
„LiedFest Bremen“: Premiere im Sendesaal
Große Stimmen, intime Momente und neue Perspektiven
Mit dem „LiedFest Bremen“ bekommt die Hansestadt ein neues Festival, das den Kunstliedgesang in den Mittelpunkt stellt – intim, hochkarätig besetzt und mit internationaler Strahlkraft. Im SPOT-Interview spricht Marc Niemann, Intendant und Geschäftsführer des Sendesaals Bremen, über die Idee hinter dem Festival, die Besonderheiten des Formats und seine Vision für die Zukunft.

Herr Niemann, wie kam es zur Idee, in Bremen ein Liedfest ins Leben zu rufen?
Marc Niemann: Ich habe selbst als Pianist früher häufig Liederabende begleitet und auch im Rahmen meines Studiums an einem Meisterkurs bei Dietrich Fischer-Dieskau teilgenommen. Da ich mehrfach sehr eng mit dem international renommierten Bariton Dietrich Henschel gearbeitet habe und wir uns auch angefreundet haben, entstand schnell der Wunsch, gemeinsam ein „Projekt“ zu entwickeln.
Gab es einen konkreten Moment, in dem aus der Idee ein Festival wurde?
Nachdem ich wahrgenommen habe, dass in Bremen kaum Liederabende stattfinden und der Sendesaal der akustisch perfekte Ort für dieses Genre ist, lag es nahe, mit Dietrich Henschel an der Entwicklung eines Liedfestivals zu arbeiten – und so nahm das „LiedFest Bremen“ Gestalt an.
„Das Programm spannt einen Bogen von Franz Schubert bis Richard Strauss und wird durch eine öffentlich zugängliche Masterclass ergänzt.“
Wie sieht das Konzept aus?
Der Liedgesang wird an drei Abenden im Sendesaal in den Mittelpunkt gerückt. Unter der künstlerischen Leitung des Baritons Dietrich Henschel bringt das „LiedFest Bremen“ renommierte internationale Interpretinnen und Interpreten mit gezielter Nachwuchsförderung zusammen.

Das Programm spannt einen Bogen von Franz Schubert bis Richard Strauss und wird durch eine öffentlich zugängliche Masterclass ergänzt. Das „LiedFest Bremen“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem „Oxford International Song Festival“ sowie dem „LiedFest Berlin“.
Welche Rolle spielt die Nachwuchsförderung im Festival?
Sie ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Die Masterclass mit Dietrich Henschel richtet sich an Gesangsstudierende der Hochschule für Künste Bremen. Alle Unterrichtseinheiten finden öffentlich auf der Bühne des Sendesaals statt und sind bei freiem Eintritt zugänglich. So wird nicht nur Wissen weitergegeben, sondern auch Transparenz geschaffen – Musik entsteht vor Publikum, im gemeinsamen Erleben.
„Der Ideenreichtum ist groß – und das Format bietet Raum für kreative Begegnungen über Genregrenzen hinweg.“
Welche Highlights sind geplant?
Alle drei Liederabende präsentieren internationale Gesangsstars, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Es wäre ungerecht, einen Abend besonders hervorzuheben, denn jeder setzt eigene Akzente innerhalb der großen Liedkompositionen der deutschen Romantik.
Was erwartet das Publikum musikalisch?
Im Zentrum stehen einige der bedeutendsten Liedkompositionen des 19. Jahrhunderts: Schuberts existenzielle „Winterreise“ in der Interpretation des isländischen Tenors Benedikt Kristjánsson, der als gefeierter Johann-Sebastian-Bach-Interpret einen ganz individuellen Zugang zu diesem romantischen Zyklus hat.

Hinzu kommen Lieder der Spätromantiker Hugo Wolf, Richard Strauss und Alban Berg mit der international gefeierten Sopranistin Michaela Kaune. Den Abschluss bildet Johannes Brahms’ Zyklus „Die schöne Magelone“, interpretiert vom „Grammy“-prämierten Dietrich Henschel. Ein besonderes Erlebnis verspricht darüber hinaus die öffentliche Masterclass – ein Blick hinter die Kulissen künstlerischer Arbeit, der im Konzertbetrieb sonst selten möglich ist.
Soll das „LiedFest“ eine feste Größe im Bremer Kulturkalender werden?
Auf jeden Fall. Das „LiedFest“ kann schon im kommenden Jahr noch viel mehr sein. Über das klassische Lied hinaus sollen künftig auch die Chanson und Song integriert werden. Warum nicht Jacques Brel auf Franz Schubert treffen lassen? Oder Jazz mit zeitgenössischem Lied verbinden? Der Ideenreichtum ist groß – und das Format bietet Raum für kreative Begegnungen über Genregrenzen hinweg.
Was zeichnet die Akustik im Sendesaal aus?
Der Sendesaal ermöglicht Interpretinnen und Interpreten wie auch dem Publikum eine außergewöhnliche Nähe. Diese schafft einen intensiven Kontakt, der Zuhörende beinahe in den schöpferischen Prozess einbindet.
Darüber hinaus bildet der Raum feinste dynamische Nuancen ab und garantiert eine außergewöhnliche Sprachverständlichkeit. Gerade beim Genre Lied ist das unerlässlich: Hier verschmelzen Lyrik und Gesang zu einer untrennbaren Einheit, deren Ausdruck oft filigran und nuancenreich ist. Der Sendesaal bietet dafür ideale Bedingungen.
Die drei Liederabende finden am 22. und 25. Februar sowie am 1. März 2026 statt. Alle weiteren Informationen rund um das „LiedFest Bremen“ gibt es auf der Internetseite des Sendesaals Bremen.

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