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Straßenansicht der Alten Pathologie
Patric Leo, Bremen

Stadtteilentwicklung: Die Alte Pathologie im Hulsbergviertel

Ein historischer Ort, der Begegnungen schafft

Ein historischer Hörsaal in der Alten Pathologie
Die Alte Pathologie wurde 1913 erbaut. Das Gebäude mit einem Sektionssaal, einem Hörsaal und einer Andachtskapelle diente der Forschung und Lehre. Überseeinsel GmbH

„Die Alte Pathologie ist die Grande Dame des Hulsbergviertels“, sagt Florian Kommer. Er ist Geschäftsführer der GEG Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. Auf der rund 14 Hektar großen Fläche in der Östlichen Vorstadt entsteht zurzeit ein neues Wohnviertel, das sich durch einen Mix aus Neubauten, altehrwürdigen Gebäuden, altem Baumbestand und einer neuen Parkanlage auszeichnet. Offene Strukturen, viel Grün, Geschäfte und Gastronomie laden zum Wohlfühlen ein. Mit Arztpraxen, Kindertagesstätten und Grundschulen finden die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner hier alles für den täglichen Bedarf.

Prachtvoll und denkmalgeschützt in grüner Lage

In unmittelbarer Nähe des künftigen Luise-Aston-Parks, der grünen Lunge des Hulsbergviertels, liegt das prachtvolle und denkmalgeschützte Haus: die Alte Pathologie. Der einzigartige Bau wurde 1913 errichtet und hat sicher viele Geschichten zu erzählen. „Aus diesem Grund wollten wir den Geist des Gebäudes wahren. Daher haben wir nach einem Investor gesucht, für den die Alte Pathologie nicht nur ein Investitionsobjekt, sondern eine Herzensangelegenheit ist“, so Florian Kommer.

Historisches Gebäude in neuen Händen

Ein historisches Treppenhaus in der Alten Pathologie

Das prachtvolle Gebäude besitzt einen starken Ausdruck, den die Investoren erhalten beziehungsweise unterstreichen wollen. Auffallend sind vor allem die Treppenhäuser, Zargen und Türen.
Überseeinsel GmbH

„Als wir uns die Alte Pathologie vor Ort angeschaut haben, haben wir uns direkt verliebt“, berichtet Überseeinsel-Geschäftsführer Johannes Aderholz. Der Glaube daran, dass sich die Umnutzung dieses Gebäudes wirtschaftlich trage, hat die Investoren zur Teilnahme an der Ausschreibung bewegt. „Ihr Konzept war hervorstechend. Durch die konsequente Orientierung am Gemeinwohl hat es uns überzeugt“, sagt Florian Kommer. Zwei Jahre soll der Umbau maximal dauern. „Bis Ende 2024 wird unsere Planung abgeschlossen sowie der Bauantrag gestellt worden sein, sodass wir 2025 mit der Entkernung beginnen können“, blickt Johannes Aderholz in die nahe Zukunft.

Kunst und Kultur und ein Ort für Begegnungen

„Behutsam“ wollen die Investoren das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in seinen alten Zustand zurückversetzen. „Aber ohne ein Museum daraus zu machen!“, betont Johannes Aderholz lachend. Zargen, Türen und die Treppenhäuser bleiben erhalten. Sogar über die innenarchitektonische Einbeziehung der Kühlkammern denken die Investoren nach. „Auch wenn diese besonderen Relikte ein hohes Maß an Feingefühl erfordern“, betont der Geschäftsführer.

Luftbild der Östlichen Vorstadt, in der die Alte Pathologie steht
Die Alte Pathologie soll mit einer Mischung aus Kultur und Gastronomie das Quartier bereichern. Studio B, Bremen

Fest steht, dass die Alte Pathologie zu einem Ort der Begegnung umgestaltet wird. Gastronomie soll hier genauso Einzug halten wie Kunst- und Kulturangebote. Dabei stehen Probenräume für Musiker sowie Musikerinnen, Ateliers für Kunstschaffende, ein Tonstudio und vieles mehr auf der Liste. Dafür müssen Räume wieder geöffnet werden, denn im Laufe der Jahrzehnte sind nach und nach einige Wände dazugekommen. Auch die Kapelle wurde beispielsweise verkleinert. Eigentlich erstreckt sie sich über zwei Geschosse. In diesen Ursprungszustand soll sie zurückgesetzt und so zu einem Raum mit einzigartigem Ambiente werden, in dem vielleicht demnächst Trauungen stattfinden können. Ob Konzerte oder Theateraufführungen – der Hörsaal stellt ebenso eine attraktive Veranstaltungsfläche dar, sobald auch hier einige Wände gefallen sind.

Doch bis es so weit ist, füllt vorerst die Hochschule für Künste Bremen in einer Zwischennutzung vom 29. Mai bis 2. Juni 2024 das ehrwürdige Gebäude mit Leben. Dann wird es modern, wenn Kunststudierende ihre aktuellen Arbeiten zum Thema „Transformative Dialoge zwischen Kunst, Design und Technologie“ zeigen.

Autorin: Daniela Conrady

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Von adn_admin

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