartnerinnen und -partner mit der Weser verbinden und dem Hafenmuseum als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben.

Ein Ort zum Reflektieren

Neben der künstlerischen Präsentation und den informativen Elementen bietet die Ausstellung auch Raum zum Nachdenken und Verweilen. Ein Bücherregal mit thematisch passender Literatur und eine gemütliche Sitzecke mit aufblasbaren Sesseln laden dazu ein, sich näher mit dem Thema Weser auseinanderzusetzen oder einfach die Atmosphäre zu genießen.


Kuratorin Jessica Fritz hat die Ausstellung gemeinsam mit Valentina Rojas Loa und dem Künstler Felix Dreesen entwickelt. Im Kurzinterview gibt sie einen Einblick, was die Besucher und Besucherinnen erwartet.

Was steckt hinter der Idee der Ausstellung „Wir sind der Fluss“?

Porträtfoto von Kuratorin Jessice Fritz
Jessica Fritz Carla Motto

Jessica Fritz: Wir wollten schon lange eine Ausstellung über die Weser machen – und über die Rechte der Natur. Die Frage war nur: Wie bringt man beides zusammen? Unsere Antwort darauf war ein künstlerischer Zugang, der das Publikum einlädt, die Weser und unsere Beziehung zu ihr in neuem Licht zu betrachten. Weltweit gibt es inzwischen Gesetzesinitiativen, die Natur nicht länger nur als Ressource verstehen, sondern ihr eigene, einklagbare Rechte zusprechen – auch in Deutschland wird darüber diskutiert. Diese Entwicklungen eröffnen spannende neue Perspektiven auf unser Verhältnis zur Natur, die wir in der Ausstellung aufgreifen.

Welche besonderen Exponate oder Perspektiven machen die Ausstellung einzigartig – und was sollte man beim Besuch auf keinen Fall verpassen?

Das Highlight der Ausstellung ist die Weser-Installation. Rund 19 Tonnen Wasserbausteine hat der Bremer Künstler Felix Dreesen dafür ins Hafenmuseum gebracht und gemeinsam mit weiteren Materialien zu einer künstlichen Böschung der Weser geformt. Das ist nicht nur beeindruckend wegen der Monumentalität, sondern verändert auch unseren Blick auf den Fluss.

Rund um die Installation laden zehn Stationen dazu ein, tiefer einzutauchen. Dort können Besucherinnen und Besucher Interviews hören, die viel über den Zustand der Weser erzählen, Einblicke in die Rechte der Natur geben und davon berichten, welche Bedeutung der Fluss für die Menschen hat. Auch die Präsentation der Objekte ist besonders sehenswert: Sie wurde vom Bremer Künstler Rainer Weber gestaltet. Und so viel sei verraten – dabei spielen Weserwasser, Aquarien und Beton eine Rolle.

Besonders schön sind außerdem die Objekte, die uns die Interviewpartnerinnen und Interviewpartner zur Verfügung gestellt haben: teilweise persönliche Dinge mit einer Geschichte, die zeigen, wie eng Biografien und Fluss miteinander verbunden sein können. Es ist diese Mischung aus Kunst, Wissen und persönlichen Perspektiven, welche die Ausstellung besonders macht.

Welche Rolle spielt der Fluss heute für Bremen und die Menschen in der Stadt?

Die Weser ist für die Menschen von zentraler Bedeutung. Sie ist Naturraum, Ort der Erholung, Identitätsstifterin und zugleich ein wichtiger Wirtschaftsraum. Ohne die Weser wäre Bremen kaum vorstellbar – viele Menschen fühlen sich eng mit ihrem Fluss verbunden. Auch Hafen, Handel und die Entwicklung der Stadt sind untrennbar mit ihr verknüpft. Gleichzeitig steht die Weser vor großen Herausforderungen. Klimakrise, Nutzungskonflikte und die Folgen menschlicher Eingriffe zeigen, dass wir unseren Umgang mit dem Fluss neu überdenken müssen. Genau dazu möchte die Ausstellung anregen und zum Dialog einladen.

 

Die Sonderausstellung „Wir sind der Fluss. Was uns mit der Weser verbindet“ ist noch bis zum 23. August 2026 im Hafenmuseum Bremen zu sehen. Weitere Informationen und das Begleitprogramm finden sich auf der Website des Museums.

Hafenmuseum im Kunstfinder
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Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Kunst in Bremen“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Autorenbild Katharina Resmer

Von Katharina Resmer

In bin in Niedersachsen geboren, in Bremen-Nord aufgewachsen, habe in Hamburg zu mir selbst gefunden – und bin nun endlich wieder in der kleineren Hansestadt angekommen, um zu bleiben. Wandern, Fahrradfahren und Tagträumen – all das klappt ganz wunderbar in der neu-alten Heimat.

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