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Stadtbibliothek Lesum
Tjark Worthmann

Die Bibliothek Lesum

Ein Treffpunkt für viele Menschen aus dem Stadtteil

Die Stadtbibliothek Bremen ist neben dem Hauptsitz in der Innenstadt am Wall auch mit vielen Standorten direkt in den Ortsteilen präsent. Wir waren bereits in der Gröpelinger Vertretung und sind nun in der Lesumer Zweigstelle in der Hindenburgstraße zu Gast. Vor Ort konnten wir uns mit der Leiterin Laura Heller über den Alltag und die Besonderheit im Bremer Norden unterhalten.


Wie lange sind Sie bereits in der Lesumer Bibliothek?

Stadtbibliothek Lesum
Laura Heller ist die Leiterin der Stadtbibliothek in Lesum. Tjark Worthmann

Laura Heller: Ich bin seit 2019 hier als Leiterin tätig. Der Start war aufgrund der Corona-Pandemie dann etwas schwieriger als gedacht. Alles, was ich an der Bibliotheksarbeit so liebe, war einfach nicht möglich. Für mich ist eine Bibliothek immer ein lebendiger Ort.

Was genau fasziniert Sie an der Arbeit?

Die Arbeit mit den Menschen und die Bibliothek als lebendiger Ort. Viele Menschen verbinden Bibliotheken immer noch ganz klassisch mit dem Buch und mit der Buchausleihe. Aber das hat sich stark verändert in den letzten Jahren: Die Leute leihen immer weniger gedruckte Bücher aus. Einiges im Leben verlagert sich ins Digitale – das merken wir auch in den Bibliotheken. Diese Orte werden immer mehr zum dritten Ort neben der Arbeit und dem Zuhause. Wir möchten ein Treffpunkt für die Menschen sein, an dem sie lernen, arbeiten, entspannen sowie sich mit Freundinnen und Freunden treffen können. Unser großer Veranstaltungsraum bietet neben vielen anderen Terminen auch Platz für eine Flötengruppe. Die Mitglieder treffen sich alle zwei Wochen kostenlos bei uns und haben einen Ort zum gemeinsamen Spielen. Wir versuchen einfach, die Bibliothek Lesum mit Leben zu füllen und den Leuten hier Möglichkeit zu bieten.

Stadtbibliothek Lesum
Der große grüne Baum inmitten der Bibliothek Lesum. Tjark Worthmann

Dabei entstehen schnell langfristige Beziehungen …

Ja, das ist richtig. Wir haben bereits zahlreiche Stammkundinnen und Stammkunden. Viele sind schon ewig bei uns und kommen nun mit ihren Kindern wieder. Da schließt sich einfach der Kreis. Das macht uns glücklich und bestätigt uns in der Arbeit. Die Renovierung des oberen Bereiches der Bibliothek ist zudem richtig schön geworden und hat uns eine Menge gebracht. Wir haben Regale auf Rollen und können die Fläche auch schnell für Veranstaltungen wie beispielsweise die Burglesumer Kulturtage freiräumen. Besonders der große künstliche Baum im Zentrum zieht eine Menge Blicke auf sich und lädt zum Verweilen ein.

Wir sind ein konsumfreier Ort, und alle können zu uns kommen. Es besteht keine Verpflichtung zu einer Bibliothekskarte. Die ist übrigens für Kinder und Jugendliche komplett kostenlos. Wenn man bedenkt, dass man damit in allen Zweigstellen Bücher, Filme, Videospiele für Playstation und Switch, Tonie-Figuren und vieles mehr ausleihen kann, finde ich das ein tolles Angebot. Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 36.000 Besuche – von Menschen aller Altersklassen. Manche kommen mit der ganzen Familie, manche bleiben mehrere Stunden – so, wie es gerade passt. Wir haben freies WLAN, Computer und Arbeitsplätze sowie für die Kinder eine bunte Ecke mit Spielzeug.


„Wir entwickeln das Programm stetig weiter.“


Was ist derzeit besonders beliebt in der Ausleihe?

Wir schauen nach aktuellen Trends und entwickeln das Programm stetig weiter. Bei den Kindern sind beispielsweise die Tonie-Figuren-Hörspiele sehr beliebt. Viele haben nämlich keine CDs mehr, sondern diese Art von Hörspielen, bei denen man seine Lieblingsfigur auf eine Lautsprecherbox stellt und diese dann eine Geschichte abspielt. Stark nachgefragt ist auch das Edurino-System, das ebenfalls mit Figuren Lerninhalte vermittelt.

Wir haben hier ebenfalls eine Bibliothek der Dinge und verleihen Hochdruckreiniger, Bollerwagen, Bohrmaschine und Nähmaschine. Alles ist in dem Jahresbeitrag mit drin. Mit dem Bestellservice über unserer Onlinesuche können die Menschen auch einfach Medien aus der ganzen Stadt herbestellen und bei uns vor Ort in Lesum abholen. Beliebt ist auch unsere Saatgutbibliothek für Pflanzen, da sind die Samen im Frühjahr sehr schnell vergriffen. Zum Herbst bringen dann viele neues Saatgut für das kommende Jahr.

Stadtbibliothek Lesum
Die Kinderecke in der Lesumer Bibliothek. Tjark Worthmann

Wie viele Medien gibt es hier vor Ort in Lesum?

Es sind knapp 24.000. Knapp zehn Prozent des Bestands erneuert sich im Laufe des Jahres, und wir schauen, dass wir möglichst aktuell sind. Neue Literatur ist bei uns also genauso zu finden wie aktuelle Sachbücher und Spielfilme, die vor Kurzem erst im Kino liefen.

Und das Team bietet auch viele Events für die Menschen vor Ort an …

Ja, genau. Einmal pro Woche haben wir beispielsweise einen Nintendo-Switch-Nachmittag, bei dem die Kinder auf der großen Leinwand gemeinsam spielen können. Im Rahmen unseres Sommer Blubs bieten wir viele weitere kostenlose Aktionen für Kinder in den Ferien. Dabei setzen sie sich mit unterschiedlichen Dingen auf verschiedene Weise kreativ auseinander. Sie schreiben beispielsweise Geschichten, malen etwas, drehen einen Film oder basteln. Auch für Erwachsene haben wir ein buntes Programm mit Lesungen und vielem mehr.

Mehr Informationen finden sich auf der Internetseite der Bibliothek Lesum.

Der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr (BIBCARD) für alle Bibliotheken in Bremen beträgt ohne Abo 16 Euro (18-27 Jahre und ab 65 Jahren) beziehungsweise 26 Euro (28-64 Jahre). Bis zum 18. Geburtstag, für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende der Hochschule Bremen ist die BIBCARD kostenlos.

Fotos in der Galerie: StabiHB (1-5), Tjark Worthmann

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Der große grüne Baum inmitten der Bibliothek Lesum.
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Die Kinderecke in der Lesumer Bibliothek.
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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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