
MarsBox der Uni Bremen: Weltraum-Wissenschaft für Kinder
Im Schullabor werden Kinder zu kleinen Forschern und erkunden den roten Planeten
Wie fühlt es sich an, auf dem Mars zu leben? Was braucht es, um den roten Planeten zu forschen, Energie zu gewinnen und den Alltag zu meistern? In Bremen können jetzt Schülerinnen und Schüler nach Antworten auf diese Fragen rund um astronautische Marsmissionen suchen. Denn mit der sogenannten MarsBox hat das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ZARM der Universität Bremen ein Schülerlabor eröffnet, das eine Reise zum Mars für Kinder der Klassen 3 bis 6 erlebbar macht.
Von VR-Brille bis hin zu Experimenten mit Mars-Sand

Die Reisen ins Weltallt zu fernen Planeten fasziniert viele. Der wissenschaftliche Fortschritt soll es bald sogar möglich machen, den erdnächsten Planeten Mars zu erkunden. Weltweit arbeiten Raumfahrtagenturen und private Unternehmen an der Erreichung des roten Planeten. Die NASA etwa plant mit ihrem Artemis-Programm die Rückkehr von Menschen zum Mond als Vorbereitung für eine astronautische Mars-Mission in den 2030er Jahren.
Wie eine solche Mission verlaufen könnte und vor welchen Schwierigkeiten sie steht, erleben Schulklassen der Stufen 3 bis 6 auf spielerische Weise in der MarsBox. Dieser außerschulische Lernstandort ist ein bunt gestalteter, rund 30 m² großer Container auf dem Gelände der Universität Bremen, in dessen Innerem jede Menge Experimente und Wissen über den Weltraum warten. Lehrkräfte können sich mit ihren Schulklassen dort zum Besuch anmelden.
Ob VR-Brille oder Experiment mit nachgemachtem Mars-Sand – der Besuch in der MarsBox ist spannend. Die Kinder beschäftigen sich mit zentralen Forschungsfragen: zum Beispiel „Wie wohnen Menschen auf dem Mars?“, „Welche Materialien finden wir dort vor?“, „Wie erzeugen wir Energie in einer fremden Umgebung?“ oder „Was können wir von einer Mars-Mission für unseren eigenen Planeten Erde lernen?“ Zum Mars-Erlebnis gehört für die jungen Besucherinnen und Besucher auch eine Führung durch die Labore des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ZARM.
Bremer Fallturm: Wissenschaften in der Schwerelosigkeit

Denn was die Kinder in der MarsBox im Kleinen erforschen und erleben, ist inhaltlich eng angelehnt an Forschungsthemen des ZARM und das neue Exzellenzcluster „Die Marsperspektive“ an der Universität Bremen. Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation an der Universität Bremen ist ein weltweit führendes Institut für die Forschung unter Schwerelosigkeit.
Das bekannte und weithin sichtbare Wahrzeichen des ZARM ist der Fallturm Bremen, ein einzigartiger Forschungsturm, der es ermöglicht, Experimente in sogenannter Mikrogravitation durchzuführen. Mit einer Höhe von 146 Metern bietet das Bauwerk eine Experimentdauer von rund neun Sekunden, in denen die Versuche unter nahezu schwerelosen Bedingungen durchgeführt werden können. Diese Umgebungsbedingungen sind entscheidend für die Untersuchung von physikalischen Phänomenen, die auf der Erde nicht sichtbar sind. Der Fallturm ist eine der wenigen Einrichtungen weltweit, die diese speziellen Forschungsbedingungen bieten, und spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Technologien für die Raumfahrt sowie deren Anwendung in der Industrie und im Alltag.
Exzellente Marsforschung an der Universität Bremen

Die MarsBox passt dabei auch zu dem 2026 startenden Exzellenzcluster, dessen Einwerbung die Hochschule begeistert verkündet hat. Der Exzellenzcluster „Die Marsperspektive“ an der Universität Bremen nimmt die Ressourcenknappheit zum Ausgangspunkt für seinen Forschungsansatz. Indem die Bedingungen des Mars – extreme Umweltbedingungen, fehlende fossile Rohstoffe, begrenzte Wasserverfügbarkeit, nur eine dünne CO2-Atmosphäre – als Denk- und Entwicklungsraum genutzt werden, entstehen neue Konzepte für eine nachhaltige, effiziente und automatisierte Produktion von Materialien, Bauteilen und mehr.
Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzstrategie von 2026 bis 2032, baut der Cluster auf der langjährigen wissenschaftlichen Stärke Bremens in den Bereichen Materialwissenschaften, Produktion, Robotik sowie Luft- und Raumfahrt auf.
Selbst experimentieren und entdecken in den Schullaboren

Die MarsBox ist dabei nicht das einzige Schullabor in Bremen. Vielmehr bieten die Universität und Bremer Forschungseinrichtungen zehn dieser außerschulischen Lernorte an, um Kindern die Welt der Wissenschaft auf spannende und spielerische Weise näher zu bringen. So können Schülerinnen und Schüler im „School_Lab“ des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt DLR auf eine Entdeckungsreise ins Weltall gehen. In Chemie- und Biologielaboren werden sie zu kleinen Forschern, im matelier knobeln sie an mathematischen Rätseln, im MARUM Unischullabor lernen sie zum Beispiel den Wasserkreislauf der blauen Planeten Erde kennen. Weitere Angebote aus den Bereichen Informatik, Physik, Sachunterricht, Literatur kommen noch hinzu.
„Experimentieren und selbstständiges Erforschen in einer echten Laborumgebung fördert den Spaß und das Interesse der Kinder an Wissenschaft“ bestätigt Ina Barwich, Nachwuchskoordinatorin am ZARM. „Deshalb sind Schullabore bei Schulklassen und Lehrkräften sehr beliebt und sowohl für die Schulen als auch langfristig für die Universitäten eine echte Bereicherung.“

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