Meine Favoriten

Polizei Bremen

Stephan Reints ist Kontaktpolizist in Schwachhausen

Artikel merken

Kontaktdienst: Vielfältige Aufgaben vor Ort

Kontaktpolizistinnen und Kontaktpolizisten (KOP) sind im Bundesland Bremen für die Betreuung und Präventionsarbeit in den Stadtteilen zuständig. Bereits seit 1999 sind diese Beamtinnen und Beamten aus dem Kontaktdienst als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizeiwache in den Straßen der Hansestadt unterwegs. In unserer Serie sprechen wir mit den „KOPs“ in Bremen und stellen ihre Arbeit vor Ort vor.

In diesem Teil lernen wir Stephan Reints kennen. Der Polizist ist Kontaktbeamter im Viertel Radio Bremen/Gete. Im Interview gibt der Beamte aus Schwachhausen einen spannenden Einblick in seinen Arbeitsalltag vor Ort.


Gibt es feste Punkte in Ihrem Tagesablauf im Kontaktdienst?

Kontaktdienst
Stephan Reints ist im Kontaktdienst im Viertel Radio Bremen/Gete unterwegs. Polizei Bremen

Stephan Reints: Ich bin erst seit März 2022 Kontaktbeamter im Revier Schwachhausen und habe innerhalb kurzer Zeit festgestellt, dass jeder Tag aufgrund von Terminen, Bürgeranfragen, spontanen Verkehrskontrollen und der Einsatzlage unterschiedlich abläuft. Zu Dienstbeginn ist es mir wichtig, dass ich mich informiere: was war los in meinen Bezirken (Radio Bremen/Gete)? Gab es entsprechende Einsätze, wo gegebenenfalls Nachsorge betrieben werden muss? Dies betrifft überwiegend Geschädigte aus dem Bereich SÄM (Straftaten gegen ältere Menschen), als auch Geschädigte von Einbrüchen. Neben der Nachsorge führen wir auch Beratungen über sicherheitsbewusstes Verhalten durch und informieren über technische Sicherheitssysteme.

Wie sehen die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme für die Bevölkerung aus?

Stephan Reints: Wenn Bürger-E-Mails mit Problemen wie Nachbarschaftsstreitigkeiten oder veränderten Verkehrssituationen eingehen, werte ich diese Informationen entsprechend aus und vereinbare ein persönliches Gespräch. Wichtig ist aus meiner Sicht, eine frühzeitige Kontaktaufnahme und entsprechende Hilfe anzubieten – einfach da zu sein. Den Menschen zeigen: Die Polizei nimmt den Sachverhalt ernst und unterstützt sie. Neben den vereinbarten Terminen bin ich jeden Tag für circa zwei Stunden mit dem Fahrrad in meinen Bezirken unterwegs. Es geht dabei um weiterführende Ermittlungen sowie Amtshandlungen für andere Behörden. Des Weiteren bin ich Ansprechpartner für jeden vor Ort und führe sehr häufig verkehrserzieherische Gespräche mit Verkehrsteilnehmenden durch.


Vielfältige Problemstellungen für den Kontaktdienst


Sie sind auch viel an Schulen und Kindergärten präsent …

Stephan Reints: Das ist richtig. Solche Institutionen aus meinen Bezirken suche ich recht häufig auf. Neben den Informationsgesprächen geht es mir dabei auch um die Verkehrsprävention (sicherer Schulweg, Sichtbarkeit, sicheres Fahrrad), gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit. Vielfach werden die Schulen auch selber aktiv und fragen nach, ob wir im Rahmen einer Projektwoche beispielsweise beim Thema Gewaltprävention „Nicht mit mir“ begleitend dabei sein können. Dies machen wir sehr gern und erhalten auch positives Feedback von den Schülerinnen und Schülern.

Welche Art von Anfragen erhalten Sie aus der Bevölkerung im Kontaktdienst?

Stephan Reints: Per E-Mail, telefonisch oder auch per Post gibt es Anfragen zu unterschiedlichen Problemen. Es geht beispielsweise um Müllablagerungen, Verkehrsprobleme, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Obdachlose, die vor Hauseingängen nächtigen, ungesicherte Baustellen, Schulwegsicherungen, Probleme mit Jugendgruppen, aufgefundene Fahrräder und noch vieles mehr.


„Man kommt mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch.“


Was macht  Ihren Bezirk (Radio Bremen/Gete) für Sie aus?

Stephan Reints: Das Wohnumfeld und die Menschen, die im Stadtteil leben. Aus meiner Sicht handelt es sich um einen Stadtteil, in dem viele Personen aus dem konservativen beziehungsweise liberal-intellektuellen Milieu zu Hause sind. Junge Familien, sehr viele ältere Menschen und Menschen aus einem anderen Kulturkreis leben hier harmonisch zusammen. Man kommt mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch. Es gibt hier viele alteingesessene Schwachhauser Bürgerinnen und Bürger, zahlreiche Wohnstraßen und den Einzelhandel an der Schwachhauser Heerstraße sowie einige Gastronomiebetriebe. Es ist ein nettes Miteinander, viele  identifizieren sich mit ihrem Stadtteil und das merkt man auch.


„Unsere Arbeit vor Ort schafft Vertrauen und Sicherheit.“


Reints Fahrrad
Stephan Reints ist jeden Tag vor Ort mit dem Fahrrad auf Präsenzstreife. Polizei Bremen

Wie würden Sie die Wichtigkeit Ihrer Aufgabe im Stadtteil einschätzen?

Stephan Reints: Wir sind das positive Bindeglied zwischen der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern. Durch  unsere Polizeiarbeit vor Ort wird Vertrauen geschaffen und die  Sicherheit verbessert. Wir begleiten Veranstaltungen und sind per Fuß- oder als Radstreife für jeden Menschen im Stadtteil erreichbar und präsent. Außerdem vertiefen wir die unterschiedlichsten Kontakte zu Schulen, Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Übergangswohnheimen und Vereinen. Was ich aber besonders wichtig finde, ist die Opfernachsorge und die Verkehrs- sowie Kriminalprävention. Wir erreichen dadurch alle Altersgruppen und können Situationen wie beispielsweise Verkehrsunfälle wirkungsvoll verhindern, möglichen Straftaten vorbeugen und Entstehungsbedingungen für Kriminalität verringern.

Haben Sie Wünsche an die Bevölkerung vor Ort?

Stephan Reints: Dass wir alle miteinander respektvoll umgehen und dass die Bürgerinnen und Bürger Verständnis für die polizeiliche Arbeit haben. Wir als Polizei haben viele Aufgaben, bei denen wir in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger eingreifen müssen. Ich hatte in letzter Zeit des Öfteren mal das Gefühl, dass das Einsehen hinsichtlich des jeweiligen Fehlverhaltens nicht so vorhanden war und dass einige Menschen die Rolle der Polizei nicht voll akzeptieren. Persönlich würde ich mir wünschen, dass man immer ehrlich und vertrauensvoll miteinander umgeht und auch mal einen Fehler eingesteht.

Unsere Reihe zu Kontaktpolizeibeamten
Unsere Reihe zu Kontaktpolizeibeamten

Wir stellen auf SPOT Kontaktpolizeibeamte aus den verschiedenen Stadtteilen in Bremen vor.

Alle bisherigen Beiträge zum Thema

Informationen zu der Arbeit des Kontaktdienstes und weiteren Themen rund um die Polizei Bremen finden sich auf www.polizei.bremen.de und www.polizei-beratung.de.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

Mehr Artikel von Tjark

Nutz doch die SPOT App!