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Oberneuland Ortsamt
Tjark Worthmann

Interview mit Ortsamtsleiter Matthias Kook aus Oberneuland

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„Ich spüre ein starkes Engagement der Menschen für ihren Lebensort“

Matthias Kook ist seit 2019 Ortsamtsleiter in Oberneuland. Der 50-jährige dreifache Familienvater wohnt mit seiner Frau in Achterdiek. Im Interview spricht der begeisterte Hobbyfußballer von der täglichen Arbeit in einem der grünsten Stadtteile der Hansestadt – und darüber, was er überhaupt nicht kann.


Wie stehen Sie persönlich mit dem Stadtteil in Verbindung?

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Matthias Kook ist seit 2019 Ortsamtsleiter in Bremen-Oberneuland. Tjark Worthmann

Matthias Kook: Wir gestalten unser Familienleben in Oberneuland. Zwei meiner Kinder gehen hier zur Schule, und ich habe meine Frau in der Kirche St. Johann geheiratet. Damals habe ich die Aufgabe als Ortsamtsleiter erst ehrenamtlich für Jens Knudtsen übernommen. Daran hatte ich so viel Freude gefunden, dass ich mich auf die Stelle beworben habe. Seitdem habe ich keinen Tag bereut und bin richtig glücklich, das Vertrauen vom Beirat bekommen zu haben.

Welche aktuellen Themen sind im Stadtteil gerade interessant?

Matthias Kook: Momentan wächst der Stadtteil, und wir erreichen vielleicht bald die 14.000er-Marke von Einwohnerinnen und Einwohnern. Wir wollen daher weiter Wohnraum für junge Familien und ältere Menschen schaffen. Aktuell ist die Bebauung des Mühlenfeldes natürlich ein großes Thema: Dort war bis vor Kurzem der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt und die Anmerkungen aus der Bevölkerung werden derzeit ausgewertet. Das Vorhaben befindet sich also weiter in einem Prüfprozess.

Welche Probleme können durch weiteren Zuzug von Menschen für den Stadtteil entstehen?

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Die Oberneulander Landstraße ist in keinem guten Zustand. Tjark Worthmann

Matthias Kook: Die Infrastruktur könnte in Oberneuland dann eventuell zu einem Problem werden. Bei uns sind viele Straßen relativ klein, und die Oberneulander Landstraße ist in einem katastrophalen Zustand. Vielen Eltern sind dort die Fahrradwege zu schmal. Und da der Straßenbelag inzwischen so schlecht ist, bringen sie ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule als mit dem Fahrrad. Auf der Straße ist zudem über den gesamten Tag gesehen mächtig was los an Verkehr. Trotz vieler Bemühungen haben wir es bisher leider nicht geschafft, dort eine Tempo-30-Zone einzurichten. Ich bekomme oft in Gesprächen im Stadtteil die Frage zu hören, wann es sich denn dort bessert.

Außerdem sehe ich die Anbindung zum ÖPNV noch als verbesserungswürdig an. Der Zug fährt beispielsweise nur jede Stunde in Richtung Hauptbahnhof sowie Hamburg, und es gibt keine direkte Busverbindung in die Innenstadt. Ich selbst nutze daher gern das Fahrrad, um zur Arbeit zu kommen.

Was ja hier im Stadtteil eine durchaus schöne Strecke sein kann …

Matthias Kook: Das ist richtig! Oberneuland zeichnet sich durch einen tollen Zugang zu Land und Natur aus. Ich genieße am Hodenberger Deich den Blick in die Ferne. Für mich ist das etwas Ersatz für das fehlende Meer, da wir mit der Familie oft im Urlaub nach Wangerooge fahren. Auf dem Nachhauseweg nehme ich auch gern einen Umweg und schaue mir Orte im Stadtteil an.


„Den persönlichen Austausch halte ich für sehr wichtig.“


Was empfehlen Sie Menschen, die das erste Mal in Oberneuland unterwegs sind?

Matthias Kook: Neben der Oberneulander Mühle sollte man sich natürlich die schönen Parkanlagen und Landschaftsgärten sowie die Natur am Deich anschauen. Wir haben uns den dörflichen Charakter noch bewahrt, und viele Dinge sieht man gut auf den zweiten Blick – zum Beispiel bei längeren Spaziergängen im Stadtteil.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr?

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Das ehemalige Rathaus in der Mühlenstraße ist die Heimat des Ortsamtes Oberneuland. Tjark Worthmann

Matthias Kook: Das kulturelle Treiben und das Vereinsleben kommen gerade wieder richtig in die Gänge – und das ist auch sehr wichtig. Ich finde, der direkte Kontakt mit den Menschen ist in den letzten Jahren durch die Corona-Pandemie viel zu kurz gekommen. Auch den persönlichen Austausch nach den Beiratssitzungen halte ich für sehr wichtig. Ich spüre ein starkes Engagement der Menschen für ihren Lebensort. Im Stadtteil werde ich tatsächlich oft sogar noch als Bürgermeister angesprochen. Das zeigt mir, dass die Menschen hier ein großes Bewusstsein für das Amt haben.

Wo finden Sie Ihren Ausgleich zum Alltag eines Ortsamtsleiters?

Matthias Kook: Ich spiele noch mit viel Leidenschaft beim TV Eiche Horn Altherren in der Kreisklasse Fußball. Wir treffen uns jeden Mittwoch, und im Team habe ich meine besten Freude. Da kann ich mal richtig abschalten.

Ein Knipser sind Sie dort aber nicht gerade …

Matthias Kook: Nein, ich spiele in der Abwehr und kann keine Tore schießen. Und wenn doch, dann ist das wirklich ein echtes Highlight und die Gegner wundern sich, warum man ein Tor so stark bejubeln kann.

Weitere Infos über das Ortsamt Oberneuland und die Arbeit erfahren Interessierte auf der Seite des Ortsamtes.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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