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Lastenrad Einkaufsservice Findorff
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Frisches Obst und Gemüse bis vor die Haustür

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Auf dem Findorffer Wochenmarkt gibt es einen kostenlosen Lieferservice mit Lastenrad

2,5 Kilo Kartoffeln, je 500 Gramm Karotten und Zwiebeln, dazu ein Laib Brot, Kuchen und noch ein Blumenstrauß – bei einem Einkauf auf dem Wochenmarkt kommt so einiges zusammen. Wer nicht gut zu Fuß oder mit Kindern unterwegs ist, kann da schon Schwierigkeiten bekommen, die frischen Waren nach Hause zu transportieren. Hilfe gibt es auf dem Findorffer Wochenmarkt: Hier können sich die Besucherinnen und Besucher die Einkäufe kostenlos mit dem Lastenrad nach Hause liefern lassen.

Lastenrad Einkaufsservice Findorff
Aufgesessen: Marktsprecherin Marie Pigors, Hans Peter Schneider (Geschäftsführer des Großmarkt Bremen) und Jürgen Schnier vom Nachbarschaftsprojekt Klimazone Bremen-Findorff (von links) präsentieren den neuen Lieferservice. Foto: M3B GmbH/Jan Rathke

Drei Mal pro Woche ist der Platz an der Neukirchstraße bevölkert von bunten Marktständen mit breiter Auswahl. Dort ist immer viel los – „besonders samstags herrscht ziemliches Gedränge“, berichtet Jürgen Schnier von der Klimazone Bremen-Findorff. Das Nachbarschaftsprojekt will Klimaschutz im Alltag der Menschen verankern. Zwei der Themen sind Mobilität und Verkehr.

„Wir haben bemerkt, dass die Parksituation recht angespannt ist.“ Jürgen Schnier wollte den Marktbesucherinnen und -besuchern eine Alternative bieten, bei der sie das Auto stehen lassen können. In Zusammenarbeit mit dem Großmarkt Bremen und dem Nachhaltigkeitsnetzwerk RENN.nord entstand das Projekt „Statt schwer tragen, Bringdienst fragen“. Es soll die Findorffer Bevölkerung dazu motivieren, mit dem Fahrrad zum Markt zu kommen oder auf der Bürgerweide zu parken.

Mitten auf dem Markt steht ein Infostand. Dort kann die Kundschaft an jedem Samstag vorbeikommen, die Einkäufe abgeben, ihre Kontaktdaten hinterlassen, ein Zeitfenster für die Lieferung vereinbaren – und gemütlich nach Hause gehen oder aufs Rad steigen. Die Teammitglieder des Projekts kommen dann mit Kartoffeln und Co mit einem von zwei Lastenfahrrädern bis vor ihre Haustür geradelt. Es ist eine umweltfreundliche Alternative zur Anfahrt mit dem Auto, die das Verkehrsaufkommen verringert.

Lastenrad Einkaufsservice Findorff
Mit dem Lastenrad werden die Einkäufe umweltfreundlich nach Hause gefahren – und gleichzeitig der Verkehr entlastet. Foto: Jürgen Schnier

Seit dem Start des Projekts, das erst einmal bis Ende September angelegt ist, interessieren sich viele Findorfferinnen und Findorffer für den klimafreundlichen Service. „Die Neugierde ist sehr groß“, erzählt Jürgen Schnier. Der erste Kunde war ein Vater, der mit seinem Sohn auf dem Markt unterwegs war. „Der ist vor dem Lastenrad her gefahren – die Mutter hat zu Hause große Augen gemacht.“

"Wertsteigerung für den Markt"

„Die meisten Anfragen kommen bislang von Menschen mit großen Einkäufen, die im näheren Umkreis wohnen“, berichtet der Projektleiter. Zielgebiet sind natürlich Findorff und gegebenenfalls noch angrenzende Stadtteile. Perspektivisch sollen zudem noch mehr Autofahrer angesprochen werden, die auf der Bürgerweide parken und dort ihre Lieferung in Empfang nehmen können.

Die Marktleute waren schnell überzeugt, informieren ihre Kundschaft, verteilen Flyer und hängen Plakate auf. „Sie betrachten das Projekt im Rahmen des Gesamtangebots“, sagt Jürgen Schnier. „Es ist schließlich eine Wertsteigerung für den Markt.“

Lastenrad Einkaufsservice Findorff
Premiere: Der erste Kunde des Marktes lädt seine frischen Einkäufe auf das Lastenrad. Foto: Jürgen Schnier

Das Nachbarschaftsprojekt Klimazone Bremen-Findorff will Klimaschutz im Alltag der Menschen verankern. Das Projekt wird mit Bundesmitteln gefördert.

Der Findorffer Wochenmarkt ist dreimal die Woche geöffnet: dienstags und donnerstags von 8 bis 13 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr. Der Lieferdienst von „Statt schwer tragen, Bringdienst fragen“ kann bis Ende September 2019 samstags von 9 bis 15 Uhr kostenlos in Anspruch genommen werden.

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Autorenbild Alena Mumme

Von Alena Mumme

Ich bin Tagenbaren – meine Eltern und Großeltern sind also wie ich in Bremen geboren und aufgewachsen. Nur spannende Reisen locken mich aus meiner gemütlichen Heimatstadt.

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