Immobilienkauf
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Traumhaus ohne Trauschein

Darauf müssen Paare beim Immobilienkauf achten

Wenn ein unverheiratetes Paar eine Immobilie erwerben will, kann es im Fall der Trennung oder des Todes zu erheblichen finanziellen Risiken kommen – denn Unverheiratete genießen weitaus weniger Rechte als Eheleute. Deswegen heißt es von vornherein: richtig absichern.

Eigentumsverhältnisse klären

„Auch wenn man in glücklichen Zeiten nicht an schlechte Tage denken will, muss man sich mit letzteren beim Hauskauf gründlich auseinandersetzen“, betont Finanzberater Thorsten Minke von der Sparkasse Bremen. Im Falle einer Trennung gibt es für Unverheiratete nämlich keine Regeln für die Aufteilung des Vermögens wie bei Eheleuten. „Nur derjenige, der im Grundbuch steht, ist Eigentümer. Der andere Partner oder die andere Partnerin hat keinerlei Rechte an der Immobilie“, erklärt Minke. „Deshalb sollten beide ins

Immobilienkauf als Paar
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Grundbuch eingetragen werden.“ Die sogenannten Beteiligungsverhältnisse können dabei individuell gestaltet werden: Wenn einer von beiden deutlich mehr investiert als der andere, kann er oder sie im Grundbuch beispielsweise mit zwei Drittel oder drei Viertel des Eigentums eingetragen werden.

In der Regel nehmen auch unverheiratete Paare ein gemeinsames Darlehen auf und haften damit gesamtschuldnerisch – unabhängig davon, wer eigentlich die Raten zahlt oder wie die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch geregelt sind. Die Haftung bleibt auch bei einer Trennung bestehen.

Für den Ernstfall vorbereitet sein

Zur Absicherung können Paare einen notariell beglaubigten Partnerschaftsvertrag abschließen. Dieser regelt alle Rechte und Pflichten beider Parteien. Eine weitere Option, Besitzverhältnisse zu regeln, ist die Gründung einer sogenannten Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR. Dieser Vertrag regelt Ereignisse wie beispielsweise Heirat und Trennung. „Ein Gang in die Rechtsanwalts- oder Notarkanzlei lohnt sich in jedem Fall“, betont Minke.

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Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Todesfall. „Einen Erbschaftsvertrag abzuschließen, ist überaus sinnvoll“, sagt Minke. Dieser regelt, was nach dem Tod eines Partners mit der gemeinsamen Immobilie geschieht – denn eine gesetzliche Erbberechtigung für einen nichtehelichen Partner gibt es nicht. Bei unverheirateten Paaren erben dann zum Beispiel die Kinder oder andere Familienangehörige der Verstorbenen das Haus. Auch eine Risikovorsorge ist laut Minke diesbezüglich sinnvoll. „So kann das Paar sich gegenseitig absichern – fließt im Ernstfall von einer Versicherung Geld, kann das Haus weiter von der überlebenden Partei abbezahlt werden. Oder man nutzt das Geld, um mögliche Erben auszuzahlen, ohne die gemeinsame Immobilie versteigern zu müssen“, erläutert Minke.

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Autorenbild Katharina Resmer

Von Katharina Resmer

In bin in Niedersachsen geboren, in Bremen-Nord aufgewachsen, habe in Hamburg zu mir selbst gefunden – und bin nun endlich wieder in der kleineren Hansestadt angekommen, um zu bleiben. Wandern, Fahrradfahren und Tagträumen – all das klappt ganz wunderbar in der neu-alten Heimat.

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