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Aurora Borealis in Skandinavien
Schröter

Polarlicht-Jäger: Mechthild und Horst Schröter

Findorffer Ehepaar hält Vortrag mit Tipps und Fotos zum Thema Nordlichter in Bremen

Himmelsüberspannende Polarlichter sind ein Naturphänomen, das viele Menschen fasziniert. Die bunten Lichtspiele am Nachthimmel waren in den letzten Jahren sogar in Bremen zu sehen. Doch ohne das richtige Know-how hielten viele Bremerinnen und Bremer umsonst Ausschau. Tipps zum richtigen Schauen sowie beeindruckende Aufnahmen der Nordlichter in Bremen und skandinavischen Ländern gibt es am 19. Februar 2026 um 18.30 Uhr in der Stadtteilfiliale Findorff der Sparkasse Bremen. Das Findorffer Ehepaar Mechthild und Horst Schröter gestaltet dann einen abwechslungsreichen Vortragsabend zum Thema: Faszination Nordlicht. Man kann die beiden astronomiebegeisterten Findorffer schon fast als Nordlicht-Jäger bezeichnen, denn sie setzen sich auch schon mal nachts ins Auto, um den besten Aussichtspunkt für das Naturschauspiel zu finden. SPOT sprach mit ihnen über ihre Begeisterung für Aurora Borealis, Sonnenfinsternisse und Co.


Mechthild und Horst Schröter, ein Ehepaar aus Bremen, stehen Arm in Arm in einem Aussichtsturm.
Mechthild und Horst Schröter sind von Astronomie fasziniert. Schroeter

SPOT: Ihre Beschäftigung mit Astronomie und Himmelsphänomenen geht offenbar weit über ein Hobby hinaus. 

Horst Schröter: Ich interessiere mich seit vielen Jahrzehnten für Astronomie. Seit rund 50 Jahren bin ich Mitglied der Olbers-Gesellschaft in Bremen und mittlerweile auch Honorarkraft im Olbers-Planetarium. Drei- bis viermal im Jahr verreisen wir für mehrere Wochen oder legen ein verlängertes Wochenende ein, um uns mit astronomischen Themen zu beschäftigen. Für die Beobachtung der Nordlichter sind meine Frau und ich bereits zweimal nach Norwegen gereist. Sonnenfinsternisse haben wir mehrfach in den USA verfolgt, und in diesem Jahr geht es für uns nach Spanien.

Mechthild Schröter: Ich interessiere mich auch sehr für archäologisch-astronomische Themen. Viele der bekannten Bauwerke, wie Stonehenge, der Ring of Brodgar und Callanish, haben astronomische Bezüge und sind weit mehr als nur prähistorische Grabstätten. Es ist faszinierend, wie die Menschen damals, ohne Computer oder moderne Messtechniken mit bemerkenswerter Präzision die Sterne bestimmen und ihre monumentalen Bauwerke danach ausrichten konnten. Es begeistert uns immer wieder, wie auch in den letzten Jahren immer neue Entdeckungen gemacht und ausgegraben werden. Oft richten wir unsere Reisen gezielt nach solchen Orten aus.


„Mit bloßem Auge sind die Nordlichter in Bremen meist nicht in kräftigen Farben zu sehen, sondern eher als feiner Schleier am Himmel.“


Als Polarlichter in Bremen zu sehen sein sollten, haben viele Menschen vergeblich Ausschau gehalten. Was muss man beachten, um Nordlichter hierzulande zu entdecken?

Rötliches Polarlicht in Bremen Findorff
Diese Aufnahme eines Polarlichtes entstand in Findorff. Schroeter

Horst Schröter: Aktuell befinden wir uns in einer Phase, in der die Sonnenaktivität besonders hoch ist, was dazu führt, dass wir jetzt deutlich mehr Nordlichter sehen können. Solche Phasen, in denen die Sonnenaktivität ein Maximum erreicht, treten etwa alle elf Jahre auf. Die Chancen stehen also gut. Mit bloßem Auge sind die Nordlichter hier bei uns aber zunächst meist nicht in kräftigen Farben zu sehen, sondern eher als feiner Schleier am Himmel. Es sei denn, die Aurora Borealis ist besonders intensiv. Die wirklich spektakulären Polarlichter sind hier vor Ort jedoch eher selten.

Man muss den richtigen Ort, die richtige Zeit und auch die richtige Blickrichtung haben. Wichtig ist, zunächst einen dunklen Platz zu finden, mit einem klaren Blick nach Norden ohne störendes Licht, also ohne Bebauung oder in der Nähe von stark befahrenen Straßen. Denn unsere Augen benötigen etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Kommt plötzlich helles Licht ins Auge, muss man wieder von vorne beginnen. Wenn man unter den richtigen Umständen dann aber einen wolkenähnlichen Schleier am Himmel sieht, durch den hindurch man die Sterne erkennen kann, dann ist das meist ein Nordlicht.

Das klingt trotzdem schwierig. Gibt es technische Hilfsmittel, die man nutzen kann?

Mechthild Schröter: Es gibt Handy-Apps, die darüber informieren, wann und wo die Chancen gut stehen, eine Aurora Borealis zu sehen. Dazu sagen wir auch etwas bei unserem Vortrag. Außerdem kann man die Nordlichter mit einer guten Handykamera oft besser erfassen als mit bloßem Auge. Aber wenn man weiß, wann und wonach man Ausschau halten muss, kann es klappen. Wir haben 2024 das große Glück gehabt, Nordlichter in Bremen zu sehen – sogar von unserer eigenen Loggia in Findorff. Wir haben dann sofort unser Equipment eingepackt und sind losgefahren, um noch mehr zu sehen.

Fotografie eines großen, grünen Polarlichtes in Skandinavien.
Auf Reisen nach Skandinavien gelangen den Schröters solche spektakulären Fotos. Schroeter

Wenn die Handy-Apps eine Meldung ausgeben, dann fahren wir auch immer wieder auf gut Glück los. Wir schauen: Wo ist es am dunkelsten, wo fahren die wenigsten Autos?  Wir sind dann zum Teil sehr schnell fündig geworden und hatten total tolle Erlebnisse. Trotzdem muss man viel Zeit einplanen. Wir sind manchmal bis um Zwei Uhr oder sogar noch länger unterwegs,  weil die Nordlichter teilweise erst zum späteren Zeitpunkt auftauchen.

Haben Sie Tipps für besonders gute Aussichtspunkte für Nordlichter in Bremen? 

Horst Schröter: Eine Beobachtungsstation, die auch immer vom Olbers-Planetarium empfohlen wird, ist das Metalhenge auf Bremens höchsten Berg bei der Blocklanddeponie. Insbesondere die Aussicht nach Norden ist von Lichtverschmutzung frei, weil man die Stadt eher im Süden hinter sich hat. Gut geeignet für astronomische Beobachtungen ist auch der Hohe Berg bei Syke mit seiner Aussichtsplattform, der auch von der Olbers-Gesellschaft zum Beispiel für das Beobachten der Perseiden-Sternschnuppen genutzt wird.

Mechthild Schröter: In der Ochtumniederung zwischen Huchting und Strom gibt es eine Vogelbeobachtungsstation, die sich ebenfalls gut eignet. Es gibt eine ganze Menge in Bremen und umzu, man muss einfach nur gucken, dass man weit genug weg ist von der Lichtverschmutzungsglocke. Im Sommer waren wir zum Beispiel bei einem Konzert in Neuenkirchen und stellten fest, dass es dort in eine Richtung kaum Bebauung gibt. Also sind wir spontan losgefahren. In der Nähe von Aschwarden haben wir gezielt kleine Straßen gesucht, auf denen kein Verkehr herrschte, haben dort unser Auto geparkt und einfach gewartet – mit Erfolg.


„Man blickt auf eine Urgewalt der Natur.“


Was fasziniert Sie so sehr daran, den Nordlichtern hinterherzujagen und sich dafür immer wieder die Nächte um die Ohren zu schlagen?

Eine Aurora Borealis über eine Stadt in Norwegen
Ob Norwegen oder hierzulande – mit ein bisschen Know-how und Geduld kann die Sichtung gelingen. Schroeter

Horst Schröter: Das Faszinierende sind die Anblicke und die unterschiedlichen Formen. Kein Nordlicht gleicht dem anderen, jedes erscheint anders. Es ist ähnlich spektakulär wie ein Gewitter mit vielen Blitzen. Und genau wie bei Gewittern liegt darin auch eine besondere Spannung: Das, was so schön ist, ist im Grunde auch gefährlich. Ein Blitzschlag kann schlimmen Schaden anrichten, und starke Polarlichter können zu Stromausfällen oder Störungen im Funkverkehr führen. Man blickt auf eine Urgewalt der Natur.

Mechthild Schröter: Schön ist auch das Verbindende dieser Erlebnisse. Im vergangenen Jahr haben wir eine Kreuzfahrt unter dem Titel Faszination Nordlicht gemacht. Als die Polarlichter dann tatsächlich auftauchten, entstand eine unglaubliche Atmosphäre: Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und aus allen Generationen interessierten sich alle für dasselbe und waren wegen ihrer Begeisterung für die Natur unterwegs. Ähnlich ist es auch am Metalhenge oder am Hohen Berg. Dort trifft man immer wieder auf Menschen mit Teleskopen zum Sternengucken oder viel Hintergrundwissen. Dadurch ergeben sich oft tolle Gespräche und eine gegenseitige Bereicherung.

Autorenbild Kristina Bumb

Von Kristina Bumb

Für die Leserinnen und Leser außergewöhnliche Orte erkunden und interessante Menschen kennenlernen – das macht den Beruf der rasenden Reporterin so spannend.

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