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Umweltwächter sind zurück: Bremen-Nord packt an

Fünfköpfiges Team bringt frischen Schwung in Vegesack, Lesum und Blumenthal

In Bremen-Nord sind sie wieder unterwegs: die Umweltwächter. Nach einer Pause von über einem Jahr hat Mitte Februar 2026 ein neues Team seine Arbeit aufgenommen. Fünf Personen kümmern sich seitdem in Vegesack, Lesum und Blumenthal nicht nur um mehr Sauberkeit, sondern setzen auch ein sichtbares Zeichen für einen bewussteren Umgang mit Abfall im öffentlichen Raum.

Das Comeback wurde vielerorts positiv aufgenommen. Bereits in der ersten Projektphase hatten die Umweltwächter viel Anerkennung erhalten – von Anwohnenden ebenso wie aus der Kommunalpolitik.

Umweltwächter Flaschen
Engagement, das ankommt: Viele Menschen im Bremer Norden begrüßen die Rückkehr des Projekts. Adobe Stock

Mehr als Müllsammeln: Ein Projekt mit sozialer Wirkung

„Die Umweltwächter stehen für Präsenz, Verantwortung und gelebten Umweltschutz in den Stadtteilen“, fasste Susanne Hirsch, Geschäftsführerin des Vereins Arbeit und Lernzentrum e.V. (alz), bei der Wiedereinführung des Projekts zusammen.

Seit dem Start im Jahr 2018 verband das Projekt zwei zentrale Ziele: die Verbesserung der Sauberkeit in den Stadtteilen und die Förderung von Menschen, die lange ohne Arbeit waren. Mehr als 28 Teilnehmende konnten so in den vergangenen Jahren erste Schritte zurück in den Arbeitsmarkt machen.

Großes Engagement

Die Einstellung des Projekts Ende 2024 sorgte deshalb für großes Bedauern im Bremer Norden. Umso größer ist die Erleichterung über den Neustart. „Genau 13,5 Monate haben wir intensiv an einer Wiederaufnahme gearbeitet. Dank des engagierten Teams des Jobcenters war dies nun erfolgreich“, berichtet Susanne Hirsch.

Auch die enge Zusammenarbeit mit der neuen Leitung der Geschäftsstelle Nord spielte eine entscheidende Rolle: „Dort hat man verstanden, dass wir eine gewisse Anzahl an Teilnehmern brauchen. Außerdem war das Engagement groß, es gab eine tolle Zusammenarbeit und den Willen, die Umweltwächter zurückzubringen“, so Hirsch weiter.

Spürbare Effekte im Alltag der Stadtteile

Wie sehr die Umweltwächter im Alltag fehlen können, zeigte sich in der Zeit ohne das Projekt deutlich. „Man hat gespürt, dass sie nicht mehr da sind. Vor allem der Flugmüll hat stark zugenommen“, so Gunnar Sgolik, Ortsamtsleiter Vegesack. Für ihn ist die Rückkehr deshalb ein klarer Gewinn: Die sichtbare Präsenz trage zu „einer Erhöhung der Lebensqualität im urbanen Raum“ bei.

Auch in Lesum wurde das Fehlen bemerkt. Ortsamtsleiter Florian Boehlke sieht im Neustart einen wichtigen Schritt: „Ich bin überglücklich, dass es gelungen ist, das Projekt wiederzubeleben.“ Gleichzeitig betont er den pädagogischen Effekt, den die Umweltwächter im öffentlichen Raum entfalten.

Umweltwächter Gruppe
Die Umweltwächter – darunter alz-Geschäftsführerin Susanne Hirsch (links) – sind wieder im Bremer Norden unterwegs, um für mehr Sauberkeit im Alltag zu sorgen. alz

Perspektiven für Arbeit und Qualifizierung

Neben der ökologischen Wirkung steht weiterhin die soziale Komponente im Fokus. Das Projekt wird über das Beschäftigungsprogramm „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ gefördert und schafft niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen konkrete Ergebnisse aus der Vergangenheit. „Von den elf ehemaligen Umweltwächtern konnten sechs in den ersten Arbeitsmarkt wechseln. Zwei machen eine Umschulung“, erklärt Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration. Auch für Oliver Fröhlich, Ortsamtsleiter in Blumenthal, liegt hier der zentrale Mehrwert: „Das ist das große Ziel.“

Ein Modell mit Zukunftspotenzial

Mit dem Neustart ist zunächst ein fünfköpfiges Team im Einsatz, das zwischen den Stadtteilen wechselt. Perspektivisch könnte das Projekt jedoch weiter wachsen. Die Idee dahinter hat längst Strahlkraft über Bremen-Nord hinaus. Für Senatorin Schilling könnte das Konzept sogar als Modell für andere Stadtteile dienen – oder perspektivisch für ganz Bremen und Bremerhaven. Fest steht: Die Kombination aus sichtbarer Präsenz, praktischer Unterstützung und sozialer Teilhabe trifft einen Nerv. In den Straßen von Bremen-Nord zeigt sich bereits jetzt, wie wirkungsvoll lokales Engagement sein kann – für mehr Sauberkeit und ein stärkeres Miteinander.

Alle weiteren Informationen über die Umweltwächter in Bremen-Nord gibt es auf der Website des Vereins Arbeit und Lernzentrum (alz).

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Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Von Guido Finke

Meine Heimat ist das idyllische Hude – „zum Malen schön“ lautet hier das Motto. Ansonsten dreht sich bei mir als Fan der EWE Baskets Oldenburg und des SV Werder vieles um den Sport.

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