
Klimagarten: Grüne Oase in Findorff
Ein lebendiger Gemeinschaftsgarten zeigt, wie Natur, Nachbarschaft und gemeinsames Anpacken Menschen zusammenbringen
Es brummt und summelt im Ahnewehrweg 12. Käfer krabbeln und Schmetterlinge fliegen umher, viele Blumen blühen, und das Gemüse wächst. Der Klimagarten in Findorff ist eine grüne Oase. Dort können große und kleine Leute buddeln, pflanzen und ernten oder einfach mal die Seele baumeln lassen.
Werkeln, entspannen und feiern

Was 2021 als Stadtteilgärtnern mit Kindern begonnen hat, ist heute zu einem Platz zum gemeinsamen Werkeln, Entspannen und Feiern geworden. Ilga Keßling hat das Projekt auf den Weg gebracht und begleitet es bis heute. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit. Als Garten- und Landschaftsplanerin sowie Mutter dreier Kinder weiß sie, wie wertvoll Zeit im Grünen ist. „Ich bin in der Natur großgeworden. Mir tut die Arbeit draußen einfach gut“, sagt sie. So wie ihr geht es vielen Menschen im Stadtteil. Viele kommen bereits seit Jahren regelmäßig in den Klimagarten, um zu helfen. Wer nun Lust bekommen hat, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.
Vom Brombeerwald zum Paradies für Insekten und kleine Tiere

All das geht im Klimagarten. „Als Nächstes wollen wir ein Naschbeet anlegen“, sagt Ilga Keßling. Darüber würden sich nicht nur die Kleinsten freuen. Denn Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Stachelbeeren und Brombeeren sind auch bei den Großen sehr beliebt. „Gegen die Brombeeren mussten wir allerdings anfangs sehr ankämpfen“, erinnert sich die Landschaftsplanerin. „Die Parzelle war komplett überwuchert. Wir haben wochenlang Brombeeren zurückgeschnitten und ausgegraben.“ Die Arbeit hat sich gelohnt. Inzwischen sind nach und nach Hoch- und Sandbeete sowie viele Rückzugsorte für Insekten und kleine Tiere entstanden. Kräuter und Gemüsesorten sowie zahlreiche Stauden wachsen hier. Bienen, Hummeln, Käfer und Schmetterlinge, aber auch Igel, Hasen, Enten und Vögel haben sich im Klimagarten angesiedelt.
Es gibt viel zu entdecken

Kinder können im Klimagarten vieles lernen und entdecken. „Wir haben einen Bereich, den die Kinder ganz alleine gestalten dürfen“, sagt Ilga Keßling. „Kinder sind unsere Zukunft. Wir wollen ihnen zeigen, wie wichtig und faszinierend die Natur ist und wie wichtig es ist, achtsam mit ihr umzugehen.“ In einer Ecke im Beet häufen die Mitarbeitenden ausgezupfte und abgeschnittene Pflanzenreste an. Sie schaffen so einen Ort, der zum Beispiel Schnecken von jungen Pflänzchen fernhält. „Als die Kinder nach Insekten und anderen Tieren bei uns im Garten gesucht haben, haben sie genau dort Wiesenhummeln entdeckt“, berichtet Ilga Keßling erfreut. Ein anderer schöner Zufall war es, als ein Igel mitten über die Wiese lief, als das Figurentheater ein Stück über Kalle den Klima-Igel spielte.
Spielerisch Neues erfahren

Schulklassen und Kindergärten kommen regelmäßig in den Klimagarten, um den natürlichen Kreislauf ganz praktisch zu erleben. Mit Lupen gehen sie auf Entdeckungstour und finden Raupen, aus denen sich Schmetterlinge entwickeln. Sie hören die Bienen summen, dürfen Würmer ausgraben und erfahren, woher die vielen Ahornpflänzchen kommen. Sie säen aus und beobachten, wie ihre Pflanzen wachsen. „Und am Ende ernten und probieren wir gemeinsam“, sagt Ilga Keßling lachend.
Wenn die Kinder freie Zeit haben, dann entwickeln sich im Klimagarten immer neue Spiele mit Stöcken und anderen Fundsachen. Tipis werden gebaut und Kränze aus Gänseblümchen gebastelt. Und alle kommen von alleine zur Ruhe. „Es ist so toll zu sehen, wie viel Freude die Kinder bei uns haben. Und es tut so gut, Wissen weiterzugeben und im Kleinen etwas Gutes bewirken zu können“, sagt Ilga Keßling. Denn schließlich seien die Kinder unsere Zukunft.
Gemeinsam schöne Zeit verbringen

Inzwischen ist der Klimagarten nicht nur ein Ort, an dem gebuddelt und gepflanzt wird, sondern auch zum Feiern. Das Sommerfest (dieses Jahr am 26. Juni 2026) gehört zu den Highlights in Findorff, bei dem sich die Aktiven und andere Menschen aus dem Stadtteil zu einem lebendigen Miteinander und zum Austausch treffen. Fingerfood, selbst gemachte Limo, Musik und Aktionen wie das Binden von Wiesenblumenkränzen stehen auf dem Programm.
Im Herbst erhellen dann Lampions in allen Farben den Klimagarten. Jeder Gast bringt ein Licht als Symbol für Wärme und Helligkeit mit. Beim Lichterfest zum Saisonabschluss im November lassen die Menschen am wärmenden Lagerfeuer die Gartenzeit ausklingen und läuten die kalte Jahreszeit gemeinsam ein.
Auch abseits der Feste gibt es regelmäßig Gelegenheit, den Klimagarten kennenzulernen und selbst mit anzupacken. Bei den monatlichen Familienaktionen (etwa am 19. Juni 2026) wird gemeinsam gegärtnert, geplant und geklönt. Kinder entdecken spielerisch kleine Lebewesen, lernen Zusammenhänge in der Natur kennen und erleben, wie Gemüse, Blumen und Sträucher wachsen. Die Aktionen richten sich nicht nur an Familien, sondern an alle, die Lust auf Garten, Austausch und Natur haben.
Autorin: Daniela Conrady, Fotos: Ilga Keßling
Weitere Informationen sowie Termine gibt es auf der Website des Klimagarten.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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