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Tjark Worthmann

Stadtteilköpfe: Hood Training – die universelle Sprache des Sports

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Kostenloses Training für Kinder und Jugendliche

Mit Hood Training kommt ein echtes Erfolgsformat aus dem Bremer Stadtteil Osterholz. Das kostenlose Workout-Programm bietet Projekte und Workshops für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Die Initiative bringt an Orten mit sozial schwierigen Verhältnissen junge Menschen auf eine besondere Art und Weise zusammen. Was das für die Mädchen und Jungs vor Ort an positiven Erlebnissen mit sich bringt, erzählt uns im Gespräch der Gründer von Hood Training, Daniel Magel (Foto oben).

Ein Trainingsplatz für das Hood Training aus der Vogelperspektive Foto: Bergmann Photography

Es begann bereits 2001. Daniel Magel und einige seiner Freunde hatten genug von der damaligen negativen Presse über ihre Heimat Tenever. „Wir wollten einfach zeigen, dass es hier Menschen gibt, die was auf die Beine stellen können und etwas verändern wollen“, erzählt der gebürtige Kasache, der im Alter von zwölf nach Deutschland kam. Er kann sich noch genau an seine damalige Gefühlswelt erinnern: „Man war allein und musste sich in einer neuen Welt zurechtfinden, das war nicht einfach.“

Schnell erkannte Magel, dass es neben den vielen Problemen im Stadtteil auch noch den Sport gab. „Das hat mich früh geprägt und mir Ziele gegeben“, sagt er. „Viele drehen sich im Kreis und können aus ihrem Alltag in den Problemvierteln nicht ausbrechen. Wir bieten mit unserem Angebot seit 2010 einen Weg“, sagt der Sozialpädagoge. Die körperliche Betätigung im Hood Training stellt dabei einen wichtigen Teil dar. Sie ist laut Magel ein ideales Mittel, um Integration zu fördern, Fairness, Respekt und Toleranz zu lernen sowie überschüssige Energie und Frust abzubauen. „Wir nutzen die universelle Sprache des Sports, um für die Kids Perspektiven zu schaffen und sie zu stärken“, erzählt der Trainer. „Wir leben Integration und Inklusion und bieten benachteiligten Kindern und Jugendlichen Unterstützung bei ihrem Weg in die erwachsene Selbstständigkeit. Wer gemeinsame Ziele verfolgt, lernt Teamgeist, Vertrauen und Respekt füreinander.“

Das Hood Training ist ursprünglich in Tenever entstanden.
Das Hood Training ist ursprünglich in Tenever entstanden. Foto: Bergmann Photography

Die Übungen beim Hood Training sind stark an die Trendsportart Calisthenics angelehnt. Dort wird fast ausschließlich mit dem eigenen Gewicht gearbeitet und es geht um eine konzentrierte und ruhige Bewegungsausführung. „Der Begriff leitet sich aus den griechischen Wörtern kalos für schön und sthenos für Kraft ab,“ erklärt Magel. Neben den sportlichen Workshops bietet Hood Training auch Lehrgänge zu Breakdance, Poetry-Slam, Rap und Graffiti und bildet somit auch diese für junge Menschen interessantne Themengebiete ab.

Das Projekt ist inzwischen so erfolgreich, dass es vor knapp zwei Jahren bereits beim deutschlandweiten Startsocial-Wettbewerb durch Bundeskanzlerin Angela Merkel geehrt wurde und vor Kurzem bei „Bremen macht Helden“, einem Wettbewerb der Sparkasse Bremen, ausgezeichnet wurde und zukünftig gefördert wird. Träger des Hood Trainings ist übrigens die 1998 in Bremen gegründete Stiftung Aktion Hilfe für Kinder.

Magels größter Wunsch für die Zukunft „ist ein eigenes Gym für unsere Projekte“. Dort könnten dann laut dem Sozialpädagogen witterungsunabhängig alle Leistungsgruppen mit dem Hood Training angesprochen und auch viele weitere Ideen und Konzepte umgesetzt werden. „Wir sind auch bereits im Ruhrgebiet und Berlin unterwegs und in vielen Bereichen auf einem guten Weg. Wir möchten die Bewegung einfach immer weiterentwickeln“, freut sich Magel über die bisherige erfolgreiche Bilanz und die kommende Zeit.

Ein großes Event in Bremen im Mai

Der Street Jam findet Anfang Mai im Bremer Schlachthof statt. Foto: Hood Training

Am 4. Mai findet im Schlachthof der Street Jam Bremen statt. Neben den großen Show-Einlagen wird Wert daraufgelegt, Nachwuchssportlerinnen und -sportlern und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich in einem der Elemente auszuprobieren. Zu diesem Zwecke werden vormittags Workshops aus dem Bereich Calisthenics, Breakdance, Poetry Slam und Graffiti geboten. Ab 18 Uhr startet dann das Hauptprogramm.

Interessierte finden weitere Informationen unter www.hoodtraining.de.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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