
Dämm-Visite: Energie sparen leicht gemacht
Wie Bremer Häuser fit für die Zukunft werden
In Bremen gibt es rund 300.000 Wohngebäude – viele davon wurden vor Jahrzehnten gebaut, als Energieeffizienz noch kaum eine Rolle spielte. Entsprechend groß ist das Potenzial für Verbesserungen, vor allem bei der Wärmedämmung. Doch wo fängt man an? Welche Maßnahmen lohnen sich und in welcher Reihenfolge? Orientierung bietet die Dämm-Visite, ein kostenfreies Beratungsangebot der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens.
Ob eine energetische Sanierung geplant ist oder ob zunächst nur Interesse besteht: Die Dämm-Visite liefert fundiertes Wissen, das individuell auf das jeweilige Gebäude zugeschnitten ist. Im SPOT-Interview spricht Heinfried Becker, Projektleiter bei energiekonsens, darüber, was genau bei der Beratung vor Ort passiert, wie sich Häuser aus den 1960er-Jahren heute energetisch fit machen lassen und warum Dämmung oft der Schlüssel für moderne Heizsysteme ist. Seine Erfahrung zeigt: Wer frühzeitig auf fachliche Unterstützung setzt, spart nicht nur Heizkosten, sondern auch Zeit, Aufwand und CO₂.

Warum ist eine gute Dämmung der erste Schritt auf dem Weg zur energetischen Sanierung?
Heinfried Becker: Die Dämmung muss nicht der erste Schritt einer energetischen Sanierung sein. Sie erleichtert jedoch die Umstellung auf eine effizientere Heizung, wie beispielsweise eine Wärmepumpe. Der neue Wärmeerzeuger kann erheblich kleiner ausfallen und wird dadurch wirtschaftlicher und langlebiger. Daher ist es sinnvoll, zuerst die Dämmung anzugehen.
Wie groß ist der individuelle Nutzen einer Dämm-Visite?
Der Nutzen der Dämm-Visite ist erheblich. Unsere Expertinnen und Experten gehen vor Ort direkt auf geplante Vorhaben ein und setzen wichtige Impulse für die nächsten Schritte. Besonders wertvoll ist die professionelle Einschätzung, welche Maßnahmen sich sinnvoll kombinieren lassen. So lässt sich beispielsweise eine Fenstererneuerung gut mit einer neuen Außenwanddämmung verbinden. Angedachte Einzelmaßnahmen werden auf ein stimmiges Gesamtkonzept hin überprüft. Die hohe Zufriedenheits- und Umsetzungsrate aus unseren Evaluationen spricht für sich: 68 Prozent der Befragten haben direkt im Anschluss an die Dämm-Visite eine oder mehrere Maßnahmen umgesetzt, weitere 20 Prozent planen dies in naher Zukunft.
„Auch veraltete Fenster gehören zu den Schwachstellen, die wir bei unseren Visiten häufig identifizieren.“

Welche typischen Schwachstellen finden sich in älteren Bremer Wohnhäusern immer wieder?
Häuser, die vor 1970 errichtet wurden, erfüllen in der Regel keinerlei Dämmstandards. Doch selbst bei bereits teilsanierten Gebäuden stoßen wir regelmäßig auf Schwachstellen wie Luftundichtheiten und Wärmebrücken, insbesondere an kritischen Übergängen, beispielsweise zum Dach oder vom Keller ins Treppenhaus. Genau hier entstehen hohe Energieverluste, die auch zu Schimmelbildung führen können. Auch veraltete Fenster gehören zu den Schwachstellen, die wir bei unseren Visiten häufig identifizieren.
Wird die Dämm-Visite zahlreich in Anspruch genommen?
Die Resonanz ist erfreulich groß, und wir freuen uns sehr über das überwiegend positive Feedback. Interessanterweise beobachten wir aktuell eine stärkere Nachfrage nach unseren neuen Angeboten. Immer mehr Haushalte entscheiden sich für unsere Kombi-Visite, bei der die Dämm- und die Wärmepumpen-Visite gemeinsam gebucht werden können. Diese Herangehensweise ermöglicht eine umfassendere Beratung und zeigt, dass Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ganzheitlich vorgehen und die Dämmung nicht vernachlässigen möchten. Sei es, um Kosten zu sparen, das Klima zu schützen oder um zukunftsfähig und unabhängig von Kohle, Öl und Gas zu werden.
„So lässt sich das Maximum aus der zeitlich begrenzten Visite herausholen.“

Wie können sich Haushalte auf den Termin vorbereiten, um möglichst viel davon mitzunehmen?
Eine gute Vorbereitung lohnt sich in jedem Fall. Wer seinen aktuellen Energieverbrauch und seine Nutzungsziele für das Haus – heute und in naher Zukunft – kennt, ist klar im Vorteil. Je mehr Informationen bereits im Online-Anmeldeformular hinterlegt sind, desto gezielter können sich unsere Expertinnen und Experten vorbereiten und desto fundierter fällt die Beratung vor Ort aus. So lässt sich das Maximum aus der zeitlich begrenzten Visite herausholen.
Bei den Bremer Altbautagen vom 16. bis zum 18. Januar 2026 finden Interessierte am Stand von energiekonsens in Halle 7 die passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie eine Übersicht über verschiedene Dämm-Materialien. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, direkt eine Dämm- oder Kombi-Visite vor Ort zu buchen.
Auf der Internetseite von energiekonsens gibt es zu den Themen „Klimaschutz rund ums eigene Haus” und „Clever dämmen” zusätzliche Informationen.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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