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Teilnehmende gestalten in einem Kreativworkshop ein Kunstprojekt mit Farben und Pinseln
Mädchen*Zentrum Gröpelingen

Das Mädchen*Zentrum Gröpelingen bietet einen geschützten Raum zur Entfaltung und Freizeitgestaltung

Ein offener Treffpunkt mit vielfältigen Angeboten, Mitbestimmung und pädagogischer Begleitung

Mädchen und alle, die sich als Mädchen fühlen, in Gröpelingen sollen einen Ort haben, an dem sie ihre Freizeit verbringen können. An diesem Ort sollen sie sich wohl und frei von Normen und Rollenbildern fühlen dürfen. Genau solch ein Ort ist das Mädchen*Zentrum Gröpelingen in der Schweidnitzer Straße 13. Die Einrichtung schreibt „Mädchen*“ mit einem Stern, um ihre gesamte Zielgruppe anzusprechen: „Du bist ein Mädchen*, wenn du dich als Mädchen* fühlst. Das bestimmst nur du, niemand anders.“

15 Jahre Mädchen*Zentrum

Eingangsbereich des Mädchen*Zentrums mit pinkfarbener Tür und Sitzgelegenheiten vor dem Gebäude
Im Mädchen*Zentrum Gröpelingen steht die Tür immer offen. Mädchen*Zentrum Gröpelingen

Seit 15 Jahren bietet das Mädchen*Zentrum, dessen Träger das Mädchenhaus Bremen ist, einen geschützten Raum für Mädchen ab 12 Jahren. Genauer gesagt sind hier alle jungen Menschen herzlich willkommen, die sich als Mädchen fühlen – unabhängig von Geschlecht, Kultur, Klassenzugehörigkeit oder körperlicher Ausgangslage. Wie wichtig niedrigschwellige, schöne Orte sind, die pädagogisch begleitet werden, habe sich über die Jahre gezeigt. „Denn es gab eine Zeit, in der sich junge Mädchen* zwischen 12 und 14 Jahren aus unserem Stadtteil aus unterschiedlichen Gründen zurückgezogen haben“, erinnert sich Sozialpädagogin Ina Bernard. Daraufhin wäre das Mädchen*Zentrum partizipativ entwickelt worden. Neben pädagogischen Fachleuten, Beirätinnen und dem Amt für soziale Dienste und Schulen waren auch die Jugendlichen selbst in den Gründungsprozess eingebunden.

Wohlfühlen durch aktive Mitgestaltung

Gruppe junger Menschen bei einem Ausflug an die Nordseeküste während einer geführten Wattwanderung
Ob an die Küste, ins Museum oder zum Shoppen – bei Ausflügen gibt es viel zu entdecken und Neues zu lernen. Mädchen*Zentrum Gröpelingen

Bis heute können die jungen Teilnehmenden mitgestalten, wenn es um die Planung von Ausflügen, gemeinsamen Reisen oder um andere Angebote sowie die Einrichtung des Zentrums geht. „Jedes Mädchen* soll sich bei uns wohlfühlen und die Möglichkeit bekommen, sich frei zu entfalten sowie Neues auszuprobieren“, sagt Ina Bernard. Als Ansprechpartnerinnen steht neben ihr auch die Sozialpädagogin Ribanna Mitrović zur Verfügung. Beide lieben ihren Job und sind jeden Tag wieder aufs Neue gerne mit den Mädchen zusammen. „Die Arbeit macht unglaublich viel Spaß“, betont Ina Bernard.

Von Hausaufgabenbetreuung bis zum Nähkurs – die Angebote sind vielfältig

Kreatives Gestalten eines dekorativen Werkstücks mit Farben auf einem Basteltisch
Sich künstlerisch auszudrücken, ist ein Weg, um sich selbst besser kennenzulernen. In Workshops können die Mädchen kreativ sein – ohne Noten- und Wettbewerbsdruck. Mädchen*Zentrum Gröpelingen

Ob chillen, mit Freundinnen quatschen und nach Herzenslust kichern oder aktiv das Mädchen*Zentrum mitgestalten – alles ist möglich. Jedes Mädchen bestimmt selbst, was es gern machen möchte. „Wir stellen den Rahmen und machen Angebote“, erklärt Ina Bernard. Sie und ihre Kollegin beraten bei Anträgen oder in Fragen rund um die Ausbildung oder helfen bei den Hausaufgaben. Aktionen wie Nähen, Basteln, Malen, Tanzen, gemeinsames Kochen oder Musizieren und vieles mehr stehen zusätzlich auf dem Programm. „Wir haben engagierte ehrenamtliche Übungsleiterinnen, die dieses ermöglichen“, freut sich die Sozialpädagogin.

Darüber hinaus gibt es immer wieder kulturelle Bildungsangebote, die Spaß machen – wie der Besuch des kleinen Nordsee-Aquariums auf Borkum im Rahmen der Bildungsreise im Sommer 2025. „Eine Jugendliche sagte danach zu mir, dass sie dort viel mehr gelernt hätte als im Biologieunterricht“, berichtet Ina Bernard. Fünf Tage war eine zehnköpfige Gruppe auf Watt-Erkundungstour auf der ostfriesischen Insel. Aber auch Ausflüge in die Kletterhalle, ins Kunstmuseum, nach Hamburg zum Shopping oder nach Berlin mit einem Besuch des Bundestages gehören zu den jährlichen Veranstaltungen des Mädchen*Zentrums.

Einfach da sein und zuhören

Jugendliche bei einer Wattwanderung sowie Eindrücke aus dem Nordsee-Aquarium auf Borkum mit Seesternen und Meereslebewesen
Bei der Wattwanderung und dem Besuch des Nordsee-Aquariums auf Borkum gab es 2025 viel zu entdecken. Mädchen*Zentrum Gröpelingen

Aktuell kommen zwischen 15 bis 20 Mädchen pro Tag in die Schweidnitzer Straße 13. Dort finden sie bei den beiden Sozialpädagoginnen immer ein offenes Ohr für all ihre Belange. „Wir sind da und hören zu“, sagt Ina Bernard. Wie wichtig dies sei, werde besonders seit der Corona-Pandemie deutlich. „Die Auswirkungen sind immer noch spürbar. Angstzustände und Depressionen bei den Mädchen* haben zugenommen“, weiß die Sozialpädagogin. Sie und ihre Kollegin sind nicht nur vor Ort für die Mädchen erreichbar, sondern inzwischen auch über soziale Medien. „Wer nicht zu uns kommen kann oder mag, kann uns zum Beispiel jederzeit über Insta unter maedchenzentrum kontaktieren. Das wird gut angenommen“, sagt sie weiter.

Finanzierungslücke geschlossen

Die Finanzierungslücke in Höhe von 9.500 Euro, die durch fehlende Mittel im Stadtteil für das Jahr 2026 entstanden war, konnte dank einer beherzten Instagram-Spendenaktion kurzfristig geschlossen werden. Die Bremer Kommunikationsberaterin Sandra Lachmann teilte die diesbezügliche Instagram-Nachricht des Mädchen*Zentrums. Dadurch erfuhr die Hamburgerin Inken Roß davon, die die Spendenaktion kurzerhand ins Leben rief und diese durch ihre hohe Reichweite zu schnellem Erfolg brachte. „Wir freuen uns sehr über die Spenden in Höhe von rund 10.000 Euro. Wir müssen nun unsere Angebote nicht mehr zusammenstreichen, sondern können weitermachen wie bisher“, sagt Ina Bernard glücklich.

Autorin: Daniela Conrady

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Mädchen*Zentrums Gröpelingen.

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Von adn_admin

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