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Marco Bianchi vom Martinsclub
Steffi Urban

Stadtteilköpfe: Quartiersarbeit über die Neustadt hinaus

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Marco Bianchi arbeitet schon sein halbes Leben für den Martinsclub

Es gibt besondere Menschen und Institutionen im Stadtteil. Sie fallen auf, weil sie besonders präsent sind, sich für etwas engagieren oder in der Nachbarschaft aktiv sind. Wir haben mit Marco Bianchi vom Martinsclub gesprochen.

„Ich arbeite jetzt schon mein halbes Leben beim Martinsclub“, erzählt Marco Bianchi. Im Jahr 2000 hat er direkt nach seiner Erzieherausbildung bei dem Träger der Behindertenhilfe angefangen – als Assistenzkraft in Schulen. „Die Identifikation war sofort da“, sagt er. „Wir arbeiten hier mit Menschen für Menschen.“

Den Martinsclub gibt es bereits seit 1973. Er ist aus einem Elternverein hervorgegangen – von Müttern und Vätern gegründet, deren Kinder beim Martinshof arbeiteten. Seit seinen Anfangstagen

Martinsclub
Foto: Daniela Buchholz

steht er dafür, Menschen mit Beeinträchtigung zu helfen, ihren Alltag eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten. Der Martinsclub setzt sich mit seinen mehr als 1000 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern plus zahlreichen Honorarkräften für ein inklusives Leben ein und bringt Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen. Die Angebote reichen dabei von der Wohnbetreuung über die Assistenz in Schulen und die Jugendhilfe bis zu Pflegeleistungen sowie Bildungs- und Freizeitangeboten. Insbesondere Letztere gelten in ihrer Vielfalt in Deutschland als einzigartig.

Festivals, Ferienprogramm und Jugendreisen

Marco Bianchi verantwortet seit Sommer 2018 den Teilhabebereich für Kinder und Jugendliche. „Wir bieten zum Beispiel regelmäßige stattfindende Kursangebote, Ferienprogramme und inklusive Jugendreisen“, erläutert er. Für den 25. Mai 2019 plant Bianchi etwa im Sportgarten das „Alle Inklusive Festival“. Unter dem Motto „Martin rockt den Garten“ soll es neben Workshops, Hoodtraining, Streichelzoo, Klettern und einer barrierefreien Gestaltung samt Shuttle-Service natürlich auch Musik geben. Das ist der Sänger Bianchi ganz in seinem Element. Mit seiner Metalband Sorrowfield bringt er 2019 bereits das fünfte Album heraus. Beim Festival stehen aber Nachwuchsformationen im Fokus. „Und eventuell tritt die hauseigene Band Clubrock auf.“

Foto: Steffi Urban

Beliebte regelmäßige Termine bei jungen Besuchern und Besucherinnen des Martinsclubs sind zum Beispiel Schwimmkurse und Fußballspielen. In den Sommerferien ist unter anderem in Huckelriede ein Circuscamp geplant. Dieses findet in Zusammenarbeit mit der Circusschule Jokes statt. „Wir kooperieren sehr gern mit anderen Trägern“, erläutert Marco Bianchi. So könne man bestens realisieren, dass beeinträchtigte und nicht beeinträchtige Mädchen und Jungen gemeinsam und ungezwungen ihre Freizeit miteinander verbringen, Neues lernen und Spaß haben.

„Die Angebote des Martinsclubs sind grundsätzlich für jeden Interessierten offen und richten sich an alle zwischen 6 und 99 Jahren“, betont Marco Bianchi. Und natürlich wirkt der Martinsclubs weit über die Neustadt hinaus. „Wir machen Quartiersarbeit – in allen Regionen Bremens.“

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Autorenbild Steffi Urban

Von Steffi Urban

Vom Harz in die Hansestadt: Inzwischen lebe ich seit mehr als zehn Jahren in Bremen und entdecke mit Kamera und Klapprad immer noch tolle neue Ecken.

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