
Rechtsberatung im Quartier für die Menschen vor Ort
Verbraucherzentrale Bremen bietet kostenlose Sprechstunden an
Ob Ärger mit dem Telefonanbieter, untergeschobene Verträge oder Probleme mit Inkassofirmen – Verbraucherprobleme können alle treffen. Besonders schwierig wird es jedoch, wenn die Hürden zum Beratungsangebot zu hoch sind. Genau hier setzt das Projekt „Rechtsberatung im Quartier“ der Verbraucherzentrale Bremen an.
Mit offenen, kostenlosen Sprechstunden in mehreren Bremer Stadtteilen bringt es die rechtliche Beratung dorthin, wo sie besonders gebraucht wird – ins unmittelbare Lebensumfeld der Menschen. „Unsere unabhängige Rechtsberatung in den Quartieren wird generell in allen Stadtteilen gut in Anspruch genommen“, berichtet Parsya Baschiri, Leiter des Teams Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Jede Woche eine Sprechstunde – ganz ohne Termin
Die Rechtsberaterinnen und Rechtsberater der Verbraucherzentrale Bremen stehen in Gröpelingen, Hemelingen, Huchting, Huckelriede, Osterholz, Blumenthal, Obervieland sowie an zwei weiteren Standorten in Bremerhaven regelmäßig für alle Fragen rund um den Verbraucheralltag zur Verfügung – ganz ohne Termin und kostenfrei. So erhalten auch Menschen Zugang zu rechtlicher Hilfe, die aus verschiedenen Gründen sonst keine Beratung in Anspruch nehmen könnten.
„Die Reaktionen der Ratsuchenden sind durchweg positiv. Verbraucherinnen und Verbraucher sind dankbar, dass es eine Institution vor Ort gibt, die Menschen ganz schnell und unkompliziert direkt am jeweiligen Standort hilft“, so Baschiri weiter.
Kompetente Unterstützung
Die Themen reichen von klassischen Kaufverträgen und Ärger mit Energieanbietern über Haustürgeschäfte bis hin zu Schwierigkeiten mit Internetverträgen. Auch bei komplexeren Themen wie Inkassoforderungen, Pfändungen oder Ärger mit Handwerksfirmen bietet die Beratung kompetente Unterstützung an.
„Meistens geht es um Forderungen von Inkassounternehmen oder um untergeschobene Verträge am Telefon und an der Haustür. Es kommt aber auch häufig vor, dass Ratsuchende etwas im Internet bestellt haben und Probleme mit der Rückabwicklung haben“, erklärt Baschiri aus der Beratungspraxis.
Ein niedrigschwelliges Angebot mit großer Wirkung
Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. Es gibt keine komplizierten Anmeldeverfahren, keine Gebühren und keinen Fachjargon. Stattdessen gibt es eine persönliche, verständliche Beratung auf Augenhöhe. Das Ziel besteht darin, präventiv zu wirken, Wissen zu vermitteln und somit das Selbsthilfepotenzial der Verbraucherinnen und Verbraucher langfristig zu stärken.
Dabei reagiert die Beratung flexibel auf die Bedarfe im jeweiligen Quartier. Denn je nach Stadtteil sind unterschiedliche Themen besonders relevant, beispielsweise der Zugang zum Basiskonto, Probleme mit Fitnessstudioverträgen oder Fragen zu Pauschalreisen.

Verbraucherschutz als Teil der sozialen Infrastruktur
Das Projekt wird von der Bremer Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz gefördert. Es ist Teil eines Ansatzes, der Verbraucherarbeit als Teil der sozialen Infrastruktur betrachtet. Das bedeutet, dass die Beratungsangebote eng mit anderen Einrichtungen und Partnern vor Ort zusammenarbeiten, beispielsweise mit Quartierszentren, sozialen Trägern oder Stadtteilinitiativen.
Diese Vernetzung ist von zentraler Bedeutung, um Synergien zu nutzen und rechtliche Problemlagen frühzeitig zu erkennen. Auf diese Weise wird die Verbraucherberatung im Quartier zu einem wichtigen Gradmesser für gesellschaftliche Entwicklungen und die Herausforderungen des Alltags vieler Menschen.
Ein erfolgreiches Projekt mit Zukunft
Das Modellvorhaben läuft in Bremen bereits seit vielen Jahren und hat sich in der Praxis vielfach bewährt. „Das Projekt wurde 2018 ins Leben gerufen, und wir gehen stark davon aus, dass es perspektivisch langfristig fortgesetzt wird“, sagt Baschiri mit Blick auf die Zukunft.
Im Jahr 2025 wurde das Angebot zudem erweitert: „Wir haben die unabhängige Rechtsberatung in den Quartieren um zwei weitere Quartiere erweitert: eines in Bremen-Nord in der Lüssumer Heide sowie eines in Bremerhaven in Leherheide“, so Baschiri. Weitere Änderungen seien bei dem Angebot nicht geplant.
Wenn das Geld knapp wird
Ganz gleich, ob es um unerwartet hohe Rechnungen, fehlerhafte Ware oder dubiose Geschäftspraktiken geht – die Verbraucherzentrale Bremen bietet in den Quartieren schnelle Hilfe und verständliche Informationen. In Zeiten wachsender Komplexität auf dem Markt und zunehmender Digitalisierung ist dieser direkte Zugang zu rechtlicher Unterstützung ein wichtiges Signal: Niemand soll mit seinen Problemen allein bleiben.
Alle weiteren Informationen gibt es auf der Website der Verbraucherzentrale.

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