Meine Favoriten

Nachhaltigkeitsmarkt Schwachhausen
Linda Bussmann

Erster Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen: Wärmewende direkt im Stadtteil erleben

Derik Eicke erklärt im Interview, wie Beratung zu Klimaschutz, Energie und nachhaltigem Wohnen auf den Benqueplatz kommt

Wie lassen sich Häuser künftig klimafreundlich heizen? Welche Förderungen gibt es? Und welche Möglichkeiten bieten Photovoltaik, Wärmepumpen oder Balkonkraftwerke im Alltag? Um diese Fragen dreht sich am Sonntag, 31. Mai 2026, der erste Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen. Von 11 bis 16 Uhr wird der Benqueplatz zum offenen Treffpunkt für alle, die sich über nachhaltiges Wohnen, Energieeinsparung und Klimaschutz informieren möchten.

Klimafreundlich heizen, sanieren und sparen

Ein Flyer zur Ankündigung des 1. Nachhaltigkeitsmarkts in Schwachhausen
Auf dem Benqueplatz findet der erste Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen statt. The Emotional.Zone

Im Mittelpunkt steht die Wärmewende – also der Wandel hin zu einer klimafreundlichen, bezahlbaren und zukunftsfähigen Wärmeversorgung von Gebäuden. Gerade für viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ist das Thema mit konkreten Entscheidungen verbunden: Welche Heiztechnik passt zum eigenen Haus? Wann lohnt sich eine Sanierung? Welche Förderprogramme können helfen?

Organisiert wird der Nachhaltigkeitsmarkt vom neuen Vorstand des Vereins Die Wachmannstraße in Zusammenarbeit mit dem SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Derik Eicke. Die Initiative ging vom Verein aus, Eicke bringt vor allem sein Netzwerk mit Ausstellerinnen und Ausstellern ein. Er ist Sprecher der Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft der Bremischen Bürgerschaft und beschäftigt sich politisch besonders mit Klimaschutz, Wärmewende, Landwirtschaft und Naturschutz.

Nachhaltigkeitsmarkt Schwachhausen: Diese Ausstellerinnen und Aussteller sind dabei

Auf dem Nachhaltigkeitsmarkt treffen unabhängige Beratung, lokale Unternehmen und Initiativen zusammen. Sie zeigen, wie vielfältig die Wege in Richtung Wärmewende und Klimaschutz sein können.

  • Verbraucherzentrale Bremen und Energiekonsens: Die Verbraucherzentrale Bremen und die Klimaschutzagentur Energiekonsens beraten gemeinsam unabhängig zu Energieeinsparung, Gebäudesanierung und klimafreundlichem Heizen. Im Mittelpunkt stehen neutrale Informationen, die bei Entscheidungen rund ums eigene Zuhause Orientierung geben können.
  • Bremer Aufbau-Bank: Die Bremer Aufbau-Bank informiert über Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten. Gerade bei größeren Vorhaben wie einer energetischen Sanierung oder dem Umstieg auf eine neue Heiztechnik spielt die Frage der Förderung eine wichtige Rolle.
  • Adler Solar: Das Unternehmen Adler Solar stellt Lösungen rund um Photovoltaik und Solarenergie vor. Dabei geht es darum, wie Sonnenenergie auf dem eigenen Dach genutzt werden kann und welche Rolle Photovoltaik für eine klimafreundlichere Energieversorgung spielt.
  • 1Komma5°: Der Fachbetrieb 1Komma5° bringt Themen wie Wärmepumpe, Photovoltaik und intelligente Energiesysteme mit auf den Benqueplatz. Das Unternehmen zeigt, wie verschiedene Bausteine der Energiewende im Gebäude zusammenspielen können.
  • Balkoniestrom: Balkoniestrom macht den Einstieg in Solarenergie besonders niedrigschwellig. Im Fokus stehen Balkonkraftwerke, mit denen auch kleinere Haushalte eigenen Solarstrom erzeugen und das Thema Energiewende praktisch ausprobieren können.
  • Bremen Zero: Der Verein Bremen Zero informiert über Klimaschutz und Wärmewende aus zivilgesellschaftlicher Perspektive. Dabei geht es auch darum, wie Bremen klimaneutraler werden kann und welche Rolle Stadtteile dabei spielen.
  • Politischer Austausch vor Ort: Auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion ist mit einem Bus sowie Stehtischen und einer Bierzeltgarnitur vertreten. So entsteht auf dem Benqueplatz ein zusätzlicher Ort für Gespräche, Austausch und Begegnung rund um Klima, Energie und Stadtteilentwicklung.


„Mir ist wichtig, dass wir Informationen niedrigschwellig weitergeben.“


Nachhaltigkeitsmarkt Schwachhausen: Porträt des Initiators Derik Eicke
Derik Eicke, Sprecher für Umwelt, Klima und Landwirtschaft der Bremischen Bürgerschaft, ist der Initiator für den Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen. SPD Bremen

Im Gespräch mit SPOT erklärt Derik Eicke, wie die Idee zum Markt entstanden ist, warum der persönliche Austausch im Stadtteil so wichtig ist und welche Fragen Bürgerinnen und Bürger vor Ort klären können.

Wie entstand die Idee zum ersten Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen?
Derik Eicke: Ich bin Sprecher der Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft der Bürgerschaft und beschäftige mich seit mittlerweile drei Jahren mit der Wärmeplanung. Mir ist wichtig, dass wir die Informationen, die wir haben, niedrigschwellig an die Bevölkerung weitergeben.

In Oberneuland organisiere ich in diesem Jahr schon zum vierten Mal den Oberneulander Nachhaltigkeitsmarkt. Dann kam aus Schwachhausen die Anfrage. Eigentlich probieren wir jetzt eins zu eins das aus, was wir in Oberneuland machen. Und ich gehe davon aus, dass es auch in Schwachhausen ein Riesenerfolg wird, weil es so niedrigschwellig ist.

Wie funktioniert dieses niedrigschwellige Konzept auf dem Markt konkret?
Die Leute gehen meist zuerst zur Verbraucherzentrale oder zu Energiekonsens, also zur neutralen Beratung. Danach gehen sie zu den Firmen – wir haben ja eine ganze Reihe dort. Die letzte Station ist dann meistens die Bremer Aufbaubank, weil sie die Kredite des Landes hat, also die Klimakredite, über die man sich als Bürgerinnen und Bürger informieren kann.

Das ist ein bisschen wie Stationslernen in der Schule: Man geht einmal herum und informiert sich komplett. Das läuft immer sehr gut.

Ich bin inzwischen auch aus der Neustadt angefragt worden. Das schaffe ich dieses Jahr nicht mehr, aber vielleicht im nächsten Jahr. Dann könnte man den Nachhaltigkeitsmarkt in Schwachhausen, in der Neustadt und weiterhin in Oberneuland machen. Ziel ist es, die Menschen zu informieren.


„Der Informationsbedarf bei der Wärmeplanung ist unfassbar groß.“


Dieses Mal haben Sie die Wärmewende als Schwerpunkt genommen. Ist das immer derselbe Fokus, oder gab es bei den anderen Märkten andere Schwerpunkte?
In Oberneuland hatten wir bei den letzten beiden Märkten schon die Wärmeplanung und Wärmewende als Thema. Davor war es ganz allgemein das Thema Nachhaltigkeit. Da waren der Fahrradhändler aus Oberneuland dabei, die Imkerinnen und Imker, der NABU und der BUND. Das war also eher allgemeiner.

Aber ich merke einfach: Der Bedarf bei der Wärmeplanung ist unfassbar groß. Die Leute wollen sich informieren, wissen aber nicht genau, wo. Und hier hat man wirklich alles an einem Fleck.

Wer kann sich vom Nachhaltigkeitsmarkt angesprochen fühlen?
Die Idee ist ja in Oberneuland entstanden. Dort sind es natürlich viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die sagen: „Wir müssen jetzt mal etwas machen. Wir bekommen bald die CO₂-Bepreisung beim Gas, und wir haben gerade in den letzten Tagen gehört, dass Gas teurer wird.“

Aber auch Mieterinnen und Mieter können auf den Markt kommen. Gerade die Verbraucherzentrale ist mit Fachleuten vor Ort, um zu beraten: Was kann ich eigentlich machen? Das reicht vom Balkonkraftwerk bis zu der Frage, was passiert, wenn der Vermieter beziehungsweise die Vermieterin noch einmal eine Gastherme in die Wohnung einbaut. Da weiß man ja selbst schon: Die Nebenkosten werden in den nächsten zehn Jahren steigen, weil Gas teurer wird. Auch dazu kann man eine Beratung von der Verbraucherzentrale bekommen, die dafür offen ist.

Sowohl Energiekonsens als auch die Verbraucherzentrale bieten Gespräche zu Hause an. Man kann also vor Ort einen Termin vereinbaren, auch das ist möglich.

Der Nachhaltigkeitsmarkt bietet ein niedrigschwelliges Zusammenkommen. Ich biete sozusagen den Service an und bin ein Stück weit der Mittler zwischen Politik, Verbraucherschutz, Firmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern.

1. Nachhaltigkeitsmarkt Schwachhausen: Sonntag, 31. Mai 2026, 11 bis 16 Uhr, Benqueplatz, Bremen-Schwachhausen

4. Nachhaltigkeitsmarkt Oberneuland: Samstag, 29. August 2026, 10 bis 15 Uhr, Marktplatz Edeka Maaß, Bremen-Oberneuland

Belebte Wachmannstraße mit Außengastronomie und Marktständen an einem sonnigen Tag in Bremen
Lebendige Nachbarschaft: Die Wachmannstraße

Die Wachmannstraße lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Zwischen Stern und Schwachhauser Ring finden Shoppinglustige alles vom Geschenkartikel bis zum Fahrrad – und zwar in offener, freundlicher und persönlicher Atmosphäre. Doch das ist noch nicht alles. Das Viertel steht für ein lebendiges Miteinander.

Mehr erfahren

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

zum Themenspecial „Nachhaltigkeit“

Das könnte Sie auch interessieren

Autorenbild Linda Bussmann

Von Linda Bussmann

Ich bin eine waschechte Ostfriesin und überzeugte Norddeutsche. Vor vielen Jahren zog es mich in die Hansestadt. Bremen ist seitdem meine zweite Heimat geworden.

Mehr Artikel von Linda
Zu den Filial-Events

Nutz doch die SPOT App!

Zum Inhalt springen