
Die 33. Burglesumer Kulturtage starten
Konzerte, Lesungen, Mitmachaktionen und vieles mehr
Vom 30. Mai bis 7. Juni wird der Burglesum wieder zur Bühne für Kultur, Begegnung und Stadtteilgefühl. Zum 33. Mal laden die Burglesumer Kulturtage dazu ein, Kunst, Musik, Literatur und vieles mehr dort zu erleben, wo das Ganze auch entsteht: nämlich mitten im Quartier im historischen Lesumhafen, getragen von vielen engagierten Menschen aus dem Nordbremer Stadtteil.
Eine Eröffnungsparty mit vielen Aktionen
Eröffnet werden die Kulturtage am Samstag, 30. Mai, am Lesumhafen. „Wir haben in diesem Jahr ein sehr buntes Programm am Eröffnungstag mit einem Mittelblock, der sehr familien- und kinderfreundlich ist“, erzählt Klaus Schnitger, der die Burglesumer Kulturtage federführend zusammen mit Karl-Heinz Tietjen organisiert.
So bringen Straßenzauberei mit Comedy, eine Kindertanzgruppe und verschiedene Mitmachaktionen Bewegung und Unterhaltung an den Lesumer Hafen. Auch die ortsansässigen Vereine gestalten das Programm aktiv mit: Die Kanusport-Abteilung von Tura lädt Jung und Alt zu Drachenbootfahrten auf der Lesum ein. Die Rhythmische-Sportgymnastik-Abteilung (RSG) des TSV Lesum-Burgdamm bietet an mehreren Stationen Übungen zum Ausprobieren an, die später gemeinsam aufgeführt werden. Auch praktische Angebote gehören zum Auftakt: Der ADFC codiert von 15 bis 17 Uhr Fahrräder, das THW lädt zu Mitmachaktionen ein und die Sparkasse Bremen bietet eine kreative Aktion rund um das Anmalen von Sparscheinen an.
Musikalisch beginnt der Tag traditionell mit der Big Band der Musikschule Bremen. „In diesem Jahr ist es uns zudem gelungen, die Bremen-Norder Urgesteine Natural Forces nach zehn Jahren Pause wieder zusammenzuführen“, ergänzt Klaus Schnitger. So werden Andreas Linke, Michael „Bexi“ Becker und Rüdiger Estrup an diesem Tag spielen.
Ohne Ehrenamt geht nichts
Organisator Klaus Schnitger hebt besonders hervor, wie viele Akteurinnen und Akteure an der Umsetzung der Burglesumer Kulturtage beteiligt sind. Zum Organisationsteam und Netzwerk gehören unter anderem Karl-Heinz Tietjen, ehemaliger Kontaktpolizist in Lesum, die Interessengemeinschaft Igel, die Kulle, der Heimatverein, die Atelierkate, die Sparkasse Bremen, die St. Martini-Gemeinde Lesum, die TURA Kanusport-Abteilung sowie das Ortsamt. Dazu kommen viele helfende Hände im Hintergrund. „Nicht zu vergessen die vielen Helfer und Helferinnen, ohne deren Unterstützung wir es sehr viel schwerer hätten“, betont Schnitger, der Küster der Lesumer St.-Martini-Gemeinde ist.
Kultur soll für möglichst viele Menschen erreichbar sein

Für Schnitger steckt hinter den Burglesumer Kulturtagen weit mehr als ein abwechslungsreiches Programm. Es geht um Teilhabe, Sichtbarkeit und Zusammenhalt. „Unsere Idee ist, dass Kultur für möglichst viele Menschen erreichbar ist“, sagt er. „Die Künstlerinnen und Künstler kommen uns da entgegen und gestalten die Eintrittspreise so, dass sie eben für möglichst viele erschwinglich sind. Oder spielen für eine Spende am Ende der Vorstellung.“
Gerade darin zeigt sich der lokale Charakter der Kulturtage: Kultur wird nicht als exklusives Ereignis verstanden, sondern als gemeinsamer Erfahrungsraum. Schnitger beschreibt es so: „Menschen verschiedener Generationen kommen zusammen und tauschen sich aus. Lokale Akteure sowie Akteurinnen werden sichtbar und Netzwerke wachsen.“
Bewährtes, Neues und besondere Premieren
Die Deichlesung ist seit langem ein Publikumsmagnet und erfreut generationsübergreifend die Menschen. Dagmar Pejouhandeh präsentiert sowohl Ausschnitte aus bekannten Werken als auch bislang unveröffentlichte Texte und Bilder.
„Wir probieren in diesem Jahr erstmalig einen Familiengottesdienst mit anschließendem Flohmarkt auf dem Kirchberg zu etablieren“, erzählt Schnitger. „Darauf bin ich sehr gespannt.“ Die Stadtbibliothek bietet außerdem eine Mischung aus Chansons von Friedrich Hollaender, Georg Kreisler oder Konstantin Wecker und Texten von R.M. Rilke, Tucholsky, Busch und anderen an.
Wenn die Kulturtage zur musikalischen Heimat werden
Mehrere Ensembles sind eng mit den Burglesumer Kulturtagen verbunden. Das Bläserensemble WindArt (Titelfoto) feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum. Auch das Orchester der Freien Musikschule Bremen-Nord hat eine besondere Geschichte mit der Veranstaltungsreihe: Es entstand im Rahmen der Kulturtage und trat 2010 zum ersten Mal in der Lesumer Kirche unter Leitung von Ibrahim Gunbardhi auf. Die Idee war, Schülerinnen und Schülern sowie erwachsenen Instrumentalisten das gemeinsame Musikerleben zu ermöglichen.

Auch der Chor Pop Voices ist seit fast drei Jahrzehnten mit den Burglesumer Kulturtagen verbunden. Der allererste Auftritt des Chores fand dort statt. Seitdem ist das jährliche Konzert ein fester Bestandteil des Chorkalenders. Chorleiter Stephan Kniese bringt diese Verbindung auf den Punkt: „Das ist für uns wie nach Hause zu kommen.“
Die St. Martini-Kirche in Lesum spielt dabei eine besondere Rolle. Ihre Atmosphäre, die Nähe zwischen Chor und Publikum und die Verankerung im Stadtteil machen sie zu einem Ort, an dem Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt wird.
Ehrenamt als Herzstück der Kulturtage
Die 33. Burglesumer Kulturtage zeigen, wie viel Kraft in lokalem Engagement steckt. Klaus Schnitger und Karl-Heinz Tietjen können nach eigener Aussage weiterhin auf die gute Vorarbeit von Barbara und Peter Gedaschke aufbauen. Kontakte seien gewachsen, Abläufe eingespielt, Erfahrungen weitergegeben. Gleichzeitig brauche jede Ausgabe neue Energie, neue Helfende und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Daher freuen sich die Organisatoren über jedes Engagement.
Alle Infos zu den Burglesumer Kulturtagen
Die 33. Burglesumer Kulturtage finden vom 30. Mai bis zum 7. Juni an verschiedenen Orten im Stadtteil statt. Den Auftakt bildet die offizielle Eröffnung am Samstag, 30. Mai, am Lesumer Hafen. Danach folgen neun Tage voller Musik, Literatur, Mitmachaktionen, Begegnungen und besonderer Kulturmomente in Burglesum.
Das vollständige Programm mit allen Veranstaltungen, Uhrzeiten und Orten gibt es hier als PDF zum Nachlesen und Herunterladen.

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