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Podcast: „Die Akustische Enttäuschung“

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Interview mit den beiden Produzentinnen

Julia Bamberg und Julia Köhn arbeiten beide bei Bremen Vier und betreiben zusammen den Podcast „Die Akustische Enttäuschung“, in dem es um queere Inhalte geht. Es werden Themen über Ikonen der queeren Szene besprochen oder lesbische Filme analysiert. Aber auch Probleme beim Klamotten kaufen und ganz allgemeine Angelegenheiten der Szene in Bremen haben Platz in dem Podcast.

Aktuell veröffentlichen die beiden alle zwei Wochen eine neue Folge und laden zum Diskutieren, Nachdenken und Inspirieren lassen ein. Wir haben uns exklusiv mit beiden Julias zum Interview getroffen und stellen den Podcast vor.


Podcast "Die akustische Enttäuschung"
Seit mittlerweile drei Jahren diskutieren Julia Köhn (links) und Julia Bamberg in ihrem Podcast. Julia Köhn/Julia Bamberg

Wie kam es zu dem Podcast?

Er ist aus dem „Notstand“ heraus geboren, dass uns queere Themen im Radio gefehlt haben beziehungsweise immer nur bis zu einem bestimmten Grad möglich waren. Letztendlich entscheidet ja die Redaktion darüber, worüber in welchem Umfang geredet werden kann und welche Themen dann doch zu „nischig“ sind. Mit dem Podcast müssen wir uns die Frage nicht stellen – sondern entscheiden selbst, welche Themen wir den Hörerinnen und Hörer zutrauen können.


„Ab und zu wollen wir auch einfach mal nur unterhalten.“


Wen wollt ihr erreichen und warum?

Alle Menschen, die Lust haben, zuzuhören und ein Interesse an unseren Themen haben: feministisch oder nicht, queer oder Ally (Verbündete und Verbündeter). Wir möchten auf der einen Seite aufklären, unsere Geschichten erzählen und im besten Falle zeigen: Ihr seid nicht alleine mit euren Problemen oder Fragen. Trotzdem steht bei uns oft auch der Spaß im Vordergrund. Ab und zu wollen wir auch einfach mal nur unterhalten.

Welche Hürden gab es bisher?

Podcast, Produzentinnen
Die zwei Podcasterinnen haben Spaß bei der Arbeit. Julia Köhn/Julia Bamberg

Die Anfänge waren etwas holprig, weil es keine „How-To-Podcast“-Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt. Man muss sich selbst damit beschäftigen und ausprobieren. Auch technisch haben wir ein bisschen herumgetüftelt, bis wir den für uns passenden Sound gefunden haben. Für ein anständiges Equipment braucht man auch ein bisschen Geld.

Wie sehr hat die Arbeit im Radio geholfen, um das Projekt zu verwirklichen?

Sehr. Wir sind darin geübt, zu einer Öffentlichkeit zu sprechen und mussten nicht erst mit einem Mikrofon warm werden. Die Audiobearbeitung ist uns so natürlich auch sehr leicht gefallen, da wir das tagtäglich im Job machen müssen. Auch Interviews gehen so leichter von der Hand, weil man das journalistische Arbeiten gewöhnt ist und weiß, wie man am besten Fragen stellt.

Warum darf man euren Podcast nicht verpassen? Wie setzt ihr euch ab?

Wir setzen uns von anderen (queeren) Podcasts dadurch ab, dass wir nicht einfach labern, sondern für unsere Themen recherchieren und uns im Voraus genau überlegen, wo wir mit unseren Folgen hin wollen. Wir bieten eine gute Mischung aus Unterhaltung und Bildung. Und auch, wenn unser Podcast das Attribut „queerfeministisch“ trägt, kann man uns leicht folgen. Wir reden nicht aus einer – häufig als kompliziert wahrgenommenen – genderwissenschaftlichen Perspektive, sondern aus unserer persönlichen. Dabei sind wir trotzdem nicht banal einfach nur am Quatschen.

Wie ist euer Fazit nach drei Jahren? Wie ist die Resonanz? Gibt es auch negative Reaktionen?

Die Zahl der Hörerinnen und Hörer nimmt stetig zu. Die Resonanz war bislang durchweg positiv. Wir wurden zu Live-Auftritten eingeladen und bekommen immer wieder tolles Feedback. Das zeigen auch die Bewertungen bei Spotify oder Apple. Negatives Feedback haben wir tatsächlich noch nicht erhalten, dabei sind wir für konstruktive Kritik natürlich immer offen.

Was hat bisher am meisten Spaß gemacht?

Podcast
Entspannt zurücklehnen und den Podcast genießen. freepik.com

Am meisten Spaß machen immer wieder die Gespräche mit unseren Gästen, die bislang ausnahmslos spannende Geschichten zu erzählen hatten: Manuel, der uns von der Aktion „Out In Church“ berichtet, Simone Mölders, die über ihren jahrelangen Kampf und ihr Engagement gegen Brustkrebs erzählt, die Musikerinnen Nicola Rost und Wilhelmine, die in der noch immer von Männern dominierten Popmusik-Branche bestehen und ihren Alltag mit uns teilen, oder Anastasia Biefang, die erste Trans-Kommandeurin der Bundeswehr, die von ihrem Alltag und den Hürden bei ihrem Arbeitgeber erzählt hat. Aus den Gesprächen gehen wir immer total inspiriert heraus.

Über welche Themen wollt ihr noch berichten? Was können wir noch von euch erwarten?

Wir möchten gern noch mehr von Menschen und queerem Leben aus der Region erzählen. Aber wir haben auch noch den einen oder anderen Promi an der Angel. Lasst euch überraschen!

Die Themen gehen uns jedenfalls so schnell nicht aus! Wir freuen uns aber natürlich auch, wenn wir für Live-Auftritte gebucht werden. Und vielleicht gibt es ja irgendwann eine „akustisch enttäuschende“ Tour.

Wer den Podcast „Die Akustische Enttäuschung“ hören möchte, kann das auf Spotify, Apple Podcasts und Audible machen. Und auch bei Twitter sind die beiden Produzentinnen aktiv.

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Von Sarah Meyer

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