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Annica Müllenberg

Stadtteilköpfe: „Man merkt die Aufbruchstimmung“

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Ingmar Lähnemann, Kurator der Städtischen Galerie

Es gibt besondere Menschen im Stadtteil. Sie fallen auf, weil sie besonders präsent sind, sich für etwas engagieren oder in in der Nachbarschaft aktiv sind. Einer dieser „Stadtteilköpfe“ ist Ingmar Lähnemann, Kurator der Städtischen Galerie im Buntentorsteinweg.


Ingmar Lähnemann fährt täglich in die Neustadt – am liebsten mit der Sielwallfähre. Vergangenheit und Moderne bestimmen das Leben des 44-Jährigen. Als Kurator der Städtischen Galerie steht sein Schreibtisch in einem ehemaligen Gär- und Lagerkeller einer Brauerei. Innerhalb der Backsteinmauern zeigt die lokale Szene, wie sie die Welt sieht. An der Neustadt schätzt Lähnemann die kulturelle Dichte und die starken Netzwerkpartner.

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Foto: Annica Müllenberg

„Die Neustadt verändert sich auf faszinierende Weise. Es ist spannend, das zu beobachten, und unterstützenswert. Als ich 2006 in den Buntentorsteinweg zog, war hier weniger los: Zum Weggehen gab es bis auf die Kneipe Kuss Rosa wenig. Mittlerweile sieht das anders aus, zum Beispiel ist das Radieschen für mich das beste Café Bremens, der Kuchen ist unübertroffen. Noch weiter in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke reiht sich mittlerweile eine Bar an die andere. Man kommt kaum nach, sie alle kennenzulernen. Selbst die Städtische Galerie hatte schon ihren eigenen Biergarten am Werdersee. Über das Kunstprojekt Rausch boten wir dort neben selbst gebrautem Bier auch rauschhaft viele Veranstaltungen an.

Bevor ich nach Bremen kam, lebte ich in Bonn – ebenfalls eine Stadt am Fluss mit einem vermeintlich richtigen und falschen Ufer. Ich mag diese Vergleiche nicht. Ich stelle fest, dass die Neustädterinnen und Neustädter mehr Selbstbewusstsein haben und merken, dass Bremen etwas zu bieten hat. Exemplarisch ist das hier in der Neustadt zu spüren.

Als jemand, der in der Kulturszene arbeitet, freue ich mich über das Netzwerk VIS-A-VIS. Es verbindet großen und kleinen Kulturstätten des Stadtteils wie Schwankhalle, Weserburg, GAK und andere. Ich kenne das aus keiner anderen Stadt. Gemeinsam probieren wir uns an Kooperationen. Überhaupt gibt es viele Studierende, einige Ateliers, Galerien und Ausstellungshäuser in der Umgebung. Da wir in der Städtischen Galerie lokale Künstlerinnen und Künstler ausstellen, sind die natürlich auch oft im Haus. Das

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Foto: Annica Müllenberg

Publikum ist bei uns nah am Werk und an den Schaffenden. Generell denke ich, dass die Ansiedlung der Städtischen Galerie 1991 im Buntentor den Anstoß für die Aufbruchstimmung gab.“

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Autorenbild Annica Müllenberg

Von Annica Müllenberg

Zwar wohne ich auf der rechten Weserseite, mit meinem Rad bin ich aber in ganz Bremen unterwegs. Am liebsten stoppe ich dort, wo es neue kulturelle und kulinarische Orte zu entdecken gibt – also häufig in der Neustadt.

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