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Bienen Garten
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Ein Garten für Bienen & Co.

Kostenlose Vorträge in den Stadtteilfilialen

Bienen leisten jeden Tag Erstaunliches – oft ganz leise und unbemerkt. Sie bestäuben Obstbäume, sichern Vielfalt in der Natur und sind ein wichtiger Teil unserer Nahrungskette. Doch viele Arten finden immer weniger geeignete Lebensräume. In seinen Vorträgen in den Stadtteilfilialen der Sparkasse Bremen am 21. Mai in Gröpelingen und am 28. Mai in Blumenthal zeigt Hartmut Clemen auf, wie Gärten, Grünflächen und kleine naturnahe Bereiche zu wertvollen Orten für Bienen werden können.

Im Interview erklärt der Naturgärtner, warum dabei nicht nur die Honigbiene im Mittelpunkt steht, weshalb ein weniger „aufgeräumter“ Garten oft der bessere ist – und welche Rolle Wildbienen wie die Mauerbiene spielen. Gartenbesitzende können nämlich aktiv dazu beitragen, Lebensräume für Bienen in Zeiten des Klimawandels zu erhalten und zu gestalten. Naturgärtner Hartmut Clemen erläutert bei dem interessanten Vortrag wertvolle Tricks für den Garten aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz und lädt zu einem intensiven Erfahrungsaustausch in den Räumlichkeiten der Sparkasse Bremen ein.


Bienen Clemen
Naturgärtner Hartmut Clemen vermittelt bei den kostenlosen Vorträgen in den Stadtteilfilialen viele Erkenntnisse über Bienen. Hartmut Clemen

SPOT: Worum geht es in Ihrem Vortrag „Ein Garten für Bienen & Co.“ in den Stadtteilfilialen?

Hartmut Clemen: Es geht darum, die verschiedensten Möglichkeiten zu zeigen, wie Bienen in einem Garten besser zurechtkommen können. Es geht also darum, Habitate und Gartenräume zu schaffen, in denen sie das Potenzial haben, sich zu vermehren.

Gerade bei den Wildbienen gibt es viele Arten, die gar nicht in Bäumen oder ähnlichen Strukturen nisten, sondern im Boden. Sie brauchen bestimmte Bodenmilieus, um dort leben und sich entwickeln zu können. Darauf möchte ich aufmerksam machen: Welche Möglichkeiten haben Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer in Bremen und dem Umland, um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Akteure im Garten wohlfühlen?

Wie wichtig sind Bienen für unsere Umwelt und für unser Leben?

Bienen sind ein wesentlicher Bestandteil der Nahrungskette. Letztendlich gehören sie zu den Akteuren, die unser Überleben sichern. Sie bestäuben zum Beispiel unsere Obstbäume – also Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen und vieles mehr. Alles, was befruchtet werden muss, hängt in vielen Bereichen von solchen Bestäubern ab. Das zieht sich durch den gesamten Ernährungszyklus, besonders im Obstbereich. Ohne Bienen und andere Bestäuber würde unsere Nahrungskette in dieser Form gar nicht funktionieren.


„Ein Garten muss nicht perfekt gestaltet sein, um ökologisch wertvoll zu sein.“


Was ist Ihre einfachste Empfehlung für Menschen, die einen Garten oder eine Grünfläche haben?

Einfach einiges wachsen lassen. Der Garten muss nicht zu sauber und zu ordentlich gestaltet sein. Es hilft, nicht ständig den Mähroboter laufen zu lassen, sondern auch Pflanzen zuzulassen, die sich in dem jeweiligen Bodenmilieu wohlfühlen. Vieles entwickelt sich dann ganz von allein.

Auch sogenannte Unkräuter können sehr wichtig sein. Einige Pflanzenarten haben ganz direkte Beziehungen zu bestimmten Insekten oder Schmetterlingen. Die Brennnessel ist dafür ein gutes Beispiel. Für manche Falterarten ist sie eine wichtige Grundlage, weil sich ihre Raupen davon ernähren. Solche Pflanzen schaffen Lebensräume und bieten Nahrung.

Insektenhotel
Ein Insektenhotel im Garten schafft ebenfalls Lebensraum für Bienen und andere Arten. Adobe Stock

Was können die Menschen erwarten, die zu Ihrem Vortrag in die Stadtteilfilialen kommen?

Ich bringe meine Erfahrung mit und möchte die Zusammenhänge bildlich und anschaulich darstellen – auch anhand verschiedener Bienenarten. Denn wir sprechen nicht ausschließlich über die Honigbiene, sondern auch über die vielen anderen Arten, die es ebenfalls gibt.

Ein Beispiel dafür ist die Mauerbiene. Das ist eine Wildbienenart. Diese Bienen machen keinen Honig, sind aber trotzdem sehr wichtig für die Natur. Viele Wildbienenarten sind teilweise auf einzelne Pflanzenarten spezialisiert. Sie fokussieren sich ganz besonders auf bestimmte Pflanzen. Dadurch tragen sie dazu bei, dass die Vielseitigkeit in der Natur erhalten bleibt.

Ein Garten muss nicht perfekt gestaltet sein, um ökologisch wertvoll zu sein. Im Gegenteil: Etwas mehr Wildwuchs, weniger häufiges Mähen und ein Blick für heimische Pflanzen können viel bewirken. Jede Grünfläche kann ein kleiner Lebensraum sein – für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Tiere. Gerade in den Stadtteilen, wo private Gärten, Innenhöfe, Balkone und kleine Grünflächen dicht beieinanderliegen, können solche Lebensräume wichtig für die Artenvielfalt sein. So wird Naturschutz nicht abstrakt, sondern beginnt direkt vor der eigenen Haustür.

 

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Immer wieder darf ich tolle und spannende Menschen aus unser schönen Stadt kennenlernen! Lebenswert, lebensfroh und lebensnah: Bremen, ich liebe Dich :-)

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