Flagge von Spanien
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Mehr als eine Sprachschule

Das Instituto Cervantes bringt die spanische Kultur nach Bremen

Das Instituto Cervantes ist mehr als nur eine Sprachschule. Kultur, Mentalität und das Zusammenleben stehen im Mittelpunkt. Das geben die Mitarbeitenden an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter – in Kursen ebenso wie in kulturellen Veranstaltungen.

Schon von Weitem ist die Spanienflagge am Instituto Cervantes zu sehen. Bis 1995 war das Gebäude am Schwachhauser Ring 124 noch das offizielle Konsulat der spanischen Regierung. Als es geschlossen wurde, kam die Idee auf, dort ein Instituto Cervantes zu eröffnen – und die traf in Bremen auf viel Gegenliebe.

Direktor Ignacio Martínez-Castignani
Ignacio Martínez-Castignani ist seit fast fünf Jahren Direktor des Instituto Cervantes in Bremen. Alena Staffhorst

Es ist die weltweit größte Institution für die spanische Sprache. Der Hauptsitz ist in Madrid und Alcalá de Henares, dem Geburtsort des Schriftstellers und Namensgebers Miguel de Cervantes. 70 Zentren auf fünf Kontinenten existieren aktuell – und eines davon in Bremen. „Wir haben ein ganz klares Ziel“, betont Direktor Ignacio Martínez-Castignani. „Wir wollen nicht nur ein spanisches Institut sein, sondern ein Teil der Gesellschaft – mittendrin im Leben.“

Das funktioniert gut. „Es gibt eine Kooperation zwischen uns und der bremischen Regierung, aber auch im kulturellen Bereich sind wir sehr aktiv“, sagt Martínez-Castignani. „Wir sind bei vielen Events in der Stadt und im Umland dabei, beispielsweise bei der Breminale.“ Ausstellungen, Tanz oder auch Gesang – die Spannweite ist groß. Die Verantwortlichen versuchen dabei, auf die Wünsche und Vorlieben der Menschen vor Ort einzugehen. „Wir wollen verstehen, was Bremen braucht, was hier gut ankommt. Soziale Themen sind beispielsweise sehr beliebt.“

Komplette Bandbreite an Spanischkursen

Eine weitere große Säule – neben dem kulturellen Angebot – ist die Sprache. „Wir bieten hier Spanischkurse von A bis C an, also die komplette Bandbreite“, sagt der Direktor. „Zudem gibt es Sprachkurse mit speziellen Schwerpunkten wie etwa Business-Spanisch oder Kurse für die Tourismusbranche.“ Eine umfangreiche Bibliothek vervollständigt das Institut in Bremen.

Junge ebenso wie ältere Menschen kommen ins Instituto Cervantes, um Spanisch zu lernen. „Wir haben sehr viele Studierende hier, denn wir kooperieren mit vielen Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Hochschulen. Aber auch andere Menschen, die einfach Interesse an der Sprache haben, kommen zu uns.“

Bibliothek Instituto Cervantes
Eine umfangreiche Bibliothek ist im Instituto Cervantes zu finden. Alena Staffhorst

Und dieses Interesse steigt laut Martínez-Castignani kontinuierlich an. „Man muss sich mal bewusst machen, wo überall Spanisch gesprochen wird“, betont er. „Natürlich nicht nur in Spanien selbst, sondern auch in vielen Teilen Lateinamerikas und darüber hinaus.“ Daher würden auch Business-Kurse immer beliebter.

Das Instituto Cervantes ist eine gemeinnützige und öffentliche Einrichtung. Es gehe demnach nicht darum, Geld zu verdienen, sondern das eigene Ziel voranzubringen: die spanische Sprache sowie die Kultur zu fördern und zu verbreiten. „Das Geld, das wir durch die Kurse einnehmen, fließt zu 80 Prozent in kulturelle Aktivitäten“, sagt der Direktor. „Die restlichen 20 Prozent benötigen wir für laufende Kosten wie etwa die Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Direktor oder Direktorin wechselt nach fünf Jahren

Ignacio Martínez-Castignani selbst wird Bremen schon bald verlassen. Das ist weniger seine eigene Entscheidung als eine Vorgabe: „Ein Direktor oder eine Direktorin darf immer nur für fünf Jahre bei einem Institut arbeiten, das ist so vorgeschrieben“, sagt er. „Meine Zeit in Bremen läuft daher im August ab.“ Das hat sicherlich Vor- wie auch Nachteile, doch Martínez-Castignani sieht eher die positiven Aspekte: „Ich bin schon viel rumgekommen, war vor meiner Zeit hier in Brasilien und in Spanien. Mein nächstes Ziel ist Wien.“ Und dort, das hat er versprochen, wird er positiv von der Hansestadt sprechen: „Ich habe Bremen wirklich lieben gelernt, ich werde es vermissen. Aber dafür hat die Stadt schon bald einen Botschafter in Wien!“

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Autorenbild Alena Staffhorst

Von Alena Staffhorst

Egal, ob im Bürgerpark, am Werdersee oder im Blockland – ich bin am liebsten in Laufschuhen oder auf dem Rennrad unterwegs.

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