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Drei junge Frauen mit dem Rücken zur Kamera, die auf einem Festival im Sommer tanzen und die Arme in die Luft strecken
Adobe Stock/leszekglasner

„Sommerfest Vorstraße feat. Spittaler Straße 2026“

Bremens Festivalsommer startet mit Musik, Vielfalt und freiem Eintritt

Wenn in der Vorstraße die ersten Gitarren erklingen, Beats über den Innenhof rollen und an der Fleetbühne langsam Festivalstimmung aufkommt, ist klar: Bremens Sommer geht los. Am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Mai 2026, eröffnet das „Sommerfest Vorstraße feat. Spittaler Straße“ zum 47. Mal den Festivalsommer der Stadt. Was in den 70er-Jahren als internes Sommergrillen eines Studierendenwohnheims begann, ist inzwischen eines der größten Festivals Bremens.

Das Besondere daran ist bis heute geblieben: Das „Sommerfest“ ist unkommerziell, ehrenamtlich organisiert und bei freiem Eintritt zugänglich. Rund 6000 Menschen feiern jedes Jahr an zwei Tagen auf dem Gelände der Studierendenwohnheime Vorstraße und Spittaler Straße. Organisiert wird das Festival komplett von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst – mit viel Herzblut, Eigenverantwortung und dem Anspruch, die Preise studierendenfreundlich zu halten.

Zwei Tage, viele Sounds und jede Menge Nachbarschaftsgefühl

Musikalisch lässt sich das „Sommerfest“ kaum in eine Schublade stecken. Rock, Hip-Hop, Techno, Singer-Songwriter-Pop, elektronische Sounds und tanzbare Überraschungen gehören hier ganz selbstverständlich zusammen. Besonders Künstlerinnen und Künstler aus Bremen und der Region bekommen eine Bühne.

Traditionell startet der Freitag mit der Eröffnung durch eine Schülerinnen- beziehungsweise Schülerband. Das setzt nicht nur ein starkes Zeichen, sondern unterstützt auch die regionale Szene. Danach wird bis in den späten Abend gespielt, getanzt und gefeiert – begleitet von einem kulinarischen Angebot, das zum entspannten Festivalabend dazugehört.

Am Samstag beginnt das Kulturprogramm bereits am Nachmittag. Poetry-Slam und Kindernachmittag sind feste Bestandteile des „Sommerfests“. Dazu kommen wechselnde Programmpunkte wie der Bachata-Workshop und Bierfit. Später übernehmen dann die Bands und Acts das Gelände und bringen die Stimmung bis in die Nacht zum Kochen.

Publikum vor einer großen Bühne, auf der eine Band spielt
Das Line-Up des Sommerfestes Vorstraße feat Spittaler Straße hält die alle etwas Passendes bereit. Adobe Stock/Melinda Nagy

Das Line-up 2026

Auch 2026 zeigt das Programm, wie breit das Sommerfest musikalisch aufgestellt ist. Mit dabei sind:

Zwei Bühnen zwischen Innenhof und Fleet

Das Herz des Festivals schlägt im Innenhof: Auf der Mainstage wird es laut, energiegeladen und manchmal auch wild. Wenn die Headliner spielen, gehört hier alles dazu – vom Moshpit bis zur Wall of Death. Seit 2009 gibt es zusätzlich die Fleetbühne. Direkt am Wasser entsteht hier zunächst eine entspannte Atmosphäre mit lässiger Musik und Platz zum Durchatmen. Später am Abend zieht auch dort das Tempo an, bis die Fleetbühne ihren ganz eigenen Festivalcharakter entfaltet.

Nahaufnahme auf ein DJ Set mit bunten Lichern
Traditionell wird immer bis spät in die Nacht gefeiert und getanzt. Adobe Stock/DisobeyArt

Aus Wohnheim wird Festivalgelände

Was an zwei Tagen nach Festival aussieht, ist den Rest des Jahres ein ganz normaler Studierendenwohnpark. Das Vorstraßenwohnheim wurde bereits 1975 erbaut und bietet 233 Studierenden ein Zuhause in 3er- bis 8er-WGs. Viele Partys, Begegnungen und legendäre Studigeschichten haben hier ihren Ursprung.

Seit 2006 gehört auch das Wohnheim Spittaler Straße dazu. Mit 430 Wohnplätzen in sieben Gebäuden ist es längst Teil des gemeinsamen Wohnheimlebens geworden. Seitdem organisieren die Bewohnerinnen und Bewohner beider Häuser das Festival zusammen.

Ein Fest für Vielfalt, Akzeptanz und ein gutes Gefühl

Das „Sommerfest“ versteht sich als Ort der Vielfalt, des Wohlfühlens und der Akzeptanz. Gewalt, Rassismus, Diskriminierung und Missbrauch haben hier keinen Platz. Wer sich bedroht, angegriffen oder unwohl fühlt, kann sich an die Mitglieder des Orga-Teams wenden, die vor Ort an ihren lilafarbenen Shirts zu erkennen sind. Auch die Sparkasse Bremen unterstützt das „Sommerfest“ als Sponsorin und setzt damit ein Zeichen für lebendige Kultur, junge Musik und ehrenamtliches Engagement in den Bremer Stadtteilen.

Von Sarah Meyer

Als waschechtes Küstenkind liebe ich alles, was der Norden zu bieten hat. Vor einigen Jahren zog es mich von der Wurster Nordseeküste in die Hansestadt – und jetzt schlägt mein Herz für die Weser.

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