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Bremer Suppenengel

Suppenengel helfen Menschen direkt vor Ort

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Bremer Verein stillt den physischen und sozialen Hunger

„Frisch gekochtes Essen mit guten Zutaten ist ein Stück Wertschätzung gegenüber den Menschen.“ Dieser Satz stammt nicht etwa von einem Küchenchef oder der Inhaberin eines Restaurants in einem angesagten Stadtteil Bremens, sondern vom Geschäftsführer der Bremer Suppenengel, Peter Valtink. Wir erreichten ihn für ein kurzes Gespräch und einen Einblick in die tägliche Arbeit der Suppenengel.

Alles begann mit selbst gekochter Suppe und Kaffee

Valtink
Peter Valtink ist Geschäftsführer des Vereins Bremer Suppenengel. Bremer Suppenengel

Der Name Suppenengel stiftet inzwischen etwas Verwirrung, wenn es um das Angebot des eingetragenen Vereins geht: „Denn Suppe gibt es nur einmal in der Woche“, sagt Valtink mit einem Lächeln. „An den anderen vier Werktagen erhalten knapp 250 Menschen an fünf Ausgabeorten im gesamten Stadtgebiet von uns eine vollwertige Mahlzeit“, berichtet der Geschäftsführer aus dem Alltag der Helfenden.

Begonnen hat alles 1997 mit der Gründerin Zia Gabriele Hüttinger. Sie fuhr mit selbst gekochter Suppe sowie Brötchen und Kaffee auf ihrem Fahrrad los, um Obdachlose und Bedürftige in der Hansestadt mit einer warmen Mahlzeit den Magen und das Herz zu wärmen. Daraus wurde im Laufe der Jahrzehnte ein gemeinnütziger Verein. Dieser verfolgt das Ziel, hilfsbedürftige Personen in sozialen Notlagen zu unterstützen. Die Arbeit wird dabei von wenigen Hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleistet. Neben dem warmen Essen geben die Suppenengel auch warme Kleidung aus und beraten bei Krisensituationen oder Behördengängen.

Lastenfahrrad Suppenengel
Die Bremer Suppenengel nutzen umweltfreundliche Lastenräder zum Transport der Mahlzeiten. Bremer Suppenengel

An den fünf Ausgabetagen sind die Helfenden mit zehn Lastenfahrrädern unterwegs, die jeweils bis zu 300 Kilogramm befördern können. „Wir fahren das Essen zu den bekannten Begegnungspunkten in der Stadt und verteilen es dort an die Bedürftigen“, berichtet Valtink. „Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie können wir leider keine geschützte Essensausgabeorte anbieten und verteilen unser Essen im Freien“, sagt der Geschäftsführer über die derzeitigen Einschränkungen.

Die Aufgabe der Suppenengel ist laut Valtink in der Krise sogar noch wichtiger geworden: „Wir müssen schließlich nicht nur den physischen, sondern auch den sozialen Hunger der Menschen stillen.“

Der Verein erhält gute Unterstützung von allen Seiten

Suppenengel Gruppe
Das Team der Suppenengel am Standort am Bremer Bahnhof. Bremer Suppenengel

Neben den helfenden Händen vieler Freiwilliger erfahren die Bremer Suppenengel auch von einigen Supermärkten und anderen Unternehmen in Form von Lebensmittel- und Geldspenden eine Menge Unterstützung. „Und die Bremer Politik ist für unseren Verein ebenfalls ein sehr guter Beistand“, freut sich Valtink. Der Geschäftsführer übernimmt die Aufgabe seit sieben Jahren. Am meisten Spaß mache ihm, „die Dankbarkeit der Menschen draußen zu erleben und durch meinen Job viele Leute kennenzulernen“.

Für den symbolischen Mietpreis von 1 Euro pro Monat bekommen die Suppenengel nun in den Wallanlagen einen alten Standort von Umwelt Bremen und renovieren diesen komplett. „Das wird unser zukünftiger Lastenfahrrad-Hafen“, so Valtink. Denn im Moment seien die schwer tragenden Drahtesel noch auf vier bis fünf Garagen im Stadtgebiet verteilt. „Interessierte können uns dabei beispielsweise mit der Übernahme von einer Patenschaft für ein neues Fenster unterstützen.“ Und die Installation einer großen Photovoltaikanlage sei ebenfalls für die Zweigstelle in Planung. „Wir möchten gern so ökologisch wie möglich unsere Arbeit erledigen. Dafür suchen wir noch kompetente und fachlich fundierte Unterstützung.“

Interessierte finden alle Informationen zu den Bremer Suppenengeln auf dieser Seite. Aktuelle News werden zudem auf dem Facebook-Portal des Vereins ausgespielt.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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