
Repair Café in Obervieland: Gemeinsam reparieren statt wegwerfen
Nachhaltiger After-Work-Treff in der Stadtteilfiliale
Ein Toaster, der plötzlich streikt, eine Lampe, die dunkel bleibt, oder ein anderes Elektrokleingerät mit Macken: Nicht alles, was nicht mehr funktioniert, muss gleich im Müll landen. Genau hier setzt das Repair Café an. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, wird die Stadtteilfiliale Obervieland der Sparkasse Bremen erneut zur Reparaturwerkstatt. Von 18 bis 20 Uhr unterstützen erfahrene Helferinnen und Helfer dabei, defekten Geräten neues Leben einzuhauchen. Die Anmeldung erfolgt vorab telefonisch über den Kundenservice von Die Bremer Stadtreinigung.
Hinter dem Angebot stehen Die Bremer Stadtreinigung (DBS) und die Bremer Umwelt Beratung. Repair Cafés veranstalten beide Partner bereits seit 2014 an unterschiedlichen Orten in Bremen. Die Stadtteilfiliale Obervieland gehört dabei zu den besonderen Veranstaltungsorten: Statt am Samstagvormittag auf einer Recycling-Station findet das Repair Café hier als After-Work-Termin am Donnerstagabend statt.

Eine Kooperation mit nachhaltigem Hintergrund
Entstanden ist die Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bremen über die Mission Orange, eine Initiative von der DSB. Auf beiden Seiten sei schnell das Interesse da gewesen, gemeinsam ein Angebot rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Stadtteil auf die Beine zu stellen, berichtet Andrea Fenske von Die Bremer Stadtreinigung.
„Für uns war das eine schöne Gelegenheit, eine Lücke auf der Karte zu schließen und das Repair Café auch an einen neuen Ort im Stadtteil zu bringen“, ergänzt sie. Gleichzeitig habe das Format überzeugt: „Das After-Work-Modell ist niedrigschwellig und passt gut in den Alltag vieler Menschen.“
Dass ausgerechnet das Reparieren im Mittelpunkt steht, ist kein Zufall. Abfallvermeidung gehört zu den zentralen Aufgaben der DSB. Mit unterschiedlichen Bildungs- und Informationsangeboten möchte sie dafür sensibilisieren, bewusster mit Ressourcen und dem eigenen Konsum umzugehen.
„Reparieren ist effektiver Umweltschutz“
Für Andrea Fenske steckt hinter dem Repair Café deshalb weit mehr als die Hoffnung, dass am Ende ein kaputter Toaster wieder funktioniert. „Reparieren ist effektiver Umweltschutz. Jedes Gerät, das weiter genutzt werden kann, schont wertvolle Ressourcen und muss nicht vorzeitig entsorgt werden“, sagt sie.
Hinzu kommt der Wissenstransfer. „Die Fachleute vor Ort reparieren nicht einfach hinter verschlossenen Türen, sondern schauen gemeinsam mit den Besitzerinnen und Besitzern auf das Gerät“, weiß Andrea Fenske. So entsteht im besten Fall nicht nur eine erfolgreiche Reparatur, sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie Dinge aufgebaut sind – und wie sie sich reparieren lassen.

„Wir möchten Reparaturwissen weitergeben und zeigen, was Ressourcenschutz im Alltag ganz konkret bedeuten kann“, erklärt Fenske. Dazu gehören auch Hinweise für zukünftige Kaufentscheidungen – etwa darauf, wie gut sich Geräte reparieren lassen oder worauf bei einem möglichst langlebigen Produkt geachtet werden kann.
Nachbarschaft, Austausch und ein Blick ins Geräteinnere
Das Repair Café soll dabei ausdrücklich keine nüchterne Reparaturannahme sein. In der Stadtteilfiliale treffen Menschen aus der Nachbarschaft aufeinander, kommen miteinander ins Gespräch und können bei kostenfreien Getränken gemeinsam tüfteln.
„Im besten Fall funktioniert das mitgebrachte Gerät anschließend wieder“, sagt Fenske. „Aber auch wenn eine Reparatur nicht gelingt, nehmen die Menschen häufig interessante Einblicke mit und erfahren etwas über das Innenleben ihres eigenen Geräts.“
Werkzeug und Material stehen vor Ort bereit. Repariert werden Elektrokleingeräte. Bestimmte Geräte wie Handys, Fernsehgeräte, Fahrrad-Akkus, Kaffeevollautomaten und Hochdruckreiniger sind vom Angebot ausgeschlossen. Pro Haushalt kann ein Gerät mitgebracht werden.
Repair Cafés gibt es in ganz Bremen

Obervieland ist nur eine Station im Bremer Repair-Café-Kalender. Die Bremer Stadtreinigung organisiert jährlich rund 15 Termine an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Stadtteilen. Die meisten finden auf Recycling-Stationen statt. Dort ist der Bezug zur Arbeit der DSB unmittelbar – und Geräte, die sich tatsächlich nicht mehr retten lassen, können direkt fachgerecht entsorgt werden.
Die Stadtteilfiliale Obervieland und das Möbellager Nord bilden Ausnahmen von diesem Prinzip. „Uns ist wichtig, mit den Repair Cafés unterschiedliche Stadtteile zu erreichen und möglichst viele Menschen für das Reparieren statt Wegwerfen zu gewinnen“, erklärt Fenske.
Auch Anja Rose, Community-Managerin der Sparkasse Bremen, freut sich auf die Veranstaltung in der Stadtteilfiliale Obervieland: „Ich freue mich, dass die Reparateure mit so viel Herzblut dabei sind und hoffe, dass ihre Bereitschaft, Dinge zu reparieren. von den Kunden wertgeschätzt wird“, sagt sie und betont: „Ich halte es für wichtig, dass man wenigstens versucht, Dinge zu reparieren, bevor sie in der Tonne landen. Manches hat ja durchaus einen emotionalen Wert für die Besitzenden. Außerdem gibt es in Obervieland leider kein stationäres Repair Café oder ein vergleichbares Angebot. Der Sparkasse Bremen ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig, darum sind wir froh, nach langer Vorbereitungszeit mit Die Bremer Stadtreinigung und der Bremer Umwelt Beratung so optimale Partnerinnen gefunden zu haben.“
Das Repair Café in der Stadtteilfiliale Obervieland am 22. Oktober 2026 erfordert eine Anmeldung, die ausschließlich über Die Bremer Stadtreinigung angenommen werden kann. Interessierte melden sich telefonisch über den Kundenservice unter 04 21 / 3 61 36 11 an.
Für 2026 folgen nach dem Termin in Obervieland noch Repair Cafés am 14. November auf der Recycling-Station Findorff und am 5. Dezember auf der Recycling-Station Hastedt.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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