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Schild Bürgerpark
Tjark Worthmann

Der Bürgerpark Bremen ist die grüne Lunge der Stadt

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Parkdirektor Tim Großmann: „Wir machen hier ein erfolgreiches grünes Management“

Der Bürgerpark bietet mitten in der Stadt eine grüne Oase für alle Menschen, die auf der Suche nach Erholung und Ruhe sind. Was viele Bremerinnen und Bremer jedoch gar nicht wissen: Der Bürgerpark finanziert sich komplett aus privaten Mitteln. Wir trafen uns mit dem Parkdirektor Tim Großmann auf ein Gespräch über Schreibtischarbeit, ständige Erreichbarkeit und natürlich die Besonderheiten des 200 Hektar großen Landschaftsparks in der Stadt.

Was passiert gerade im Bürgerpark?

Leiter Bürgerpark Grossmann
Tim Großmann ist der Parkdirektor im Bürgerpark Bremen. Tjark Worthmann

Tim Großmann: Wir sanieren gerade aufwendig eine historische und denkmalgeschützte Sandsteinbank. Ansonsten können wir normalen Regelbetrieb vermelden: Kontrolle der Wege, Austausch von Schildern oder Zäunen und natürlich die durchgehende Pflege an den Pflanzen und Baumkontrolle im Bürgerpark.

Doch unsere 30 Mitarbeitenden bereiten darüber hinaus alles schon für den Winter vor und richten den Blick bereits auf den Laubeinsatz im Herbst. Wir führen Maschinenkontrollen durch, pflanzen neue Bäume und besprechen die anstehenden Bestellungen mit der Baumschule.

Sind Sie da als Parkleiter auch mal nicht im Büro anzutreffen?

Kinder Wiese
Der Bürgerpark ist ein Ort für Jung und Alt. Tjark Worthmann

Tim Großmann: Meine Arbeitszeit gestaltet sich zu 80 Prozent am Schreibtisch. Aber ich bin bei Projekten natürlich immer gern draußen dabei und schaue, wie der aktuelle Stand ist. Als studierter Landschaftsarchitekt juckt es mich manchmal schon in den Fingern, und ich würde gern mehr machen.

Ist der Beruf als Parkleiter trotzdem für Sie ein Traumjob?

Tim Großmann: Ich darf diese Aufgabe nun schon fast zehn Jahre machen. Und ich finde es immer wieder aufs Neue unheimlich spannend hier im Bürgerpark. Es tauchen stetig neue Probleme auf, und wir machen hier ein sehr abwechslungsreiches und erfolgreiches grünes Management.


„Ich bin natürlich beruflich befangen“


Der Bürgerpark ist dabei neben dem Rhododendronpark eine der wenigen komplett privat finanzierten Parkanlagen in Bremen …

Wald im Bürgerpark
Im Bürgerpark finden sich viele schöne Laufstrecken. Tjark Worthmann

Tim Großmann: Ganz genau. Schon seit der Entstehung im Jahr 1866 durch Wilhelm Benque ist der Park ausschließlich durch private Mittel finanziert.

Wir erhalten den Bürgerpark jedes Jahr aufs Neue ohne staatliche Zuschüsse. Er ist eine der wenigen fast vollständig erhaltenen gartenkünstlerischen Schöpfungen des 19. Jahrhunderts. Damit zählt er zu den bedeutendsten Landschaftsparks in Deutschland.

Wie finanziert sich die Arbeit im und am Bürgerpark?

Tim Großmann: Die Einnahmen schwanken tatsächlich von Jahr zu Jahr stark. In den letzten Dekaden steht aber im Schnitt ganz klar eine schwarze Null. In jedem Jahr müssen jedoch circa 2,5 Millionen Euro dafür reinkommen. Ein Teil der Finanzierung hat ihren Ursprung in Spenden, Stiftungen und der Bürgerpark-Tombola. Davon zeugen die Namen auf den vielen Brücken, Bänken und Denkmälern. Interessierte können auch Mitglied im Bürgerparkverein werden, mit einem jährlichen Mindestbeitrag von 15 Euro unsere Arbeit unterstützen und zum Erhalt der Parkanlage beitragen. Je nach Wohlwollen und finanziellen Möglichkeiten kann die Zuwendung auch höher ausfallen.


Kurzer Arbeitsweg durch den Garten


Traditionell wohnen Sie als Direktor mitten im Park – im Schweizerhaus.

Schweizerhaus Bürgerpark
Das historische Schweizerhaus wurde im Jahr 1872 gebaut und steht unter Denkmalschutz. Tjark Worthmann

Tim Großmann: Das gehört zu der Aufgabe dazu. Ich bin ständig erreichbar für Polizei und Feuerwehr. Dadurch habe ich auch einen sehr kurzen Anfahrtsweg zur Arbeit: Ich muss nur einmal durch den Garten gehen.

Fällt es Ihnen schwer, bei der Nähe zur Arbeit abzuschalten?

Tim Großmann: Wenn ich durch den Park gehe, bin ich natürlich beruflich befangen und habe immer ein Blick für die Dinge vor Ort. Aber ich kann gewisse Momente wie beispielsweise den Frühnebel heute Morgen auf den Wiesen und den Sonnenaufgang auch genießen.

Welche Herausforderungen stehen für den Bürgerpark in den kommenden Jahren an?

Tim Großmann: Wir müssen uns für die nächsten Jahrzehnte vorbereiten und dabei auch auf den Klimawandel einstellen. Welche Pflanzen sind widerstandsfähig und können auch nach klimatischen Veränderungen hier im Park bestehen? Das sind zum Beispiel Fragen, die wir klären müssen.

Die Trockenheit der vergangenen Jahren hat zu Absackungen auf Wegen, Pflasterungen und an Brücken geführt. Wir erneuern seit 20 Jahren den Baumbestand. Und neben dem durchgehenden Erhalt sowie der Pflege der Anlage in dieser Qualität steht in den kommenden Jahren die Entschlammung der Gewässer an. Außerdem möchten wir uns perspektivisch noch unabhängiger machen und die Stiftung wachsen lassen.

Weitere Infos über den Bürgerpark erfahren Interessierte auf dieser Seite.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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