
Gemeinsam für ein sauberes Gröpelingen
Drei Projekte bringen Menschen, Unternehmen und Beschäftigte für ein lebenswertes Quartier zusammen

Ein leerer Plastikbecher hier, ein alter, zerrissener Karton dort – herumliegender Müll mindert die Wohnqualität. „Wenn Müll auf den Straßen oder in den Grünanlagen herumliegt, wirkt ein Quartier weniger einladend“, weiß Emre Altinöz, Geschäftsführer des Vereins Gröpelingen Marketing. Gemeinsam mit verschiedenen Institutionen, Unternehmen sowie Akteurinnen und Akteuren vor Ort beschäftigt er sich seit Längerem mit der Müllproblematik in Gröpelingen. Aufklärung heißt die Devise. Im Oktober 2026 startet Gröpelingen Marketing daher eine großflächige Plakatkampagne, bei der die richtige Entsorgung von Müll im Mittelpunkt steht. Außerdem schaffen weitere Mülltonnen neue Anlaufpunkte zur Abfallbeseitigung.
Woher kommt aber eigentlich der viele herumliegende Müll in Gröpelingen?
Emre Altinöz sieht dafür vielschichtige Gründe. „Eine allgemeine Unaufgeklärtheit ist sicherlich einer der Hauptaspekte dabei. Teils auch bedingt durch andere kulturelle Hintergründe der Anwohnenden“, sagt er. In anderen Ländern fahre jeden Abend die Müllabfuhr durch die Straßen und sammle den Müll ein – hier nur einmal pro Woche.
„Deshalb wollen wir das Thema Müll ab jetzt stärker in den Fokus rücken“, sagt der Geschäftsführer weiter. Wie trennt man seinen Abfall richtig? Was gehört in den Sondermüll? Welche Annahmenstellen gibt es? Und wo sind diese? Wen kann man bei Fragen ansprechen? „Unsere Kampagne liefert Antworten. Mittels QR-Codes auf den Plakaten können die Menschen zusätzliche Informationen abrufen“, betont Altinöz.
Mehr Abfallbehälter vor den Geschäften im Stadtteil

Für mehr Mülltonnen im Quartier sorgen dann ebenfalls ab Oktober der ansässige Einzelhandel, Gastronomiebetriebe, Unternehmen und Institutionen in Zusammenarbeit mit Gröpelingen Marketing e.V. Vor ihren Geschäften stellen sie zusätzliche Abfallbehälter auf, die sie täglich selbst entleeren. „Damit wollen wir zeigen, wie wichtig uns ein sauberes Lebensumfeld ist – und dass wir alle gemeinsam anpacken“, sagt Altinöz weiter.
Mit Slogans wie „Mehr Wir – weniger Müll“ oder „Gemeinsam für ein sauberes Gröpelingen“ machen sie darauf aufmerksam. „Keiner wird an unseren Informationen vorbeikommen“, ist sich der Kommunikationsexperte sicher. Er sieht sich als Schnittstelle zwischen anwohnenden Menschen und Unternehmen im Stadtteil. Mit einer sich im Aufbau befindenden Teams-Community sorgt er künftig darüber hinaus für kurze Kommunikationswege zwischen allen Beteiligten im Quartier. „So können wir uns schnell austauschen und neue Ideen kurzfristig umsetzen.“
Durch Plakatwerbung Bewusstsein schaffen

Müll ist nicht nur in Gröpelingen ein Problem. Auch in anderen Bremer Stadtteilen ist er ein Thema. Entscheidend ist der Umgang damit. Hier leistet die Kampagne von Gröpelingen Marketing als eines von drei federführenden Projekten einen wertvollen Beitrag zur Sensibilisierung. Kurz: Je weniger Müll auf der Straße oder im Park zu finden ist, desto attraktiver ist das Wohn- und Lebensumfeld im Quartier. „Alle Menschen können dazu einen eigenen Beitrag leisten“, betont Altinöz. Wer sich einbringen will, kann sich bei einem der zahlreichen Projekte engagieren oder im Kleinen bei sich zu Hause anfangen.
Unterwegs mit Besen, Kehrblech und Greifzange
Auch ein weiteres Projekt sorgt für Sauberkeit in Gröpelingen: Der ÖkoNet-Quartier-Service ist wieder da. Zusätzlich zur kommunalen Stadtreinigung sind nun wieder bis zu 40 Beschäftigte im Stadtteil mit Besen, Kehrblech und Greifzange unterwegs. Die Mitarbeitenden in ihren auffälligen Arbeitsjacken gehen mit offenen Augen durch die Straßen, sammeln herumliegenden Müll ein und sorgen damit für ein saubereres Umfeld. Dabei haben sie den direkten Draht zu den Menschen im Viertel und informieren durch persönliche Gespräche über einen umweltschonenden Umgang mit Ressourcen sowie über Strategien der Müllvermeidung. Diese niedrigschwellige Beschäftigung bietet eine sinnvolle, erfüllende Tätigkeit im Umweltschutz, soziale Teilhabe und eröffnet Langzeitarbeitslosen neue Wege zurück in den Arbeitsmarkt.
Auch das Projekt „Sauberer Ohlenhof“ ist wieder am Start
Seit Juli 2026 ist der Quartier-Service auch im Rahmen des Projektes „Sauberer Ohlenhof“ wieder am Start. Wurden die gelben Säcke abgefahren, bleibt immer auch etwas Plastikmüll in den Straßen zurück. Damit dieser das Quartier nicht länger verschmutzt, machen sich die Beschäftigten des Quartier-Services unmittelbar nach der Abholung auf den Weg, zurückgebliebene Verpackungen einzusammeln. Mit im Boot sind Brebau, Espabau, Gewoba, Vonovia und LEG, denen ein gepflegtes Umfeld für ihre Mieterinnen und Mieter in den rund 2500 Wohnungen am Herzen liegt. Bei der Koordination unterstützen die Bremer Stadtreinigung und das Ortsamt Bremen-West. „Alle diese Beteiligten arbeiten täglich daran, dass Gröpelingen sauberer wird und bleibt. Und wenn alle gemeinsam anpacken, dann werden wir das schaffen“, blickt Emre Altinöz positiv in die Zukunft.
Autorin: Daniela Conrady
Hier gibt es weitere Informationen über die Gröpelinger Sauberkeits-Kampagne, den Quartierservice und das Projekt „Sauberer Ohlenhof“.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Nachhaltigkeit“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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