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Poetry on the Road
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„Viertel Vibes“ bringt Poetry Slam direkt ins Ostertor

Ehrliche Texte und jede Menge Energie

Poetry-Slam, aber nahbar, direkt, umsonst und mitten im Stadtteil: Mit „Viertel Vibes“ zieht das internationale Literaturfestival „Poetry on the Road“ am 26. Juni 2026 um 15.30 Uhr erstmals in eine Bremer Stadtteilfiliale – und richtet sich gezielt an ein junges Publikum. Am Freitagnachmittag wird die Sparkasse im Viertel damit zur Bühne für vier Slammerinnen und Slammer, die mit ihren Texten gegeneinander antreten – und das Publikum entscheidet live, wer gewinnt.

Ein kostenloser Poetry-Slam in kompakter Form

Kolja Fach
Kolja Fach ist Moderator der Veranstaltung in der Stadtteilfiliale. Lina Schmidt

Das Format ist neu für das Festival. „Wir haben das so noch nie gemacht, das ist tatsächlich eine Premiere“, sagt Esther Willbrandt. Entwickelt wurde das Konzept laut der Verantwortlichen speziell für die Stadtteilfiliale der Sparkasse Bremen und ein junges Publikum zwischen etwa 15 und 30 Jahren. „Die Vorgabe war: ein Format für junge Leute – und dafür haben wir verschiedene Ideen eingereicht. Diese hier hat dann am besten gepasst.“ Der Name „Viertel Vibes“ kommt dabei nicht von ungefähr: „Wir möchten die Leute ansprechen, die sowieso im Viertel unterwegs sind“, erklärt Willbrandt. „Der Bezug entsteht vor allem über den Ort – wir holen das Festival sozusagen direkt ins Viertel.“

Alicia Osiik
Alicia Osiik ist eine junge Poetin aus Bremen. Julia Ostertag

Vor Ort in der Stadtteilfiliale der Sparkasse Bremen erwartet die Besucher und Besucherinnen ein klassischer Poetry-Slam – allerdings in kompakter Form. Moderiert wird die Veranstaltung von Kolja Fach, selbst erfahrener Slammer, der auch das Konzept entwickelt und die Teilnehmenden ausgewählt hat. „Er macht das sehr witzig, sehr unterhaltsam und steigt vor Ort auch selbst mit einem Text ein“, gibt Willbrandt einen Ausblick auf den Event.

Veranstalterin freut sich auf tolle Beiträge und viel Leben auf der Bühne

Danach gehört die Bühne den vier Acts. Die Regeln sind dabei klar: „Eigene Texte, maximal sieben Minuten – das sind die klassischen Slam-Regeln.“ Nach einer ersten Runde entscheidet das Publikum, wer ins Finale kommt. „Dann gibt es ein Finale mit zwei Personen – und am Ende eine Ehrung.“ Das Besondere: „Das Publikum ist voll involviert, mit Applaus, mit Abstimmung – mit allem, was es hat.“

Emil Engelhardt
Emil Engelhardt steht bereits seit zehn Jahren mit eigenen Texten auf den Bühnen dieses Landes. Michelle Jekel

Inhaltlich wird es persönlich, politisch und nah dran an der Lebensrealität vieler junger Menschen. „Das ist nicht so: Wir lesen ein Gedicht und überlegen, was ein Jambus ist“, erklärt Willbrandt. „Das geht direkt ins Herz, mitten rein.“ Genau darin liegt für sie die Stärke des Formats: „Das ist total lebendig – da passiert ganz viel auf der Bühne, aber auch im Kopf und im Körper.“

Vier junge Stimmen der deutschsprachigen Slam-Szene auf der Bühne

Nadine Céline Tiryaki-Zeeb
Nadine Céline Tiryaki-Zeeb ist Slam-Poetin. Lennart Schuchaert

Viele der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler stehen bereits seit ihrer Jugend auf der Bühne. „Teilweise sind die schon mit 13 oder 16 gestartet – und das merkt man einfach. Das ist total echt und kommt direkt aus dem Leben.“ Mit dabei ist unter anderem Alicia Osiik, die sich in ihren Texten mit Themen wie Feminismus, Identität und gesellschaftlichen Erwartungen auseinandersetzt. Auch Nadine Céline Tiryaki-Zeeb steht auf der Bühne – „mit klaren Ansagen, sehr offen, kein Gewäsch“, wie Willbrandt weiß. Ergänzt wird das Line-up durch Emil Engelhardt, mehrfach ausgezeichnet und seit Jahren in der Szene aktiv, sowie Florian Wintels, der seine Auftritte auch musikalisch mit der Gitarre ergänzt. „Da ist wirklich ein Paket zusammengekommen mit Stimmen, die etwas zu sagen haben“, freut sich die Verantwortliche.

Florian Wintels
Florian Wintels singt Lieder, erzählt Geschichten und trägt Gedichte vor. Marvin Ruppert

Die Veranstaltung ist bewusst kompakt gehalten: „60 bis 70 Minuten – ein Nachmittag mit ganz viel drin.“ Der Eintritt ist dabei übrigens kostenlos, eine Anmeldung über die Eventseite wird jedoch empfohlen, da die Plätze begrenzt sind. Für Willbrandt ist klar, warum sich ein Besuch am 26. Juni 2026 in der Stadtteilfiliale lohnt: „Das ist einfach wahnsinnig direkt. Man fühlt sich sofort angesprochen.“ Und sie ist sich sicher: „Das wird keinen auf den Stühlen halten.“

„Viertel Vibes“ ist Teil des internationalen Literaturfestivals „Poetry on the Road“, das Bremen seit über 25 Jahren zur Bühne für zeitgenössische Lyrik macht und in diesem Jahr vom 26. bis 28. Juni 2026 stattfindet. An verschiedenen Orten in der Stadt treffen dabei Autorinnen und Autoren sowie Spoken-Word-Künstlerinnen und -Künstler aus aller Welt aufeinander. Das Festival steht für „lebendige Poesie: nahbar, offen, beweglich“ und bringt unterschiedlichste Formen von Literatur zusammen – von klassischen Lesungen bis hin zu experimentellen Performances im öffentlichen Raum. Das Programm besticht dabei durch vielfältige Beiträge im gesamten Stadtgebiet.

 

Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Immer wieder darf ich tolle und spannende Menschen aus unser schönen Stadt kennenlernen! Lebenswert, lebensfroh und lebensnah: Bremen, ich liebe Dich :-)

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