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Home Staging
Christian Kosak

Home Staging: Der erste Eindruck zählt

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Die Vorzüge von Immobilien hervorheben

Es gibt besondere Menschen im Stadtteil. Sie fallen auf, weil sie besonders präsent sind, sich für etwas engagieren oder in in der Nachbarschaft aktiv sind. Einer dieser „Stadtteilköpfe“ ist Home Stagerin Nicole Schütz.


Hier ein bisschen mehr Farbe, dort ein neuer Teppich und modernes Mobiliar: Selbst auf den ersten Blick nicht so ansprechende Immobilien lassen sich mit Home Staging eindrucksvoll präsentieren und damit schneller und besser verkaufen. Was in den USA und in skandinavischen Ländern längst zum Alltag gehört, etabliert sich nun auch in Deutschland immer mehr.

Home Staging ist eine moderne Art des Immobilienmarketings. Nicole Schütz aus Bremen-Aumund im Stadtteil Vegesack ist Home Stager. Die 50-Jährige ist auf diesen neuen Beruf gestoßen, als sie selbst eine Immobilie verkaufen wollte. Sie hat ihre Ausbildung beim Berufsverband der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign gemacht und das Ganze mit einer Prüfung durch die IHK Wiesbaden gefestigt.

Home Staging
Vorher und nachher: Nicole Schütz verschönert mit wenigen Handgriffen jede Immobilie. Foto: Nicole Schütz

Frau Schütz, warum sollten Besitzer und Besitzerinnen in die Immobilie, die sie verkaufen möchte, vorher noch einmal so viel investieren?

Weil es sich lohnt. Es ist mit dem Autoverkauf vergleichbar: Jeder, der seinen Wagen verkauft, wäscht ihn vorher noch einmal und poliert ihn auf – einfach, um einen besseren Eindruck zu erzeugen. Der erste Blick entscheidet, und meistens gibt es auch keine zweite Chance. Wenn Interessenten eine Immobilie betreten, in der sie sich wohlfühlen, weil es gut riecht, die Möbel schön aussehen und sie sich vorstellen können, selbst darin zu wohnen, dann werden sie gleich ganz anders abgeholt. Vielen Menschen fällt es zudem schwer, sich leere Räume bewohnt vorzustellen. Das ist ein großes Potenzial an Kunden und Kundinnen, das möglicherweise verloren geht, weil es diese Vorstellungskraft nicht hat. Wenn dann Möbel drinstehen und alles ansprechend aussieht, dann entsteht dieses „Will ich haben!“-Gefühl.

Funktioniert Home Staging auch bei Objekten, die noch bewohnt sind?

Ja, das nennt sich „entpersonalisieren“. Ich packe dabei mit den Eigentümern und Eigentümerinnen persönliche Dinge ein. Alles, was einen Interessenten bei der Begehung ablenken könnte: die letzten Urlaubsbilder, die an der Wand hängen, die Termine für den Zahnarzt, die Karten für das nächste Konzert, zu dem man hingeht. All diese Dinge, die sehr persönlich sind, packt man weg oder an einen Ort, an dem sie nicht gleich sichtbar sind. Auch Gegenstände, die überflüssig sind, nimmt man aus einem Raum.

Sie allein können nicht alles leisten. Haben Sie ein tatkräftiges Team um sich geschart?

Ich habe ein Umzugs-, ein Entrümpelungsteam und einen Maler, die mir helfen. Aber das Dekorieren und Aufbauen der Möbel in den Immobilien, das mache ich schon selbst.

Woher nehmen Sie die ganzen Möbel und Dekorationsgegenstände?

Ich habe ein eigenes Lager, das relativ groß ist und ständig ergänzt wird. Ich packe für jeden Auftrag zielgerichtet die Dinge ein, die ich brauche. Und wenn das Objekt verkauft oder vermietet ist, hole ich sie wieder ab.

Besteht beim Home Staging die Gefahr, dass Besitzer und Besitzerinnen mit dem Verschönern ihrer Immobilie etwas vortäuschen und somit vielleicht sogar Baumängel kaschieren könnten?

Nein, Mängel verdecke ich nicht. Dafür habe ich als Mitglied des Bundesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign unterschrieben. Wenn es Schimmel, Stockflecken oder Feuchtigkeitsschäden gibt, dann überlege ich zusammen mit den Eigentümerinnen und Eigentümern, ob diese Mängel vorher fachgerecht behoben werden oder ob diese bleiben – sichtbar für die potenziellen Käuferinnen und Käufer. Home Staging hebt die Vorzüge der Immobilie hervor – es wird nichts vorgetäuscht oder verdeckt.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

zum Themenspecial „Mein Zuhause“

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Autorenbild Linda Bussmann

Von Linda Bussmann

Ich bin eine waschechte Ostfriesin und überzeugte Norddeutsche. Vor vielen Jahren zog es mich in die Hansestadt. Bremen ist seitdem meine zweite Heimat geworden.

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