
„Blumenthaler Geschichten“: Wenn Texte aus der Nachbarschaft auf die Bühne kommen
Eine Lesung im Doku Blumenthal gibt Hobbyautorinnen und -autoren aus Bremen-Nord eine Stimme
Geschichten entstehen überall: am Küchentisch, im Café oder spät am Abend auf der Couch, wenn nach einem langen Arbeitstag endlich Ruhe eingekehrt ist. Viele dieser Texte von kreativen Menschen aus Bremen-Nord bleiben jedoch in Schubladen oder auf der Festplatte vor der Öffentlichkeit verborgen. Das Projekt „Blumenthaler Geschichten“ möchte genau das ändern.
Am Freitag, 10. April 2026, werden ab 19 Uhr im Dokumentations- und Kulturzentrum Blumenthal (Doku) ausgewählte Texte von Hobbyautorinnen und -autoren aus dem Stadtteil präsentiert – professionell gelesen vom Bremer Sprecher und Rezitator Martin Heckmann und musikalisch begleitet vom Gitarristen Jürgen Schöffel. Der Eintritt ist frei.
Vom Stadtteilprojekt zur Bühne für lokale Geschichten
Die Idee hinter dem Format ist nicht neu: Seit 2018 organisiert Martin Heckmann bereits die „Kattenturmer Geschichten“ in Zusammenarbeit mit dem Bürgerhaus Obervieland. Die Reihe kommt sehr gut an und wurde auch schon unter organisatorischer Federführung des Bürgerhaus Obervieland im vergangenen Oktober in Bremen-Nord mit den „Vegesacker Geschichten“ ausgeweitet. Damals hatte Martin Heckmann allerdings auch einige Geschichten aus Kattenturm mitgebracht – dieses Mal wird das anders.

Für den Termin im April hat der Sprecher nur Geschichten von Menschen aus Blumenthal und Umgebung gesammelt. Und zwar denen, die gerne schreiben, ihre Texte aber bislang nicht öffentlich präsentiert haben und auch nicht mit einem Verlag zusammenarbeiten. „Die beiden Schreibwerkstätten im Doku Blumenthal waren hierbei die erste Quelle.“ Ähnlich wie in Kattenturm, treffen sich dort Menschen, die gemeinsam lesen, schreiben und ihre Texte diskutieren. „Viele davon finden später ihren Weg in unsere Lesungen“, so Heckmann. Die Themen sind so vielfältig wie die Menschen dahinter selbst: persönliche Erinnerungen, beispielsweise an Migrationserfahrungen, kleine Anekdoten, Gedichte, Krimis oder Märchen.
Der kreative Prozess dahinter
Bevor ein Text auf der Bühne zu hören ist, durchläuft er mehrere Schritte. Die Autorinnen und Autoren reichen ihre Geschichten ein, anschließend werden sie gemeinsam mit Martin Heckmann lektoriert und stilistisch überarbeitet. Aus allen Einsendungen stellt der Sprecher schließlich ein Programm zusammen – meist mit sieben bis neun Beiträgen, die thematisch und dramaturgisch aufeinander abgestimmt sind. „Ich versuche, eine Mischung aus nachdenklichen, humorvollen und spannenden Texten zusammenzustellen“, sagt Heckmann. Zu jeder Geschichte wählt Gitarrist Jürgen Schöffel ein passendes Musikstück aus, das den Text atmosphärisch begleitet. So entsteht ein abwechslungsreicher Abend aus Literatur und Musik.
Ein wahres Erlebnis
Für viele Hobbyautorinnen und -autoren sei es ein besonderer Moment, wenn ihre Texte erstmals vor Publikum zu hören sind. Oft kommen Familie, Freunde und Bekannte zur Lesung – und machen den Abend zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Finanziert wird diese Veranstaltung übrigens über die Benefizaktion des NDR „Hand in Hand für Norddeutschland“, die eine Plattform bieten soll, um das Engagement der Bürger zu fördern und die Solidarität in der Region zu stärken.
Weitere Geschichten aus Bremen-Nord gesucht
Nach der Lesung in Blumenthal sollen weitere Veranstaltungen in Bremen-Nord folgen. Gesucht werden weiterhin Menschen, die in ihrer Freizeit schreiben, auch außerhalb der Schreibwerkstätten – und ganz gleich, ob Kurzgeschichte, Gedicht oder persönliche Erinnerung.
„Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn Hobbyautoren und -autorinnen zur Veranstaltung kommen und mich ansprechen, wenn sie selbst schöne Texte für unsere Bühne haben“, ermutigt Martin Heckmann. Die Veranstaltungen seien bewusst wertschätzend gestaltet. „Man muss keine Angst haben“, betont der Sprecher. „Auch Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, können ihre Geschichten einreichen – sie werden mit Respekt behandelt und präsentiert.“
Wer seine Texte einreichen möchte, kann sich direkt an Martin Heckmann wenden: info@martin-heckmann.de.

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