
Klima-Waldpark Oslebshausen: Ein neuer Grünzug für den Ortsteil
Wege, Bäume und Spielgeräte zwischen Wohlers Eichen und Pulverberg
In Bremen-Oslebshausen ist auf einer ehemaligen Brachfläche der neue Klima-Waldpark entstanden. Der rund 1,4 Hektar große Grünzug verbindet die Wohnanlage Wohlers Eichen mit dem Gewerbegebiet Riedemann-/Reiherstraße und dem Pulverberg. Neue Wege, Baumpflanzungen, einzelne Sitzgelegenheiten und Klettergeräte für Kinder gehören zur Ausstattung. Das Projekt wurde mit rund 1,2 Millionen Euro finanziert.
Neue Wegeverbindung durch den Klima-Waldpark Oslebshausen

Der Klima-Waldpark erstreckt sich zwischen dem Wendehammer Wohlers Eichen und dem Pulverberg. Ein 2,5 Meter breiter, barrierefrei gestalteter Hauptweg und ein weiterer Weg mit wassergebundener Decke führen durch die Anlage. Die Wege bilden eine Y-förmige Verbindung zwischen dem Wohngebiet und dem angrenzenden Gewerbestandort.
Der Grünzug bietet großzügige Rasenflächen, bereits vorhandene Vegetation und neu angelegte Pflanzbereiche. Zwei größere Balancier- und Klettergeräte aus Holz stehen Kindern zur Verfügung. Hinzu kommen zwei Sitzgelegenheiten entlang der Wege.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Hochhausanlage Wohlers Eichen ist so ein kleines Naherholungsgebiet entstanden. Für die Beschäftigten der mehr als 90 Unternehmen im benachbarten Gewerbegebiet Riedemann-/Reiherstraße bietet sich eine zusätzliche Möglichkeit, eine Pause im Grünen zu verbringen.
Junge Bäume für das Stadtklima
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die neue Bepflanzung. Neben Eichensetzlingen wurden zum Beispiel Birken, Sträucher sowie verschiedene Obstbäume und Obststräucher gepflanzt. Ein kleiner Klimabaum-Pfad stellt unterschiedliche Baumarten vor, die mit Hitze, längeren Trockenperioden und starken Niederschlägen zurechtkommen sollen.
Mit den Pflanzungen verfolgt das Projekt auch ein ökologisches Ziel: Die Grünfläche soll dazu beitragen, den Stadtraum besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die jungen Bäume werden sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und den Charakter der Anlage zunehmend prägen.
Rund 1,2 Millionen Euro für die neue Grünanlage

Die Gesamtkosten des Klima-Waldparks belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Der Bund fördert das Vorhaben mit 1.182.150 Euro aus dem Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Damit wurden rund 90 Prozent der Kosten durch Bundesmittel gedeckt.
Die Projektskizze hatte das Bremer Wirtschaftsressort im März 2021 beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eingereicht. Die Umsetzung erfolgte durch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH im Rahmen des Sondervermögens Gewerbe.
Vor Beginn der Hauptbauarbeiten Mitte März 2026 waren umfangreiche Vorbereitungen erforderlich. Dazu gehörten archäologische Untersuchungen und Kampfmittelsondierungen. Außerdem mussten Böden ausgetauscht und für die Pflanzungen vorbereitet werden. Im Bereich ehemaliger Hafenbahntrassen wurde vorhandener Gleisschotter entfernt und durch geeigneten Boden ersetzt.
Ein Mahnmal soll an die Zwangsarbeit während der NS-Zeit erinnern
Das Gelände des Klima-Waldparks ist dabei ein historisch bedeutsamer Ort. Im nördlichen Teil der heutigen Grünfläche befand sich während der NS-Zeit das Kommodore-Bonte-Lager. Dort waren rund 500 sowjetische und 300 französische Kriegsgefangene untergebracht, die zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.
Nach Angaben der Internationalen Friedensschule Bremen mussten die Gefangenen unter anderem für den Werftenverbund Deschimag arbeiten. An der nahe gelegenen Reitbrake wurden ab 1941 sowjetische Kriegsgefangene begraben.
Ein geplantes Mahnmal soll an die Kriegsgefangenen und ihre Zwangsarbeit erinnern. Mit der Gestaltung wurde die Bildhauerwerkstatt der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen beauftragt.

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