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Bremopolis 2021
Sven Peters

„Bremopolis“: In diesem Sommerferienprogramm regieren die Kinder

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Vom 15. bis 19. August 2022 organisiert die Bremer Sportjugend auf dem Gelände des TV Bremen-Walle eine „Kinderstadt“

Bremopolis
„Bremopolis“ findet 2022 vom 15. bis 19. August statt. Sven Peters

Eine Stadt für Kinder, in der nur sie das Sagen haben: Das ist „Bremopolis“. Die Sommerferienbetreuung von der Bremer Sportjugend geht vom 15. bis 19. August 2022 in die vierte Runde, unter anderem unterstützt von der Sparkasse Bremen als Partnerin. Der TV Bremen-Walle 1875 stellt dabei das Areal zur Verfügung. Dann können Kinder von sechs bis zwölf Jahren spielerisch ausprobieren, wie eine Stadt funktioniert: Demokratie und Parlament, Geld und Steuern, Berufe und Verantwortung.

Unter Anleitung von Profis setzen sich die Kleinen mit verschiedenen Fragen auseinander. Wie funktioniert beispielsweise Energie? Wie geht gesunde Ernährung? Und wie entsteht ein Nachrichtenmagazin? Darüber hinaus gibt es jede Menge Gelegenheit für Sport, Spiele und Spaß. Für gesunde Ernährung und qualifizierte Betreuung ist ebenfalls gesorgt.

Bremopolis – Annika Zarrath
Annika Zarrath ist von Beginn an im Organisationsteam von „Bremopolis“. Annika Zarrath

Die Kinder haben das Kommando, Erwachsene stellen nur die Infrastruktur. Zu Letzteren gehört Annika Zarrath aus dem Vorstand der Bremer Sportjugend, der Jugendorganisation des Landessportbundes Bremen. Sie ist von Anfang an im Organisationsteam von „Bremopolis“ dabei.

Im Interview berichtet sie unter anderem vom Wert der eigenen Meinung, von einem Testlauf für den Alltag von Erwachsenen und eine gerechte Bezahlung für wichtige Berufe.


Wie entstand die Idee zu „Bremopolis“?

Annika Zarrath: Die Idee entstand im Ferienarbeitsfachausschuss (FAFA) von der hauptamtlichen Mitarbeiterin Sandra Depken – in Anlehnung an das Vorbild „Karlopolis“ aus Karlsruhe.


„Uns sind ein gutes Miteinander wichtig, die Teilhabe der Kinder und natürlich viel Spaß“


Bremopolis – Team 2021
Das Organisationsteam von „Bremopolis“ 2021. Sven Peters

Worauf kommt es bei dem Projekt an?

Annika Zarrath: Die Kinder legen viel Wert auf Partizipation, dass sie die Möglichkeit haben, die Angebote selbst mitzugestalten. Das hat in den vergangenen Jahren auch sehr gut geklappt. Dem Organisationsteam sind grundsätzlich ein gutes Miteinander wichtig, die Teilhabe der Kinder und natürlich viel Spaß.

Welche einzelnen Aktionen gibt es?

Annika Zarrath: In diesem Jahr gibt es zum Beispiel wieder zahlreiche Berufsangebote: in der Bank, im Supermarkt, in der Holzwerkstatt, in der Krankenkasse, im Arbeitsamt, in der Post, im Theater, bei der Polizei, im Naturschutz, in der Presse, im Kinderrechtsaktivismus und in der gewählten Regierung. Die Planung ist aber noch nicht abgeschlossen. Es könnten also noch weitere Angebote wie das Krankenhaus oder die Feuerwehr hinzukommen. Nachmittags gibt es verschiedene Angebote für Kreativität (Malen, Basteln) und Bewegung (Sportmobil, Sportangebote).


„Die Kinder können hautnah erleben, wie eine Demokratie funktioniert“


Welche Chancen ergeben sich aus dem Projekt für die Kinder – was können sie lernen, welche Fähigkeiten erwerben?

Bremopolis 2021
Annika Zarrath: „Es liegt uns besonders am Herzen, den Kindern eine tolle Zeit zu bieten.“ Sven Peters

Annika Zarrath: Die große Chance in diesem Ferienangebot sehen wir in der Schnittstelle von einem Freizeitangebot und Kinder- und Jugendbildung. Es liegt uns besonders am Herzen, den Kindern natürlich zum einen eine tolle Zeit zu bieten, besonders jetzt in der Pandemie, soziale Kontakte zu knüpfen sowie viel über sich selbst und über die eigenen Interessen zu lernen. Zum anderen sollen sie hautnah erleben, wie eine Demokratie funktioniert – dass man seine Meinung äußern kann und sollte, diese einen Wert hat und man durch Partizipation Dinge bewegen kann. Zusätzlich lernen sie spielerisch den Alltag der Erwachsenen ein Stück weit kennen und können sich für später einen ersten Eindruck über mögliche Berufe machen.


„Kinder legen ein besonderes Augenmerk auf Gerechtigkeit, Toleranz und Nachhaltigkeit“


Müssen sich Familien auf die Aktion vorbereiten?

Annika Zarrath: Das Angebot muss nur insofern vorbereitet werden, als dass die Eltern mit den Kindern ihre Berufswünsche besprechen und diese im Vorhinein mitteilen. Dadurch können wir dann bestmöglich organisieren, dass die Kinder bei „Bremopolis“ ihren Interessen nachgehen können. Es wäre schön, wenn die Eltern die Kinder ermutigen, Dinge auszuprobieren, und offen für diese etwas andere Art der Ferienbetreuung sind. Nach der Woche gibt es einen Feedbackbogen, den die Kinder ausfüllen sollen. Dies soll auch dazu anregen, zu überlegen, was in der Kinderstadt für das jeweils kommende Jahr verbessert werden könnte.

Würde das „echte“ Bremen von Kindern regiert: Was würde sich Ihrer Meinung nach ändern?

Bremopolis 2021
Bei „Bremopolis“ zeigt sich, dass Kinder großen Wert auf Gerechtigkeit legen. Sven Peters

Annika Zarrath: Natürlich sind Gruppen in der Kinderstadt immer dynamisch. Aber was sich über die letzten Jahre gezeigt hat, ist: Die Kinder, die im Krankenhaus gearbeitet haben, haben mit am meisten verdient. Der Grund hierfür war, dass die Kinder das Gehalt nach Wichtigkeit in der Gesellschaft eingeschätzt haben. Im Allgemeinen waren sie sehr solidarisch, haben sich für Müllvermeidung, gegen Plastik und für Nachhaltigkeit generell eingesetzt – beispielsweise durch Demonstrationen. Ich glaube, dass sie in Bremen auch den Pflegekräften, der Polizei und der Feuerwehr mehr Gehalt zugestehen würden und ein besonderes Augenmerk auf Gerechtigkeit, Toleranz und Nachhaltigkeit legen. Dies wurde auch in „Bremopolis“ gelebt.


„Bremopolis“ findet vom 15. bis 19. August 2022 statt. Eine Kinderbetreuung gibt es täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr. Mitmachen können Kinder zwischen sechs bis zwölf Jahren. Das Gelände des TV Bremen-Walle liegt an der Hans-Böckler-Straße 1a.

Der Teilnahmebeitrag beträgt 100 Euro für die gesamte Woche inklusive Frühstück, Mittagessen, Getränke, Obst und aller Angebote. Einkommensschwächeren Familien ermöglicht die Aktion Hilfe für Kinder eine Teilnahme für 25 Euro (erforderlicher Nachweis: Bremen-Pass). Die Anmeldung für die „Kinderstadt“ erfolgt über die Seite der Bremer Sportjugend.

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Autorenbild Alena Mumme

Von Alena Mumme

Ich bin Tagenbaren – meine Eltern und Großeltern sind also wie ich in Bremen geboren und aufgewachsen. Nur spannende Reisen locken mich aus meiner gemütlichen Heimatstadt.

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