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Aktion Socke Bremen
Socke e.V.

Kindergruppe Socke: Wenn Erwachsene den Kindern helfen

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In der Elterninitiative gibt es eine lernfreudige Atmosphäre

Die Kindergruppe Socke e.V. in der Bremer Neustadt wurde 1996 gegründet und ist eine der beiden Betriebs-Kitas der Hochschule Bremen. Die „Socke“ ist eine Elterninitiative von Studierenden sowie dem Lehr- und Verwaltungspersonal an der Hochschule Bremen. Die Erzieherin Conny Kröger ist seit dem Gründungsjahr ein Mitglied im Team der „Socke“. Im Interview berichtet sie uns vom Alltag in der Einrichtung.


Wie sieht der Alltag in der Kindergruppe Socke aus?

Erzieherin Socke Bremen
Conny Kröger ist seit 1996 Erzieherin in der Kindergruppe des Socke e.V. in der Bremer Neustadt. Socke e.V.

Conny Kröger: Die Kinder können ab 7.30 Uhr  in ihre Kindergruppe kommen. Um 9 Uhr starten wir mit dem Morgenkreis auf persönlichen Bodenkissen. Nach dem anschließenden Frühstück, bei dem sie viel selbst machen, entscheiden und ihr Geschirr selbst aufräumen, fängt die Spielphase an: Wir fahren mit Kindertransportwagen zu Spielplätzen. Oder es wird im Bewegungs-, Gruppen- und Schlafraum gebaut und geschaukelt. Die Erwachsenen helfen den Kindern, ihre Pläne umzusetzen, sie moderieren beispielsweise das beginnende Zusammenspielen oder lesen Bücher vor. Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt. Danach warten im Schlafraum die Kissen und Decken auf die müden „Söckchen“ und sie ruhen sich aus. Nach dem Schlafen gibt es eine Obst-Runde, und ab 15 Uhr trudeln dann die Eltern nach und nach ein.

 


„Hier begegnen die Erwachsenen den Kindern auf Augenhöhe.“


Was zeichnet die Betreuung der Kinder in der Gruppe aus?

Conny Kröger: Die Betreuung in der Kindergruppe Socke ist stark geprägt von Janusz Korczaks Idee: das Recht des Kindes auf seinen heutigen Tag. Mit viel Respekt für die Belange des jeweiligen Kindes schaffen wir Gelegenheiten für eigenständiges Lernen. Gern zu einem Projektthema, welches sich aus den beobachteten Interessen der Kleinen entwickelt. In der „Socke“ begegnen die Erwachsenen den Kindern dabei auf Augenhöhe. Der Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts liegt im Lernen des Miteinanders. Um ein gelungenes Zusammenspielen und -leben zu schaffen, braucht es Übung. Dazu bekommen die Kinder Zeit, Raum und Begleitung. Wenn „unsere“ Kids dann in die Kita wechseln, sind sie schon erfahrene Spielerinnen und Spieler, sie können für sich eintreten, Konflikte regeln und trösten.

Leseecke Socke
Eine gemütliche Leseecke bietet Entspannung für die Kleinen. Socke e.V.

In der „Socke“ gibt es eine lernfreudige Atmosphäre: Die Beziehung zwischen den Kindern und den Betreuungspersonen basiert auf einer sehr fundierten Bindung. Die Kinder fühlen sich geborgen und sicher und können sich so ihrer Entdeckungsfreude hingeben. In der „Socke“  wird beispielsweise viel gesungen, gelacht, und die Eltern sind willkommen. Sie können sich bei den Tür- und Angelgesprächen in der Sofaecke mit Kaffee, Tee und vielleicht der einen oder anderen guten Idee für die nächste Etappe des Tages stärken. Die Räume stehen den Familien auch außerhalb der Öffnungszeit zur Verfügung –  beispielsweise für den Kindergeburtstag oder als Indoor-Spielplatz bei schlechtem Wetter. Im Bewegungsraum gab es auch schon Pilates- und Aerobic-Training von Eltern für Eltern.


„Die Kinder haben Kinder um sich. Das ist sooo wichtig für sie.“


Welche Möglichkeiten haben die Kinder vor Ort in der Kindergruppe Socke?

Conny Kröger: In Elternvereinen wie der „Socke“ erleben die jungen Menschen Solidarität. Wir sind wie ein kleines Dorf, in dem alle sichtbar zum Gemeinschaftsziel beitragen: dem Wohlergehen der Kinder. Hier wird kein Kind „fremdbetreut“, alle kennen sich. Durch den guten Personalschlüssel, den die „Socke“ durch die Unterstützung der Hochschule Bremen hat, kann das Team wirklich den Bedürfnissen der Kleinen gerecht werden. Und das Wichtigste: Kinder haben Kinder um sich. Das ist sooo wichtig für sie – auch im Alter unter drei Jahren.

Spiel Socke Bremen
Der große und helle Spielbereich in der „Socke“. Socke e.V.

Wie findet die Einbindung der Eltern statt?

Conny Kröger: Die „Socke“ ist ein Elternverein, der die Betreuung der Kinder der Vereinsmitglieder organisiert. Alle Aufgaben werden auf möglichst viele Schultern verteilt. Jede und jeder kann etwas beitragen: Die Eltern organisieren auch Frühstück und Mittagessen für alle Kinder. Bei gleichzeitigem Ausfall mehrerer Erzieher oder Erzieherinnen arbeiten sie im Gruppendienst mit.  In der Eingewöhnungszeit bekommen die Mütter und Väter einen guten Einblick in alle Abläufe und lernen die Betreuungspersonen gut kennen. Um ein möglichst familienähnliches Miteinander zu schaffen, wird hoher Wert auf Transparenz und Austausch gelegt. Die Elternabende finden monatlich statt, und Elterngespräche mit den pädagogischen Fachkräften können jederzeit verabredet werden.

Wie viele Kinder werden in der Neustadt betreut?

Conny Kröger: In der Kindergruppe „Socke“ werden neun Kinder unter drei Jahren betreut. Sie müssen bis zum 1. August des Jahres, in dem die Betreuung beginnen soll, zwölf Monate alt sein.

Wie bekommen interessierte Eltern einen Platz für ihr Kind?

Conny Kröger: Um einen Platz in diesem Elternverein zu bekommen, nehmen interessierte Eltern einfach Kontakt zur „Socke“ auf. Die Anmeldung erfolgt in der Kindergruppe „Socke“ über das Kita-Portal Bremen.

Der monatliche Beitrag für die „Socke“ beträgt 295 Euro. Für das Mittagessen werden Anteilskosten von 35 Euro fällig. Bei der Elternbeitragsstelle der Senatorin für Kinder und Bildung kann (je nach Einkommen) ein Zuschuss beantragt werden. Weitere Infos über die „Socke“ erfahren Interessierte auf der Seite der Kindergruppe. 

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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